Der Zeitagent. Perry Rhodan 29. (Perry Rhodan Silberband, Band 29) - Hardcover

Buch 29 von 176: Perry Rhodan-Silberband
 
9783811820449: Der Zeitagent. Perry Rhodan 29. (Perry Rhodan Silberband, Band 29)

Inhaltsangabe

[Red.: Horst Hoffmann] / Perry Rhodan ; 29 1988 429 S. ; 20 cm gebundene Ausgabe Rastatt : Moewig,

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Oberstleutnant Stef Huberts, Erster Offizier der weitausend-fünfhundert Meter durchmessenden GENERAL DERINGHOUSE, war ein großer, schlanker Mann,der meist kühl und überlegt handelte. Er hielt sich in seiner Kabine auf und
beschäftigte sich in Gedanken mit den Ereignissen der letzten Tage.
Reginald Bull hatte mit einer großen Flotte Vario angegriffen,
nachdem Major Henderson, der mit seiner KC-41 das Verschwinden der CRESTIII beobachtet und danach die terranischen Einheiten auf KA-preiswert informiert hatte, und Bull durch ein Kurierschiff auf Gleam alarmiert worden waren. Doch mitten im Angriff waren überraschend die Woolver-Zwillinge aufgetaucht und hatten Bull veranlaßt, seine Flotte aus dem Big-Blue-System zurückzuziehen.
Seither war eine Woche vergangen. Man schrieb Ende Mai 2404.
Die DERINGHOUSE befand sich zehntausend Lichtjahre vom Zentrum Andromedas entfernt, an der Grenze der verbotenen Zone, und umkreiste eine namenlose Sonne.
Die Informationen, die Rakal und Tronar Woolver zu liefern hatten,waren allgemein mit großer Bestürzung aufgenommen worden.
Die Wellensprinter hatten unermüdlich sämtliche Fragen beantwortet und jede Einzelheit ausführlich dargelegt. Man war nun über die Ereignisse, die sich vor über 50000 Jahren abgespielt hatten, genauestens informiert.
Huberts schüttelte sich unwillkürlich, als seine Gedanken an diesem Punkt angelangt waren.
Die Lemurer, die Stammväter der Akonen, Arkoniden, Aras,
Springer und Antis, befanden sich in einem schrecklichen Existenzkampf gegen die Haluter. Als einziger Ausweg stand ihnen die Flucht nach Andromeda offen.
Auf der anderen Seite standen die geheimnisvollen Meister der
Insel, die in den Lemurern offensichtlich nichts anderes sahen als Schablonenmaterial für ihre Duplos. Regnal-Orton war einer von ihnen gewesen. Sein Aussehen entsprach jenem der Lemurer oder Tefroder - und er hatte einen Zellaktivator besessen! Regnal-Orton war gestorben, und sein Aktivator hatte sich kurz darauf selbst zerstört.
Das Rätsel um die Mdl war durch diese Begebenheit nicht
kleiner geworden. Im Gegenteil. Man wußte nicht, welchen Schluß man daraus ziehen sollte. Die Organisation der Mdl, ihre zahlenmäßige Stärke war, wie so vieles andere auch, nach wie vor unbekannt.
Auch die Frage, ob alle Mdl Zellaktivatorträger waren, ließ sich nicht eindeutig beantworten, obwohl Vermutungen in diese Richtung angestellt wurden. Ein weiteres Rätsel war auch die Herkunft ihrer Aktivatoren. Regnal-Ortons Gerät hatte sich geringfügig von den bekannten Aktivatoren, die von ES stammten, unterschieden. Ob dies jedoch als Indiz dafür zu werten war, daß ES im Fall der Mdl-Aktivatoren nicht seine "Hände" im Spiel hatte, war Gegenstand unzähliger Spekulationen gewesen, die aber alle im Sande verlaufen waren. Das einzige greifbare Ergebnis war, daß die Mdl offensichtlich von Lemurern oder Tefrodern abstammten.
Huberts seufzte. Irgendwann, so sagte er sich, werden auch diese Rätsel eine Lösung erfahren. Vorerst galt es jedoch, der CREST Hilfe zukommen zu lassen und Rhodan über die Situation in der Realzeit zu unterrichten.
Huberts war über die Planung nicht in allen Einzelheiten informiert.
Er wußte aber, daß die fünfhundert Meter durchmessende HELPA,
unter dem Kommando von Oberst Fracer Matenbac, die vor wenigen Minuten am Standort der DERINGHOUSE eingetroffen war, mit dieser Planung unmittelbar im Zusammenhang stand.
Der schrille Summton des Interkoms riß Huberts aus den Gedanken.
Er zuckte zusammen, faßte sich aber schnell und aktivierte die Verbindung. Auf dem Bildschirm erschien Oberst Masser und teilte ihm mit, daß er in die Offiziersmesse kommen sollte, um bei der entscheidenden Einsatzbesprechung anwesend zu sein.
"Bin schon unterwegs, Sir."
Er wollte schon ausschalten, da sagte Masser noch:
"Kommen Sie nicht wieder mit geöffnetem Hemdkragen, Huberts."
"Wird geschlossen sein, Sir."
Er schaltete endgültig ab und überprüfte den Sitz der Uniform. Es stimmte alles. Selbst die schwarzen Stiefel waren blank geputzt und das Energiemagazin des Handstrahlers im Gürtel frisch nachgefüllt.

