Bewegende Geschichte einer jungen Frau in einer tragisch scheiternden Ehe
Wessen Schuld ist es, wenn aus Liebe Lieblosigkeit wird, aus Leidenschaft Wahn, aus Begehren Überdruss? – Sofja Tolstajas Roman zeichnet das differenzierte Porträt eines mehr und mehr sich entfremdenden Paares. Mit diesem überraschenden Fund, hier in deutscher Erstübersetzung, tritt die Autorin aus dem Schatten ihres weltberühmten Ehemannes.
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Sofja Andrejewna Tolstaja (1844–1919) wuchs in Moskau als Tochter eines Arztes auf. Sie legte den höchsten Bildungsabschluss ab, der ihr möglich war, als den Frauen in Russland das Universitätsstudium noch nicht gestattet war - das Hauslehrerinnenexamen. Im Alter von achtzehn Jahren heiratete sie den wesentlich älteren, bereits bekannten Schriftsteller Lew Tolstoi. Vor ihrer Hochzeit hatte sie selbst geschrieben, nun aber gab sie alle eigenen literarischen Ambitionen auf und widmete sich ganz der Kunst ihres Mannes. Unermüdlich übertrug sie die oftmals fast unentzifferbaren, mit unzähligen Korrekturen übersäten Manuskripte Tolstois in Reinschrift.
Den größten Teil ihres Ehelebens verbrachten die Tolstois auf ihrem Landgut Jasnaja Poljana. Sie hatten dreizehn Kinder; fünf von ihnen starben jedoch, bevor sie das Schulalter erreichten. Sofja Tolstaja führte ihr Leben lang Tagebuch, aber erst spät begann sie wieder, literarische Texte zu verfassen. Ihren ersten Roman «Eine Frage der Schuld» schrieb sie 1893 als Antwort auf Tolstois «Kreutzersonate»; er wurde fünfundsiebzig Jahre nach ihrem Tod erstmals in Russland veröffentlicht. Ihr zweiter Roman «Lied ohne Worte», in dem sie den Tod ihres jüngsten Sohnes verarbeitet, entstand 1897-1900 und ist in Russland bis heute nicht veröffentlicht worden."Ein höchst unterhaltsamer, sinnlicher und nachdenklicher Roman."
Meike Feßmann, Tages-Anzeiger
"Es ist eine bittere Geschich¬te, die Sofja Tolstaja erzählt, doch sie erzählt sie so packend geradlinig und mit solch psychologischem Gespür, dass man ihr gebannt folgt."
Felicitas von Lovenberg, FAZ
"Eine Perle ist der erstmals auf Deutsch übersetzte Roman "Eine Frage der Schuld" von Sofja Andrejewna. Tolstois Gattin erweist sich hier als glänzende Autorin, die mit scharfem Blick und stilsicherer Feder eine Ehekrise analysiert. Sofja Andrejewna entwarf ihren Roman als Gegenerzählung zu Tolstois misogyner "Kreutzersonate". Gerade im Vergleich mit der "Kreutzersonate" kann man nach der Lektüre von Sofja Tolstajas funkelndem Werk den Abgrund ermessen, der die beiden schreibenden Eheleute voneinander trennte."
Ulrich M. Schmid, NZZ
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