Perry Rhodan 55: Der Schwarm (Perry Rhodan Silberband, Band 55) - Hardcover

Buch 55 von 176: Perry Rhodan-Silberband
 
9783811820746: Perry Rhodan 55: Der Schwarm (Perry Rhodan Silberband, Band 55)

Inhaltsangabe

1996 400 S. Pp. Rastatt : Pabel-Moewig Verlag KG,

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Aus dem Klappentext

Der Schwarm, eine wandernde Kleingalaxis, durchquert die Milchstraße und raubt ihren Bewohnern die Intelligenz. Zusammen mit einigen Verdummungsimmunen stürzt Perry Rhodan die Götzen, die die Macht im Schwarm an sich gerissen haben, und gibt die Kontrolle über die Kleingalaxis wieder den ursprünglichen Beherrschern, den Cynos, zurück.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

»Wie benehmen sich Ihre Wandeltaster?«
Oberstleutnant Dr.-Ing. Nemus Cavaldi, Leitender Ingenieur der MARCO POLO, lachte.
»Wie guterzogene Kinder, Sir. Alles in Ordnung. Ich glaube nicht, daß wir nochmals mit Schwierigkeiten zu rechnen haben. Das wäre innerhalb der Dakkarzone auch nicht wünschenswert. Ende, Sir.«
Perry Rhodan schaltete die Bildsprechverbindung ab. Cavaldis feistes Gesicht verblaßte.
»Ein tüchtiger Mann«, stellte Atlan fest. Der Regierende Lordadmiral der USO saß neben Rhodan im zweiten Kommandeursessel des Ultraschlachtschiffes MARCO POLO, das sich auf dem Heimflug zur Milchstraße befand.
»Ein Könner!« verbesserte Rhodan. »Du solltest mit deinem Lob nicht so sparsam umgehen.«
Atlan runzelte die Stirn. Er schaute sich prüfend in der großräumigen Zentrale des terranischen Superriesen um.
Während des Brückenschlags durch die Dakkarzone zwischen der fünften und sechsten Dimension hatten alle drei Emotionauten ihre Manöverplätze eingenommen.
Oberst Elas Korom-Khan flog das Schiff. Der Erste Kosmonautische Emotiooffizier, Oberstleutnant Senco Ahrat, überwachte die auf geistiger Ebene aufgenommenen Schaltvorgänge des Kommandanten.
Major Mentro Kosum, Zweiter Emotiooffizier der MARCO POLO, saß einsatzbereit im dritten Kontursitz. Ebenso wie seine beiden Kollegen trug er eine SERT-Haube, deren Impulstaster die befehlsgebenden Gedankenströme der parapsychisch begabten Männer abnahm, sie weitergab und die entsprechenden Geräte zur Reaktion zwang.
'Simultane Emotio- und Reflex-Transmission' nannte man diesen erstaunlichen Vorgang. Nicht einmal die als reaktionsschnell bekannten Haluter oder Ertruser waren fähig, die gedankenschnelle Schaltgeschwindigkeit der Emotionauten annähernd zu erreichen.
Atlan schwenkte seinen Kontursitz herum und schaute erneut auf die großen Bildschirme der Panoramagalerie. Dort draußen war alles und nichts. Das dunkelrote Wabern und Wallen, in dem zahllose Riesenmoleküle zu schwimmen schienen, war der optisch erkennbare Teil eines dimensionalen Überlagerungsraumes, der bislang nur rechnerisch erfaßt werden konnte, und das nur vage.
Atlan wußte lediglich, daß die MARCO POLO mit milliardenfacher Geschwindigkeit des Lichts durch ein Kontinuum raste, das mit dem gewohnten und begreifbaren Einsteinschen Weltraum nichts mehr zu tun hatte.
Rhodans Frage nach der Funktionstüchtigkeit des derzeit eingeschalteten
Pralitzschen Wandeltasters war daher berechtigt gewesen. Diese Geräte waren die wichtigsten Teilaggregate des Dimesextatriebwerks, mit dessen Hilfe man die gigantischen Entfernungen zwischen den Galaxien überwinden konnte.
Bedeutsam an dieser technischen Neuentwicklung war die Tatsache, daß die MARCO POLO das erste von Menschen erbaute Raumschiff war, das über derartige Maschinenanlagen verfügte.
Atlan entschloß sich zu einer verspäteten Antwort.
»Also schön, dann ist Cavaldi eben ein Könner. Einverstanden! Wenn er das Schiff diesmal programmgemäß bis zur Milchstraße bringt, will ich ihm sogar noch mehr ehrenvolle Bezeichnungen zubilligen. Übrigens, gilt der letzte Befehl immer noch?«