Er verließ seine Kabine und machte sich auf den Weg zur Offiziersmesse.
Reginald Bull würde dort noch einmal die letzten Einzelheiten
des Plans erläutern und die Meinung aller Beteiligten dazu hören wollen.
Gerade wollte Stef Huberts vom Haupteingang abbiegen und die
Tür zur Messe öffnen, da hörte er eine feine, helle Stimme sagen: Sir, würden Sie die unendliche Güte besitzen, Ihre Gehwerkzeuge dort zu belassen, wo sie sich jetzt augenblicklich befinden?"
Huberts blieb stehen und rührte sich nicht mehr. Die Stimme war aus dem Nichts gekommen, und es war auch niemand zu sehen. Seine Hand, die sich bereits dem Türknopf genähert hatte, sank wieder herab.
"Wie, bitte?" fragte er verblüfft. "Gehwerkzeuge?"
"Ich meinte Ihre Füße, Sir. Öffnen Sie die Tür, aber bleiben Sie Stehen und lassen Sie mich vorgehen."
Die Stimme kam von unten.
Stef Huberts sah also nach unten.
Was er erblickte, verschlug ihm für einige Sekunden die Sprache,aber dann schaltete er blitzschnell. Er nahm Haltung an und salutierte.
"Bitte um Verzeihung, General Danger! Fast hätte ich Sie übersehen."
"Das wäre ja auch kein Wunder", erwiderte Generalmajor Lemy
Danger großmütig und gab den Gruß zurück. "Ich danke Ihnen für Ihre Umsicht, Sir..."
"Oberstleutnant Stef Huberts, Herr General. Erster Offizier der DERINGHOUSE. Ich freue mich, Sie kennenzulernen."
Das meinte Huberts wirklich ehrlich. Er hatte schon viel von dem fast sagenhaften Spezialagenten der USO gehört und die Erzählungen über seine unglaublichen Heldentaten stets mit Skepsis aufgenommen.
Aber das alles war es weniger, was ihn so in Erstaunen
versetzte. Es war vielmehr die Größe des Siganesen.
Lemy Danger war ein Mensch, aber er war nur zweiundzwanzig
Zentimeter und zwei Millimeter groß. Unter normalen Schwereverhältnissen wog er ganze achthundertfünfzig Gramm, aber er konnte Gewichte bis zu fünf Kilogramm mit Leichtigkeit in die Höhe stemmen. Das hatte ihm auf seiner Welt einen Meistertitel eingebracht,auf den er sehr stolz war. Lemy war einhundertsiebzig Jahre alt, aber seine Lebenserwartung betrug fast neunhundert. Er war also noch ein Jüngling. "Die Freude ist ganz auf meiner Seite", versicherte er höflich,obwohl er rangmäßig weit über dem Ersten Offizier stand. "Würden Sie nun bitte die Tür öffnen? Wir kommen sonst zu spät. Der Chef kann sehr ungemütlich werden."
Huberts beugte sich vor und öffnete die Tür.
Lemy Danger spazierte über die Schwelle und betrat die Messe.
An dem hufeisenförmigen Tisch saßen die führenden Männer des
geplanten Unternehmens. Neben Bull hatte Oberst Fracer Matenbac Platz genommen, ein kleiner, blonder Mann mit Anlagen zur Korpulenz.
Als er Lemy erblickte, sprang er auf und rief:
"Da ist er ja endlich! Wir hatten schon angenommen, Lemy, jemand hätte Sie versehentlich irgendwo eingesperrt."
Lemy Danger blieb unbeeindruckt. Er ging bis zur Mitte des Raumes, blieb stehen und salutierte lässig.
"Meine Herren Terraner", sagte er und verbeugte sich leicht in Richtung der versammelten Offiziere und Mutanten. "Es freut mich,Ihnen behilflich sein zu dürfen. Nicht verzagen, Lemy fragen."
Matenbac schluckte heftig und sank auf den Stuhl zurück, dessen Polster sich sofort seinen runden Körperformen anpaßten. Neben ihm grinste Bull flüchtig, dann klopfte er auf die Tischplatte.
"Ich schlage vor, Lemy, Sie nehmen hier oben Platz, damit Sie nicht zwischen die Füße geraten."
"Sollten Sie auf meine geringe Körpergröße anspielen", erwiderte Lemy feierlich, "so muß ich Sie davon in Kenntnis setzen, Sir, daß alles relativ ist. In meinen Augen sind Sie es, die von der Norm abweichen. Besonders Sie, Mr. Bull. Selbst in den Augen der Terraner gelten Sie als... nun, sagen wir mal: beleibt. Für mich sind Sie ein Koloß." Er räusperte sich. "Würde jemand die...

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