Herrscher des Schwarms. Perry Rhodan 59. (Perry Rhodan Silberband, Band 59) - Hardcover

 
9783811820791: Herrscher des Schwarms. Perry Rhodan 59. (Perry Rhodan Silberband, Band 59)

Inhaltsangabe

1997 400 S. gebundene Ausgabe Rastatt : Pabel-Moewig Verlag KG,

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Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Blazon Alpha war gerade dabei, dreiundzwanzig Solar von Roi Danton zu gewinnen, als der Massetaster der GEVARI ansprach. Rhodans Sohn warf die Karten auf den Tisch und stand auf.
»Einen Moment noch!« protestierte Blazon Alpha. »Sie müssen dieses Spiel zu Ende führen.«
»Ich wette, er hat mit den Emotionauten der INTERSOLAR ein Abkommen getroffen«, grinste Blazon Beta. Im Gegensatz zu seinem 1,79 Meter großen Bruder war er ein kleiner, dürrer Mann mit faltigem Gesicht und spitzer Nase. Sein Kopf war teilweise kahlgeschoren, gleichzeitig aber Ausgangspunkt eines armdicken Zopfes, der fast bis zu den Fersen hinabreichte.
Blazon Beta beobachtete, wie sich sein Bruder im Gesicht verfärbte. Unter normalen Umständen war Blazon Alpha ein gutmütiger und verträglicher Mensch. Am Spieltisch jedoch schien er alle seine guten Vorsätze vergessen zu haben.
Blazon Alpha erhob sich ebenfalls und wischte die Karten mit einer Handbewegung vom Tisch.
Danton hatte an den Kontrollen Platz genommen. Auf den Oszillographen der Ortungsanlage erschienen mehrere Amplituden.
Der Bildschirm im Zentrum der Ortungsgeräte zeigte einen hellen Leuchtimpuls.
»Es ist soweit!« rief Danton. »Das ist die INTERSOLAR.«
Blazon Alpha ließ sich in einen Sessel fallen und machte ein mürrisches Gesicht. Danton wandte sich von den Kontrollen ab und blickte ihn an. Er sah einen muskulösen Mann mit kurzgeschnittenen dunklen Haaren.
Die beiden Brüder, die auf Last Hope zusammen mit ihm an Bord der GEVARI gegangen waren, unterschieden sich nicht nur äußerlich. Sie besaßen auch verschiedene Charaktere. Trotzdem hatten beide den gleichen Beruf:
Sextadim-Physiker.
Blazon Alpha hatte den Spielabbruch überwunden und zeigte die ihm eigene Gelassenheit.
»An Bord der INTERSOLAR wird man schon ungeduldig auf unsere Ankunft warten«, vermutete Roi Danton.
»Wir bringen die letzten Sextagoniumvorräte von Last Hope mit.«
»Vier Kilogramm«, fügte Blazon Alpha hinzu. »Das ist mehr, als Corello manipulieren kann.«
»Vielleicht sind mehrere Versuche notwendig«, erinnerte ihn Danton. »Dann werden wir froh sein, wenn wir auf eine Reserve zurückgreifen können.«
»Ich bin sowieso skeptisch«, erklärte Blazon Beta. »Wir wissen zuwenig über den Schmiegeschirm, der den Schwarm umschließt.«
Auf dem großen Bildschirm konnte Danton einen Teil des Schwarms sehen. Wenn sie auch nur eine geringe Chance haben wollten, die endgültige Katastrophe von der Galaxis abzuwenden, mußten sie in den Schwarm eindringen und das Übel an der Wurzel bekämpfen. Alles, was sie an einem solchen Einsatz hinderte, war der
Schmiegeschirm, der sich bisher nur dann als durchlässig erwiesen hatte, wenn die Schwarmbewohner mit dem Eindringen eines Körpers in den Schwarm einverstanden gewesen waren. Aufgrund seines Aussehens bezeichnete man ihn auch als »Kristallschirm«.
»Wir müssen jede Chance wahrnehmen«, meinte Danton. »Corello weiß außerdem genau, was er will. Er würde uns nicht diesen Flug machen lassen, wenn er keinen Sinn darin sähe.«
Er erinnerte sich noch einmal daran, was Ribald Corello plante. Der Supermutant hatte durch seine Erkrankung zwar viel von seinen ehemaligen Fähigkeiten eingebüßt, konnte jedoch immer noch bis zu 750 Gramm Materie in der Art eines Fiktivtransmitters befördern.
Das Sextagonium, das Danton und die beiden Sextadim-Physiker von Last Hope geholt hatten, sollte von Corello abgestrahlt und unmittelbar vor dem Ziel zur Explosion gebracht werden. Während des Transports durch den fünfdimensionalen Hyperraum würde die Übersättigungsstabilität des Sextagoniums schwinden. Das war eine bereits feststehende Tatsache, die sich bei früheren Experimenten ergeben hatte. Durch Aufhebung der Übersättigungsstabilität sollte die im Sextagonium enthaltene psionische Energie freigesetzt werden. Die Wissenschaftler vermuteten, daß diese Energie dem Schmiegeschirm Schaden zufügen würde.
