Schattenfall. Der Krieg der Propheten 01. - Hardcover

R. Scott Bakker

 
9783608937831: Schattenfall. Der Krieg der Propheten 01.

Inhaltsangabe

Eärwa, einstmals mächtiges Reich am großen Ozean, droht endgültig aus den Fugen zu geraten: Der Heilige Krieg gegen die Heiden im Süden wird ausgerufen, zahlreiche Krieger und Magier folgen diesem Ruf. Doch bald zeichnet sich ab, daß jede Fraktion ihre eigenen Interessen verfolgt.

Darin verwickelt: drei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, drei Schicksale, die sich zu einem verhängnisvollen Netz verweben. Anasûrimbor Kellhus, Krieger und Mönch des Ordens der Dûnyain, der junge Erbe eines vor zweitausend Jahren zugrundegegangenen Imperiums - auf der Jagd nach seinem verschollenen Vater. Drusas Achamian, ein mächtiger Magier der gefährlichen Geheimgesellschaft Mandati, als Spion unterwegs in fremden Ländern - auf der Suche nach endgültigen Wahrheiten und der Liebe der Frauen. Und Cnaiür, scheinbar unbesiegbarer Häuptling der nomadischen Scylvendi und heimlicher Adept der Dûnyain - auf Rache am Mörder seines Vaters sinnend.

R. Scott Bakker ist der Shooting Star der internationalen Fantasy - von Kritikern und Lesern gleichermaßen mit Lob überhäuft. Seine Trilogie »Der Krieg der Propheten« wird bereits als moderner Klassiker gehandelt.
Die beiden Folgebände werden bei Klett-Cotta in halbjährlichem Rhythmus erscheinen.

Die Originaltitel der Trilogie »Der Krieg der Propheten«
Band 1: The Darkness that Comes Before
Band 2: The Warrior-Prophet
Band 3: The Thousandfold Thought

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

R. Scott Bakker wurde 1967 als Sohn eines Tabakpflanzers in Simcoe, Kanada geboren und verbrachte seine Jugend damit, die Wälder im Norden des Lake Erie zu erkunden oder in heißen Sommern auf dem Feld zu arbeiten. Er hat einen Bachelor of the Arts in englischer Sprache und Literatur und einen Master of the Arts in Theorie & Kritik; gegenwärtig promoviert er in Philosophie an der Vanderbilt University. Scott Bakker lebt in London, Ontario.
R. Scott Bakker ist der Shooting Star der internationalen Fantasy - von Kritikern und Lesern gleichermaßen mit Lob überhäuft. Seine Trilogie "Der Krieg der Propheten" wird bereits als moderner Klassiker gehandelt.

Aus dem Klappentext

Eärwa, einstmals mächtiges Reich am großen Ozean, droht endgültig aus den Fugen zu geraten: Der Heilige Krieg gegen die Heiden im Süden wird ausgerufen, zahlreiche Krieger und Magier folgen diesem Ruf. Doch bald zeichnet sich ab, daß jede Fraktion ihre eigenen Interessen verfolgt.

Darin verwickelt: drei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, drei Schicksale, die sich zu einem verhängnisvollen Netz verweben. Anasûrimbor Kellhus, Krieger und Mönch des Ordens der Dûnyain, der junge Erbe eines vor zweitausend Jahren zugrundegegangenen Imperiums - auf der Jagd nach seinem verschollenen Vater. Drusas Achamian, ein mächtiger Magier der gefährlichen Geheimgesellschaft Mandati, als Spion unterwegs in fremden Ländern - auf der Suche nach endgültigen Wahrheiten und der Liebe der Frauen. Und Cnaiür, scheinbar unbesiegbarer Häuptling der nomadischen Scylvendi und heimlicher Adept der Dûnyain - auf Rache am Mörder seines Vaters sinnend.

»... ein kraftvoller und kluger Fantasyroman, voller Intrigen und mit Protagonisten von bewundernswerter Tiefe.« Steven Erikson

R. Scott Bakker ist der Shooting Star der internationalen Fantasy - von Kritikern und Lesern gleichermaßen mit Lob überhäuft. Seine Trilogie »Der Krieg der Propheten« wird bereits als moderner Klassiker gehandelt.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

