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Woraus wird Morgen gemacht sein?: Ein Dialog - Hardcover

Derrida, Jacques; Roudinesco, Elisabeth

 
9783608940633: Woraus wird Morgen gemacht sein?: Ein Dialog

Inhaltsangabe

Keiner ist ein besserer Führer durch Derridas Werk als er selbst. Im letzten langen Interview, das er vor seinem Tod gab, spricht der scharfsinnige, witzige Denker über Themen, die sein gesamtes Werk durchziehen: sein Verhältnis zu Philosophen wie Heidegger und Foucault, welche Rolle Marx noch für uns spielen kann, warum wir Freud nicht vergessen dürfen. Zugleich wendet er sich aktuellen Problemen wie der Genforschung, der Gewalt gegen Tiere, der Zukunft der Familie oder neuen Formen des Antisemitismus zu. In diesem Dialog mit der bekannten französischen Psychoanalytikerin und Intellektuellen Elisabeth Roudinesco erklärt der Meisterdenker noch einmal viele seiner umstrittenen Gedanken und Theorien. Er umreißt das französische Geistesleben der letzten 40 Jahre und gibt einen Ausblick auf Fragen der Gegenwart. Derrida und Roudinesco öffnen im Gespräch einen Horizont, geben erste Antworten auf anstehende und kommende Fragen und verweisen auf die Dämmerung, in der sich abzeichnet, "woraus ... Morgen gemacht sein" wird.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Jacques Derrida (1930 - 2004) gehört zusammen mit Jean-Paul Sartre und Michel Foucault zu den bedeutendsten Philosophen Frankreichs im 20. Jahrhundert. Elisabeth Roudinesco ist die wichtigste Historikerin der Psychoanalyse in Frankreich. Sie lehrt an der Universität Paris und Vizepräsidentin der Société internationale d'histoire de la psychiatrie et de la psychanalyse. Bekannt wurde sie durch ihre "Geschichte der Psychoanalyse in Frankreich" und ihre Biographie über Jacques Lacan.

Aus dem Klappentext

Keiner ist ein besserer Führer durch Derridas Werk als er selbst. Im letzten langen Interview, das er vor seinem Tod gab, spricht der scharfsinnige, witzige Denker über Themen, die sein gesamtes Werk durchziehen: sein Verhältnis zu Philosophen wie Heidegger und Foucault, welche Rolle Marx noch für uns spielen kann, warum wir Freud nicht vergessen dürfen. Zugleich wendet er sich aktuellen Problemen wie der Genforschung, der Gewalt gegen Tiere, der Zukunft der Familie oder neuen Formen des Antisemitismus zu.

In diesem Dialog mit der bekannten französischen Psychoanalytikerin und Intellektuellen Elisabeth Roudinesco erklärt der Meisterdenker noch einmal viele seiner umstrittenen Gedanken und Theorien. Er umreißt das französische Geistesleben der letzten 40 Jahre und gibt einen Ausblick auf Fragen der Gegenwart. Derrida und Roudinesco öffnen im Gespräch einen Horizont, geben erste Antworten auf anstehende und kommende Fragen und verweisen auf die Dämmerung, in der sich abzeichnet, »woraus ... Morgen gemacht sein« wird.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Vorrede

"Woraus wird Morgen gemacht sein?" fragt Victor Hugo in einem seiner Gedichte aus den Chants du crépuscule. Und in der Einführung hebt er hervor: "Alles ist heute, in den Ideen ebenso wie in den Dingen, in der Gesellschaft wie in den Individuen, im Untergang begriffen. Von welcher Beschaffenheit ist dieser Untergang, was wird auf ihn folgen?" Dies war unser Ausgangspunkt.

Als Frucht einer langen Geschichte, die vor dreißig Jahre begann, entspricht dieser Dialog der klassischen Definition der Gattung in der Philosophie und den Geisteswissenschaften (humanités) im allgemeinen: Es handelt sich um einen Austausch, dessen Logik sich am Faden zweier Diskurse aufbaut, die sich überkreuzen, ohne jemals zu verschmelzen, und die aufeinander antworten, ohne einander tatsächlich zu opponieren. So kommen Differenzen, Konvergenzpunkte, Entdeckungen füreinander, Überraschungen und Fragen zur Sprache; kurzum, es geht um eine Art Zusammenspiel ohne Gefälligkeit.

Die lebendige Rede wurde zunächst auf Tonband aufgezeichnet, dann transkribiert, um einen ersten Übergang vom Mündlichen zum Geschriebenen zu ermöglichen. Jeder von uns hat hierauf das Geschriebene überarbeitet, damit es in einem wirklichen Text seinen Grund findet, einem zweihändigen Text, in dem zwei "Idiome", zwei einzigartige Weisen, sich in ein und derselben Sprache auszudrücken, zusammenwohnen sollten.

***

Als ich Jacques Derrida diesen Dialog vorschlug, fürchtete ich, die Bewunderung, die ich ihm entgegenbringe, könnte ein Hindernis für die Verwirklichung des Werkes sein. Seine rednerischen Gaben, die Stärke seiner Gedankenführung, seine Kühnheit in Anbetracht bestimmter Probleme unserer Zeit sowie die im Verlauf so vieler auf der ganzen Welt gehaltener Vorträge erworbene Weisheit drohten, mir die Stimme zu nehmen. Doch sehr rasch begriff ich, daß "es auf den Versuch ankam", nach der berühmten, der sogenannten "Initiations"literatur entnommenen englischen Formel.

Ich habe neun Themen ausgewählt. Jedes scheint mir der Sitz einer oder mehrerer großen Fragen zu sein, die unsere Epoche durchziehen. Wir antworten darauf mittels einer Reflexion, in der mehrere Herangehensweisen philosophisch, historisch, literarisch, politisch und psychoanalytisch sich vermischen.

Im ersten Kapitel gehen wir auf die Frage des heute so verschrienen intellektuellen Erbes der 1970er Jahre ein. Im zweiten behandeln wir die vielfältigen Verwendungen auf dieser wie auf der anderen Seite des Atlantiks des Grundbegriffs Differenz (sexuelle, "ethnische", kulturelle usw. Differenz). Im dritten befassen wir uns mit dem Problem der Verwandlungen der westlichen Familie.

Anschließend gehen wir im vierten Kapitel zu einer Reflexion über die menschliche Freiheit über, um uns im fünften nach den Rechten der Tiere und den Pflichten, die der Mensch ihnen gegenüber übernimmt, zu fragen. In einem sechsten Teil sprechen wir den Geist der Revolution nach dem Scheitern des Kommunismus an. Die beiden letzten Kapitel sind zum einen der Aktualität der Todesstrafe und ihrer notwendigen Abschaffung, zum anderen den modernen Formen eines gegenwärtigen und künftigen Antisemitismus gewidmet.

Das Buch endet in einer Lob auf die Psychoanalyse, unserem gemeinsamen Bezugspunkt über diesen gesamten Dialog hinaus.

Élisabeth Roudinesco

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