Der tradierten These, Thomas von Aquin habe die Postulate seiner Ethik im Rückgriff auf metaphysische Voraussetzungen entwickelt, widerspricht Wolfgang Kluxen. Der Anspruch der thomistischen Ethik liegt nicht in der metaphysischen Begründung moralischer Gebote, sondern darin, aus der Reflexion auf ihre autonome und mittelbare Geltung zu einer Neubestimmung des menschlichen Daseins zu gelangen. Deshalb, so Kluxen, bleibt das 'Paradigma' der thomistischen Moralphilosophie der Maßstab für jeden Neuansatz auf dem Felde der philosophischen Ethik. Das Verdienst des Autors besteht darin, »Thomas im Blick auf die Dimension des Praktischen aus der neuscholastischen Engführung befreit und ihn damit zu einem Partner im philosophischen Gespräch gemacht zu haben«.
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Wolfgang Kluxen (* 31. Oktober 1922 in Bensberg; † 12. Mai 2007 in Bonn) war ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer. Seine Spezialgebiete waren die Philosophie des Mittelalters, insbesondere des Thomas von Aquin, und die Ethik. Wolfgang Kluxen wuchs als Sohn des Mittelschullehrers Heinrich Kluxen und dessen Ehefrau Anna Witter auf. Er studierte Philosophie und katholische Theologie an den Universitäten Bonn und Köln, wo er 1951 mit einer Arbeit über die lateinischen Übersetzungen der Werke des mittelalterlichen jüdischen Philosophen Moses Maimonides bei Josef Koch, dem Gründer des Kölner Thomas-Instituts, promovierte. Von 1953 bis 1958 arbeitete er als Assistent am Thomas-Institut, wo er unter anderem den Aufbau der dortigen Forschungsbibliothek betreute. Anschließend wechselte er im Rahmen eines Forschungsstipendiums an das belgische Institut superieur de la philosophie der Katholischen Universität Löwen. 1960 übernahm Kluxen eine Gastprofessur an der katholischen Villanova University in Philadelphia, USA. 1962 wurde Kluxen Professor für Philosophie in der Neusser Abteilung der Pädagogischen Hochschule Rheinland und nahm 1964 den Ruf auf eine ordentliche Professur an der Ruhr-Universität Bochum an. 1969 wechselte er als Professor für Philosophie an die Universität Bonn, wo er von 1976 bis 1977 auch Dekan der Philosophischen Fakultät war. Als Gastprofessor lehrte er daneben zeitweise in Argentinien an der Universität Córdoba, in Japan an der Universität Tokio und im belgischen Löwen. 1988 wurde er emeritiert. Kluxen lebte zuletzt in Bonn und wurde auf dem Bonner Alten Friedhof beigesetzt
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