1. KAPITEL
CARYTHUSAL
Es gibt nur drei Arten von Menschen: Zyniker, Fanatiker - und Mitglieder des Ordens der Mandati
(Ontillas: Von der menschlichen Torheit)
Der Verfasser hat oft beobachtet, dass Menschen im Vorfeld großer Ereignisse nicht ahnen, was ihr Handeln eigentlich bedeutet. Anders als man vielleicht annehmen mag, liegt dies nicht daran, dass der Mensch blind für die Folgen seines Handelns ist. Es ergibt sich eher daraus, auf wie unsinnige Weise sich aus Belanglosigkeiten Schreckliches entwickeln kann, wenn zwei Menschen sich ins Gehege kommen. Die Anhänger der Scharlachspitzen haben ein altes Sprichwort: »Wenn einer einen Hasen jagt, wird er ihn aufspüren. Aber wenn viele Leute einen Hasen jagen, entdecken sie einen Drachen.« Sobald Menschen gegensätzliche Interessen verfolgen, ist das Ergebnis immer unbekannt und allzu oft erschreckend.
(Drusas Achamian: Handbuch des Ersten Heiligen Kriegs)
CARYTHUSAL IM WINTER 4110
Alle Kundschafter sind von ihren Informanten besessen. Manche grübeln nur vor dem Einschlafen über sie nach, andere tun es in jeder nervösen Gesprächspause. Dann mustern sie sie, wie Achamian nun Geshrunni betrachtete, und fragen sich: Was weiß er wohl? Wie viele Tavernen in der Nähe der großen Elendsviertel von Carythusal war auch das Wirtshaus zum Heiligen Aussätzigen luxuriös und heruntergekommen zugleich. Die Keramikfliesen auf dem Boden waren erlesen wie in einem Adelspalast, die Wände aber bestanden aus gestrichenen Lehmziegeln, und die Decke war so niedrig, dass manch einer sich unter den Messinglampen ducken musste, die - wie Achamian den Wirt einmal hatte prahlen hören - echte Nachbildungen der Tempellaternen von Exorietta waren. Das Lokal war ständig voller zwielichtiger, manchmal gefährlicher Gestalten, doch Wein und Haschisch waren gerade teuer genug, um die, die sich kein regelmäßiges Bad leisten konnten, von denen fernzuhalten, die das Geld dafür hatten.
Ehe er in den Heiligen Aussätzigen gekommen war, hatte Achamian die Ainoni nicht ausstehen können - vor allem die in Carythusal nicht. Wie die meisten Bewohner des Gebiets der Drei Meere hielt er sie für eingebildet und effeminiert. Was die sich an Öl in den Bart schmierten! Diese Freude an Ironie und Kosmetika! Und wie sie sich im Bett austobten! Doch seine Einschätzung hatte sich in den endlosen Stunden des Wartens auf Geshrunni allmählich gewandelt. Ihm war klar geworden, dass die Finesse von Geschmack und Charakter, die sich bei anderen Nationen auf die höchsten Kasten beschränkte, unter den Menschen hier wie ein Fieber um sich griff und sogar Freie aus den niedrigen Kasten, ja selbst Sklaven infizierte. Die Ainoni waren für ihn stets ein Volk von Wüstlingen und drittklassigen Verschwörern gewesen. Dass gerade dies sie zu einem Volk von Gleichgesinnten machte, hätte er früher nicht für möglich gehalten.
Vielleicht hatte er deshalb bei Geshrunnis Worten »Ich kenne dich« nicht sofort erkannt, in welcher Gefahr er schwebte.
Geshrunni, der sogar im Lampenlicht dunkel wirkte, nahm seine vor der weißen Seidenweste verschränkten Arme herunter und beugte sich im Stuhl vor. Er war eine imposante Erscheinung mit falkenartigem Soldatengesicht, einem Bart, der zu vielen kleinen Zöpfen geflochten war und wie eine Versammlung schwarzer Lederriemen aussah, und wuchtigen Armen, die so braungebrannt waren, dass die tätowierten Ainoni-Piktogramme, die sich in einer Linie von der Schulter zum Handgelenk zogen, kaum zu erkennen waren.
Achamian versuchte, freundlich zu lächeln. »Auf dich und meine Frauen«, sagte er, stürzte noch ein Glas Wein herunter, atmete tief ein und leckte sich die Lippen. Er hatte Geshrunni immer für ziemlich beschränkt gehalten, für einen, der mit dem Denken und Formulieren so seine Mühe hatte - wie die meisten Krieger, vor allem die Sklaven unter ihnen.
