Verwandte Artikel zu Von Gott zu Allah?: Christliche Glaubenskrise und Islam-Expa...

Von Gott zu Allah?: Christliche Glaubenskrise und Islam-Expansion - Hardcover

Raddatz, Hans P

 
9783776622126: Von Gott zu Allah?: Christliche Glaubenskrise und Islam-Expansion

Inhaltsangabe

528 S. Originalpappband mit riginal Schutzumschlag . Gr.-8°.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Hans-Peter Raddatz (Jahrg. 1941), promovierter Orientalist und Volkswirt sowie selbstständiger Systemanalytiker, vertrat über viele Jahre die Nahostinteressen internationaler Banken und Unternehmen. Orientalistische Forschung, naturwissenschaftliche Systemanalyse und praktische Nahosterfahrung verbinden sich in vorliegender Arbeit zu einer spezifischen Form der 'rationalen Gesellschaftsanalyse'. Einschlägige Fachkompetenz schlägt sich in zahlreichen Publikationen und Vorträgen zum Themenkreis sowie in der Funktion als Co-Autor der renommierten 'Encyclopedia of Islam', des Standardwerks der internationalen Orienatistik, nieder.

Aus dem Klappentext

"Dank eurer Gesetze werden wir euch beherrschen" (der Imam von Izmir 1999) Seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts erlebt Europa die Ausbreitung des Islam und - mit fast 50% der Einwanderer - seine Entwicklung zu einem gesellschaftlichen Faktor erster Ordnung: In ihrer deutschen Variante haben interreligiöse und multikulturelle Dialoge in Kirche, Politik, Wissenschaft und Medien sowie eine Vielzahl unkritischer Publikationen zwischenzeitlich eine neue Institution, eine Art "Dialogindustrie" geformt. Hier wurde allerdings mehrheitlich das recht monotone Profil eines Islam erzeugt, das regelmäßig positiv ausfiel, weil es sich überwiegend auf islamische Selbstdarstellung stützte. Seine spezifische Problemstellung zwischen Religion und Ideologie, Spiritualität und Aggression, Idealgestalt und Ghettorealität mußte dabei zwangsläufig entsprechend unklar bleiben: Aus einem analytischen Systemvergleich, der religiös-politischen Machtverteilung im Islam und christlichen Abendland entwickelt der Autor die zentralen Denk- und Verhaltensstrukturen, die beide Kulturen zu historischen Antagonisten prägten. Nach der Kantschen Aufklärung scheinen sich im Kontext des säkularen Liberalismus und wirtschaftlichen Globalismus die modernen Institutionen des Westen nun jedoch - mit besonderer Intensität in Deutschland - zu einer erneut entmündigten Gesellschaft formieren zu können. Unter dem Druck ihrer Eliten akkzeptiert diese Gesellschaft die unkontrollierte Zuwanderung und Expansion des Islam, aber auch Eurolasten und Sozialabbau ohne eine faktenorientierte Debatte der langfristigen Folgen: Als wesentliche Randbedingungen treten irreversible Tendenzen zu einem Werteverfall in Christentum und Demokratie sowie daraus resultierende Legitimationskrisen in Kirchen und Parteien hervor. Die hier aktiven Eliten betreiben im Dialog mit dem Islam Vollmachtsmißbrauch, indem sie durch einen als "Toleranz" kaschierten Verzicht auf vitale Grundlagen des Glaubens und der Politik - z,B. die Anwendung der Menschenrechte auf die islamische Frau - legitime Mehrheitsinteressen schädigen: Sie treten als! Sachwalter des Islam im globalen Wirtschaftsprozeß auf, der seine Eliten mit Machtgewinn durch eine Entmündigung der eigenen Gesellschaften belohnt. Im Rahmen einer noch intakten, kommerziellen Rationalität wird somit ein erneuter, historischern Aufstieg des Islam durch eine zunehmende soziale Inkompetenz und kulturelle Irrationalität ermöglich, die - wie der Autor auf neuen Wegen der Kognitionasanalyse herleitet - der westlichen Fortschrittsdynamik untrennbar innewohnen.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Einleitung
Im Kontext der Wirtschaftsglobalisierung stehen Deutschland und Europa seit den 60er Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts unter dem Einfluß wachsender Migrationbewegungen, die die westlichen Gesellschaften mit einer Vielzahl von Kulturen und der Notwendigkeit konfrontiert, sich sachkundig und zukunftsbezogen mit diesen Kulturen und ihren Rückwirkungen auf bzw. Ansprüchen auf die eigene "Leitkultur" auseinanderzusetzen. In diesem Prozeß der öffentlichen Bewußtseinsbildung spielen die Einwanderung aus den islamischen Ländern und die Beschäftigung mit dem Islam als einem komplexen Faktor eine erkennbar wichtige Rolle, deren politische Bedeutung und gesellschaftliche Langzeitauswirkung kaum überschätzt werden können.
Insbesondere in Deutschland in Gestalt der Türken, aber auch in Frankreich und England mit den nordafrikanischen bzw. indo-pakistanischen Muslimen, bilden die Anhänger des Islam sowohl durch ihre zahlenmäßige Präsenz als auch ihr religiös und historisch fundiertes Dominanzbewußtsein die mit Abstand wichtigste Migrationsgruppe. Mit einem Anteil von 40 bis 50% der jeweiligen Ausländerzahlen und einem enorm demographischen Wachstum erlangt diese Gruppe rasch wachsende sozio-politische Bedeutung. Dabei zeichnet sich ein defizitärer Informationsstand der aufnehmenden Bevölkerung ab, der mit diesem Bedeutungsanstieg der islamischen Gemeinschaft nicht angemessen Schritt halten konnte.

„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.