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Diebe des Lichts

Ramus, David

 
9783764578480: Diebe des Lichts

Inhaltsangabe

Adrian Sellars besitzt eine florierende Kunstgalerie in New York. Seinen geschäftlichen Erfolg verdankt er vor allem dem Maler Paul McHenry, einem genialen Fälscher französischer Impressionisten. Sellars Hauptabnehmer ist der dubiose japanische Geschäftsmann Tanaka. Eines Tages wird der Maler ermordet in seinem Atelier aufgefunden, und Sellars kann die verprochene Ware nicht mehr liefern. Tanaka besteht auf Ersatz, und zwar mit Nachdruck! David Ramus bringt als ehemaliger Kunsthändler eigene Erfahrungen in seinen spannenden Thriller mit ein.

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Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Zehntausend Dollar in gebrauchten Hundertern ergeben einen etwa drei bis fünf Zentimeter hohen Stapel. Die von unzähligen Fingern, die sie irgendwann liebkost hatten, abgewetzten Geldscheine waren weich und lagen schlaff in meinen Händen, als ich sie abzählte. Sie trugen nicht sehr auf, als ich sie in die Innentasche meines Jacketts steckte.- Trotzdem rief ihr Gewicht an meiner Brust einen kleinen Schauder, ein Kribbeln, das an meinem Rückgrat hochlief, hervor.

Der leere Blechkasten rastete mit einem dumpfen Schlag ein, als ich ihn in das Schließfach zurückschob. Ich rüttelte noch mal am Griff, um sicherzugehen, daß er wirklich eingerastet war, und klingelte dann nach dem Wächter, damit er die vor ihm angebrachte kleine Stahltür absperrte.

»Sie sind fertig, Mr. Sellars?«

»Ja«, antwortete ich. Das war's vorerst. Mein letztes Bargeld, bis ich den Handel mit Tanaka abgeschlossen hatte.,

»Sehr wohl, Sir. Wir sehen Sie wie üblich in ein paar Wochen wieder?« fragte er.

Ich nickte. Vielleicht. Verdammt, hoffentlich war McHenry bald fertig!

Die große Schalterhalle der Bank erinnerte mehr an einen Bahnhof als an ein Geldinstitut: Deckengewölbe, Marmor und Vergoldungen, schwere Mahagonimöbel. Als ich mich umsah, erwartete ich fast, Zugankünfte und -abfahrten angekündigt zu hören, aber hier gab es keine Züge, keine Lautsprecher, nur das halblaute Gemurmel diskret abgewickelter Geschäfte und das Klickklack der Absätze reicher Kundinnen, die über eine Riesenfläche aus glänzendpoliertem, schwarzem, italienischem Marmor schritten.

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