Aber die Behauptung Geshrunnis hatte nichts Beschränktes. Er musterte Achamian eindringlich, und zum Argwohn in seinen Augen gesellte sich eine leichte Verwunderung. Dann schüttelte er angewidert den Kopf. »Besser gesagt: Ich weiß, wer du bist.« Wie nachdenklich er sich nun zurücklehnte - das war für einen Soldaten so ungewöhnlich, dass Achamian vor Angst eine Gänsehaut bekam. Die laute Taverne schien von ihm abzurücken und nur noch als Hintergrund aus schattenhaften Gestalten und golden leuchtenden Lampen präsent zu sein.
»Dann schreib?s auf«, gab Achamian zurück, als würde Geshrunni ihn allmählich anöden. »Und gib?s mir zu lesen, wenn ich nüchtern bin.« Er sah anderswohin, wie Gelangweilte das oft tun, und merkte, dass der Eingang zur Taverne leer war.
»Du hast gar keine Frauen.«
»Was du nicht sagst! Und wie kommst du darauf?« Mit einem raschen Blick prüfte Achamian, was sich im Rücken seines Gegenübers tat: Eine Hure drückte sich lachend einen glänzenden Silber-Ensolarius auf die verschwitzte Brust. Das Mannsvolk ringsum brüllte:
»Eins!«
»Das macht sie ziemlich gut«, kommentierte er. »Liegt natürlich am Honig.«
Geshrunni ließ sich nicht ablenken. »Leute wie du dürfen keine Frauen haben.«
»Leute wie ich, ja? Und was sind das für Leute?«, fragte Achamian und sah wieder kurz zum Eingang.
»Du bist ein Hexenmeister und gehörst einem Orden an.«
Achamian lachte einen Wimpernschlag zu spät und wusste gleich, dass seine Schrecksekunde ihn verraten hatte. Aber er hatte Grund genug, sein Theater fortzusetzen. Wenigstens würde er so seine Lebenszeit um ein paar Minuten verlängern.
»Beim allerletzten Propheten, guter Freund«, rief Achamian und sah erneut zum Eingang, »du streust deine Anschuldigungen ja mit vollen Händen aus. Was war ich gestern Abend angeblich? Ein Hurensohn?«
Ins allgemeine Gelächter donnerten die Männer hinter Geshrunni:
»Zwei!«
Die Gesichtszüge seines Gegenübers verrieten Achamian wenig, denn die Mienen des Hauptmanns schienen allesamt Grimassen, vor allem sein Lächeln. Die Finger aber, die jetzt vorschnellten und ihn am Handgelenk packten, sagten ihm, was er wissen musste.
Ich bin verloren - sie wissen Bescheid.
Es gab kaum etwas Entsetzlicheres als »sie«, vor allem in Carythusal. »Sie« waren die Scharlachspitzen - der mächtigste Orden im Gebiet der Drei Meere und heimlicher Herrscher von Ainon. Geshrunni war Hauptmann bei den Javreh, den Kriegersklaven der Scharlachspitzen. Gerade deshalb hatte Achamian ihn in den letzten Wochen umworben - nach der alten Kundschafterregel: Zapf die Sklaven der Konkurrenz an.
Geshrunni blickte ihm grimmig in die Augen und bog ihm die Handfläche nach oben. »Wir beide wissen, wie sich mein Verdacht bestätigen lässt«, sagte er leise.
»Drei!«, hallte es durch die Schenke.
Achamian zuckte zusammen, weil Geshrunni schmerzhaft zupackte, aber auch, weil er wusste, welcher »Weg« gemeint war. Nein, so nicht ...
»Geshrunni, bitte ... Du bist betrunken, Freund. Welcher Orden würde es wagen, den Zorn der Scharlachspitzen zu wecken?«
Der Hauptmann zuckte die Achseln. »Die Mysunsai vielleicht? Die Kaiserlichen Ordensleute? Oder die Cishaurim? Von eurer verwünschten Sippschaft gibt?s doch jede Menge. Aber wenn ich wetten müsste, würde ich auf die Mandati tippen. Ja - ich schätze, du gehörst zum Orden der Mandati.«
Dieser schlaue Sklave! Seit wann weiß er das wohl schon?
Die furchtbaren Worte waren in Achamians Kopf und warteten nur darauf, dass er sie aussprach - Worte, die einen erblinden lassen und verätzen konnten. Er lässt mir keine andere Wahl. Es würde bestimmt Aufruhr geben: Männer würden brüllend nach dem Schwert greifen, dann aber wie Wachteln vor ihm fliehen. Von allen Völkern im Gebiet der Drei Meere fürchtete keines Hexerei so sehr wie die Ainoni.
Es gibt keine andere Wahl.
Doch Geshrunni hatte schon unter seine bestickte Weste gelangt, ballte die Hand zur Faust und grinste böse.
Zu spät ...
»Du siehst aus«, meinte Geshrunni mit gefährlichem Behagen, »als wolltest du etwas...

„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

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9783453530478: Schattenfall. Der Krieg der Propheten 01.

Vorgestellte Ausgabe

ISBN 10:  3453530470 ISBN 13:  9783453530478
Verlag: Heyne Verlag, 2008
Softcover