Abgesehen von der Möglichkeit eines totalen Mißerfolgs, barg das geplante Unternehmen auch das Risiko einer Katastrophe in sich. Niemand konnte genau sagen, wie die artfremde Energie des Schmiegeschirms während des Kontaktes mit dem Sextagonium reagieren würde. Die Gefahr, daß es in der gesamten Galaxis zu schweren Erschütterungen des Raum-Zeit-Gefüges kommen konnte, war nicht auszuschließen.
Von welcher Seite man auch das geplante Experiment betrachtete: Es war ein verzweifeltes Unternehmen von Intelligenzen, die um die Erhaltung ihrer Art kämpfen mußten.
»Worüber denken Sie nach?« erkundigte sich Blazon Alpha bei Rhodans Sohn.
»Worüber sollte ich schon nachdenken?« Danton blickte die beiden immunen Wissenschaftler an. »Es gibt für die Menschheit jetzt nur ein Problem: Wir müssen verhindern, daß die Planeten der Galaxis von Gelben Eroberern überschwemmt werden. Dieses Ereignis scheint jedoch unmittelbar bevorzustehen. Bisher hatten wir es nur mit der Vorhut zu tun.«
Bevor einer der Brüder antworten konnte, erhellte sich der Bildschirm des Hyperfunks. Rhodans energisches Gesicht zeichnete sich darauf ab.
»Michael!« rief er. »Einen Tag später als erwartet.«
»Wir haben uns Zeit genommen und die GEVARI auf Last Hope noch einmal gründlich überprüft. Du weißt, wie wichtig dieses Schiff für uns werden kann.«
»Es war vielleicht gut so«, stimmte Rhodan nachdenklich zu. »Die GEVARI soll unsere Fünfte Kolonne in den Schwarm tragen.« Forschend betrachtete er die beiden Wissenschaftler. »Habt ihr das Sextagonium?«
»Natürlich!« bestätigte Danton. »Sonst wären wir nicht hier. Es sind vier Kilogramm, genug für mehrere Versuche.«
»Du kannst mit der GEVARI neben der Hauptschleuse der INTERSOLAR anlegen«, sagte Rhodan. »Es ist überflüssig, daß wir das Schiff an Bord nehmen.«
Danton, der genau wußte, daß dies eine Vorsichtsmaßnahme war, nickte.
Die GEVARI war eine Sonderkonstruktion. Äußerlich glich sie einer Space-Jet, war jedoch wesentlich größer.
Sie durchmaß fünfzig Meter und war fünfundzwanzig Meter hoch. Mit seinen Schwarzschildreaktoren in Ultrakompaktbauweise erreichte das diskusförmige Schiff Beschleunigungswerte bis zu 800 km/sec. Die Reichweite des Schiffes im Linearflug betrug 800.000 Lichtjahre. An Bord gab es Plätze für zehn
Besatzungsmitglieder. Außerdem hatte die GEVARI in ihren großen Hangars sechs extrem flache Raumlinsen als Beiboote an Bord und war mit zwei Transformkanonen in Kompaktbauweise ausgerüstet.
Rhodan machte für Corello Platz, der jetzt von seinem Tragroboter vor das Funkgerät gebracht wurde. Der Mutant mit dem zwergenhaften Körper und dem riesigen Kopf wirkte aufgeregt.
»Ich befürchtete schon, daß es zu einem Zwischenfall gekommen sei, Roi.«
»Ich erklärte bereits meinem Vater, daß unsere Verspätung durch ein nochmaliges Testen der GEVARI zustande gekommen ist.«
Corello bewegte seine Händchen. »Hauptsache ist, Sie haben das Sextagonium an Bord.«
»Vier Kilogramm!«
»Ausgezeichnet!« lobte der Mutant. »Das wird auf jeden Fall reichen.«
»Es gibt auf Last Hope kein Sextagonium mehr«, stellte Danton fest.
»Und es ist niemand dort, der aus Howalgonium neues Sextagonium herstellen könnte. Deshalb sollten Sie vorsichtig mit der Lieferung umgehen.«
Corello schwieg. Er schien nachzudenken.
»Ich habe leider meine Fähigkeiten als Quintadimtrafer verloren«, sagte er schließlich. »Ansonsten hätte ich die Energie, die wir brauchen, mit Hilfe meiner parapsychischen Fähigkeiten hergestellt.«
Danton gestand sich ein, daß er die Minderung von Corellos Fähigkeiten unbewußt begrüßte. Zwar hatte Corello sich seit seiner Heilung als loyal erwiesen, aber er war ein seelisch labiler Mensch, bei dem es immer wieder zu Krisen kommen konnte. Ein Corello, der außer Telepsimat auch noch Quintadimtrafer gewesen wäre, könnte von niemand kontrolliert werden. Sollte der Supermutant jedoch unter den gegenwärtigen Umständen die Kontrolle über sich verlieren, würde man ihn überwältigen können.
Danton gab sich einen Ruck. An ein solches Verhalten...

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