Lerche: Roman. Nachw. v. Peter Esterhazy

Dezsö Kosztolányi

 
9783717521457: Lerche: Roman. Nachw. v. Peter Esterhazy

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Inhaltsangabe

Dieser ungarische Fin-de-siècle-Klassiker führt uns in den Randbezirk der glanzvollen Donaumonarchie. Die fiktive Provinzstadt Sárszeg, fernab aller mondänen k.u.k-Herrlichkeit, dient als Kulisse eines psychologischen Kammerspiels, das der Autor mit verhaltenen Tönen und sparsamen Gesten höchst effektvoll zu inszenieren weiß.


Zum ersten Mal seit langen Jahren sind die Eheleute Vajkay unter sich. «Lerche», wie sie ihre längst erwachsene Tochter noch immer zärtlich nennen, ist der Einladung von Verwandten zur Sommerfrische auf dem Lande gefolgt – ein wahrhaft unerhörtes Ereignis im sonst so gleichförmigen Einerlei des häuslichen Alltags zu dritt. Öd und leer scheint den betagten Eltern das Haus ohne die geliebte Tochter.


Nur widerwillig, da die gewohnte Hilfe im Haushalt fehlt, entschließt man sich zu einem Restaurantbesuch – und findet zum eigenen Erstaunen Geschmack sowohl am Essen wie an der Gesellschaft. Das Experiment wird wiederholt, und allmählich taucht das Paar wieder ein ins bewegte Leben der Kleinstadt, von dem es sich so lange abgeschottet hatte. Lerche hingegen, das unansehnliche, altjüngferliche Mauerblümchen, verbringt freudlose Ferientage und schreibt, statt sich zu amüsieren, pflichtschuldig lange Briefe an die Eltern.


Mit feiner Ironie und bestechender Exaktheit im Detail schildert Kosztolányi den unerwarteten Aufbruch der Daheimgebliebenen. Einen bestürzenden Moment lang erkennen die Eltern, wie sehr ihnen die eigene Tochter zur Last geworden ist, und doch sehnen sie den Tag herbei, an dem «ihr kleiner Vogel zu ihnen zurückfliegt». Kaum je wurde das Drama familiärer Abhängigkeiten so schonungslos und dabei mit solcher Leichtigkeit dargeboten.


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Über die Autorinnen und Autoren

Dezsö Kosztolányi (1885–1936) wurde in Szabadka, dem heutigen Subotica an der ungarisch-serbischen Grenze, geboren. Nach einem abgebrochenen Studium der Literatur in Budapest und Wien arbeitete er als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und avancierte zu einem der bekanntesten Journalisten des Landes. Daneben übersetzte er literarische Werke aus dem Englischen und Deutschen. 1920 erschien sein erster Gedichtband. Während Kosztolányis Lyrik dem l'art pour l'art des französischen Symbolismus verpflichtet ist, zeugen seine Romane von einem profunden Realismus psychologischer Färbung.

Péter Esterházy wurde 1950 in Budapest geboren, wo er auch heute lebt. Im Herbst 2001 erschien sein großer Familienroman «Harmonia Caelestis», für den er in seiner Heimat den Ungarischen Literaturpreis und den Sándor-Márai-Preis, in Italien den Premio Circeo und in Deutschland den Herder-Preis erhielt. 2004 wurde Esterházy mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Christina Viragh, geboren 1953 in Budapest, emigrierte 1960 in die Schweiz und lebt heute in Rom. Sie ist Schriftstellerin (zuletzt "Im April", 2006) und übersetzt aus dem Ungarischen und Französischen, u.a. Antal Szerb, Sandor Marai, Imre Kertesz, Alain-Fournier, Marcel Proust.

Aus dem Klappentext

»Kosztolányis Prosa ähnelt der Tschechows: Spinnweben über einem Abgrund.«
Péter Esterházy

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9783717521440: Lerche

Vorgestellte Ausgabe

ISBN 10:  3717521446 ISBN 13:  9783717521440
Verlag: Manesse, 2007
Hardcover