''Ich'' - Karl Mays Leben und Werk - Hardcover

Buch 34 von 93: Karl Mays Gesammelte Werke

Karl May

 
9783780200341: ''Ich'' - Karl Mays Leben und Werk

Inhaltsangabe

''...Ich bin im niedrigsten, tiefsten Ardistan geboren...'' So beginnt Karl Mays erschütternde Selbstbiografie. Sie berichtet von einer Kindheit in bitterster Armut, von früher Verfehlung und harter Strafe, vom glänzenden Aufstieg zur Höhe des Erfolges und schließlich vom schicksalhaften Leid im Greisenalter.
Der Band enthält folgende Beiträge: 1.) Karl May, Meine Beichte, 2.) Karl May, Mein Leben und Streben, 3.) Karl May, Empor ins Reich der Edelmenschen!, 4.) A. Gelber/W. Nhil/P. Wilhelm/R. Müller, Karl May in Wien, 5.) Euchar Albrecht Schmid, Karl Mays Tod und Nachlass, 6.) Euchar Albrecht Schmid, Gestalt und Idee, 7.) Ludwig Gurlitt, Gerechtigkeit für Karl May, 8.) Claus Roxin, Karl May, das Strafrecht und die Literatur. Mit vielen s/w Abbildungen!
Mit Vorworten zur ersten und zwanzigsten Auflage von Dr. Euchar Albrecht Schmid, zur 21. bis 37. Auflage von Roland Schmid, 38. bis 41. Auflage von Prof. Dr. Heinz Stolte und ab der 42. Auflage von Bernhard Schmid
Ganzleinen, farbiges Deckelbild, Gold-, Schwarz- und Blindprägung, Landkarten auf Vorsatz

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Karl May (geboren am 25.02.1842 in Ernstthal, gestorben am 30.03.1912 in Radebeul) ist durch die Arbeit des Karl-May-Verlags Bamberg-Radebeul (gegründet 1913) mit über 100 Millionen Exemplaren der meistgelesene Schriftsteller deutscher Sprache. Seine Werke wurden in bislang 47 Sprachen übersetzt. Seit vielen Jahrzehnten haben sie auch im In- und Ausland Bühnen und Freilichtbühnen, Leinwand und Bildschirm erobert. Die erfolgreichsten Bücher der Gesammelten Werke sind die drei Winnetou-Bände (7-9), dicht gefolgt von Der Schatz im Silbersee (36), Unter Geiern (35) und der berühmten Orientreihe (1-6).

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Ich bin der Sohn blutarmer Webersleute. Man hielt mich für begabt. Man wünschte, ich solle studieren. Aber für Gymnasium und Universität gab es keine Spur von Mitteln. Da hungerten und kümmerten meine Eltern und Geschwister jahrelang, um mir durch den Seminarbesuch zu ermöglichen, Lehrer zu werden. Ich ward es, war aber dann so arm, daß ich nicht einmal die allerbilligste Taschenuhr besaß, die Zeit des Unterrichts zu regeln. Ich lehrte an einer Fabrikschule und wohnte mit dem Buchhalter in einem Zimmer und einer Schlafstube zusammen. Er hatte beides voriger allein gehabt und zürnte mir darüber, daß er nun nicht mehr der alleinige Herr seiner Räume und Besuche war. Er war sehr wohlhabend. Er besaß zwei Uhren. Eine neue, gute, und eine alte, sehr billige, die er nicht mehr brauchte. Sie hing unbenutzt an der Wand. Ich bat ihn, mir für die Zeit des Schulunterrichts doch diese alte zu borgen, bis ich mir eine kaufen könne. Er tat es. Ich steckte sie täglich ein, wenn ich zur Schule ging. Ich steckte sie auch einmal ein, als ich zu Weihnachten meine Eltern und Geschwister besuchte, die sich unendlich freuten, nun ausgehungert und ausgekümmert zu haben und in mir die Hoffnung auf eine bessere Zukunft erblicken zu dürfen. Es waren meine ersten Ferien als Lehrer, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich wahre Weihnachtsferien. Es war mir, als ob ich mich diesen armen, hoffnungsfreudigen Anverwandten als Christgeschenk zu bescheren hätte. Sie sollten ihre Ehre und Freude an mir erleben und nur Gutes von mir erfahren. Kaum war ich bei ihnen angekommen, so wurde ich von einem mir nachgeschickten Gendarm verhaftet und, weil ich mich in meinem maßlosen Entsetzen wie ein wirklicher Dieb benahm, wegen Diebstahls mit sechs Wochen Gefängnis bestraft.

„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.