Atlan klopfte mit dem Zeigefinger bedeutungsvoll an den zurückgeklappten
Panzerhelm seines Schutzanzuges.
»Er gilt noch!« bestätigte Rhodan knapp. »Funksprechverbindung bleibt zusätzlich zum Interkomkontakt bestehen.«
Atlan seufzte in sein vorgeschwenktes Helmmikrophon. Mentro Kosum lachte. Dieser Mann war in der Lage, trotz seiner angestrengten Tätigkeit auch noch die Gespräche auf der Interkom- und Funkfrequenz zu verarbeiten.
»Bitte keinen Knüttelvers, Mr. Kosum«, warnte Rhodan. »Sie haben uns damit ausreichend strapaziert.«
»Wie Sie meinen, Sir«, ertönte eine Stimme aus den Helmlautsprechern.
»Das meine ich nicht nur, sondern das ist eine begründete Vorsichtsmaßnahme!
In der Dakkarzone fühle ich mich so wohl wie in einem dunklen Keller. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie meine Auffassung teilen würden.«
»Genau, genau, so sprach der Richter, erging es meinem Lieblingsdichter.
In Klammern Schüller.«
Rhodan holte tief Luft. Das unterdrückte Gelächter aus etwa achttausend Kehlen klang in seinem Helmlautsprecher wie ein Donnergrollen.
»Ich bitte um Ruhe«, rief der Großadministrator. »Und Sie, Mr. Kosum, Sie sollten sich endlich abgewöhnen, sich für einen Historiker und Altsprachenforscher zu halten. Der Dichter hieß nicht Schüller, sondern Schiller. Außerdem kann ich mich nicht erinnern, aus seinem Munde jemals etwas derart Absurdes gehört zu haben.«
»Ah, den haben Sie noch persönlich gekannt, Sir?«
Rhodan grinste. Kosum war in seiner Art unschlagbar.
»Kosum, Sie sind ein verkanntes Genie«, sagte Atlan. »Melden Sie sich nach der Heimkehr bei der USO. Ich kann Ihnen auf alle Fälle eine wesentlich bessere Bordverpflegung bieten.«
»Schmutzige Abwerbung eines auf Kosten des Solaren Imperiums geschulten Mannes«, klang es aus den Helmgeräten. »Ja, runzle nur nicht die Stirn, alter Arkonide. Hier spricht Sonderoffizier Guck, auch Gucky genannt. Von wegen unsere besten Leute mit deiner lächerlichen USO Bordverpflegung ködern. Mein Freund Kosum wird dir etwas husten.«
Tatsächlich hörte man ein Husten. Danach Kosums Stimme, die infolge seiner SERT-Haube verzerrt wurde.
»Verzeihung, Herr Mausbiber, aber ich habe mich soeben entschlossen, das Angebot eines ehrenwerten Mannes mit allen Konsequenzen zu überdenken. Wenn man an diese dehydrierten Nahrungsmittel in terranischen Kampfschiffen denkt, könnte ein kluger Mann sehr wohl zu der Auffassung kommen, daß ...«
»Halt ja den Mund«, vernahm man Guckys schrille Stimme. »Kein Wort mehr, oder ich bin die längste Zeit dein Freund gewesen.«
Atlan rüttelte am Halsverschluß seines Anzugs. »Verflixtes Ding!
Wann werden die Terraner endlich Kombinationen bauen, die ihre Träger nicht erwürgen. Was das Angebot betrifft: Es gilt, Mr. Kosum.«
Rhodan achtete nicht mehr auf den Meinungsaustausch. Er wußte nur zu gut, daß die achttausend Männer der MARCO POLO während des riskanten Fluges nichts besser gebrauchen konnten als Ablenkung und nochmals Ablenkung.
Atlan, Kosum und Gucky verhielten sich sehr geschickt. Natürlich waren sie ebenfalls über sie psychologischen Gefahrenmomente orientiert, die eine solche Reise mit sich brachte.
Rhodan duldete das Wortgeplänkel. Auch Korom-Khan unterbrach es nicht, obwohl es seine Aufgabe als Kommandant gewesen wäre, an Bord des von ihm geführten Raumschiffes die unerläßliche Disziplin aufrecht zu erhalten.
Rhodans und Atlans Blicke kreuzten sich. Beide Männer schmunzelten.
Sie hatten sich wortlos verstanden.
Captain Verso Honadri, Erster Streifenoffizier vom Dienst an Bord der MARCO POLO, kümmerte sich weder um die Gefahrenmomente der Dakkarreise noch um das Geplänkel. Er hörte es ebenso wie die anderen Männer der Besatzung, nur dachte er nicht daran, seine Aufgabe auch nur eine Sekunde lang zu vernachlässigen.

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