Vers und Prosa: DFG-Symposium 2024 (Germanistische Symposien) - Hardcover

 
9783662718414: Vers und Prosa: DFG-Symposium 2024 (Germanistische Symposien)

Inhaltsangabe

Vers und Prosa als gebundene und ungebundene Rede sind Grundprinzipien sprachlicher Gestaltung, die in ihrer Komplementarität bislang noch erstaunlich selten behandelt worden sind. Weit intensiver wurde das Gegensatzpaar Poesie und Prosa bedacht, das spätestens seit dem 18. Jahrhundert als Beschreibungsmatrix dominiert. Die weitgehend getrennten Forschungsimpulse einerseits zur Prosa, andererseits zum Vers führt das literaturwissenschaftliche Symposion zusammen, um sie zur Theorie und Geschichte einer produktiven Beziehung zu verbinden. Erst in der Zusammenschau, zumal in der Kreuzung unterschiedlicher Literaturen und Systeme, kann das ästhetische Potential von Vers und Prosa kritisch befragt werden. Ziel ist es, mit der Gegenüberstellung von Vers und Prosa hinter die geschichtsphilosophischen Spekulationen, die sich an Poesie und Prosa ausgebildet haben, zurückzugehen und formale Aspekte stärker in den Vordergrund treten zu lassen. Im Mittelpunkt steht dabei die Untersuchung von Mischungs- und Kontrastverhältnissen, durch die eine vermeintlich stabile Grenze zwischen Vers und Prosa immer wieder neu zur Verhandlung steht.

Die Differenzen, Interferenzen und Interaktionen zwischen Vers und Prosa sollen in vier Sektionen untersucht werden. Sektion 1 befasst sich mit Übersetzungen und Adaptionen, um die historische (In-)Stabilität der Unterscheidung zwischen Vers und Prosa zu beobachten. In Sektion 2 sollen rhythmische Gestaltungen und Theorien des Rhythmus als produktive Zone der Indifferenz zwischen Prosa und Vers diskutiert werden. Probleme der Textproduktion und der Materialität werden in Sektion 3 adressiert. Sektion 4 fragt nach den kulturellen, politischen und epistemischen Dimensionen der Vers- und Prosa-Unterscheidung.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Judith Kasper ist Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt.

Cornelia Zumbusch ist Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg.

Von der hinteren Coverseite

Vers und Prosa sind Grundprinzipien literarischer Gestaltung. Der Band stellt die vermeintlich stabile Grenze zwischen gebundener und ungebundener Rede zur Debatte und rekonstruiert ihre materialen, (inter-)medialen, kulturellen und epistemischen Bedingungen. Die Beiträge untersuchen Mischungs- und Kontrastverhältnisse von Vers und Prosa, die sich unter anderem in Epos und Prosimetrik, freirhythmischer Dichtung und Prosagedicht, Spruchdichtung oder Liste ergeben – sie tun dies ausgehend von der Beschäftigung mit unterschiedlichen Literaturen und Sprachsystemen. Welchen historischen Verschiebungen unterliegt die Metrik als überliefertes Formwissen, wenn die Versdichtung unter dem Druck moderner Prosa außer Kurs gerät? Inwieweit verfügen Prosatexte über klangliche und rhythmische Gliederungsmuster, die sich in Anlehnung oder Abgrenzung vom Vers herausbilden?

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