Die Bushs: tumbe Tölpel mit einem aggressiven Cowboy-Image? Gerade in Europa wird die Familie Bush oft unterschätzt. Schon die Wahl des eigenschaftslosen George Bush sen. verursachte Ratlosigkeit; die Wahl seines scheinbar minderbemittelten Sohnes wurde mit völligem Unverständnis quittiert. Dabei repräsentieren die Bushs ein Amerika, das immer populistischer, konservativer und religiöser wird.
Der USA-Kenner Robert von Rimscha erklärt das Phänomen Bush. Er beleuchtet ihren Aufstieg durch ein dichtes Netz geschäftlicher Verflechtungen und sozialer Elite-Zirkel. Heute sind die Bushs so tief in der politischen Landschaft der USA verwurzelt, dass wir vielleicht die Wahl eines dritten Präsidenten namens Bush erleben werden.
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Robert von Rimscha leitet die Parlamentsredaktion des Tagesspiegel in Berlin. Von 1996 bis 2000 arbeitete er als USA-Korrespondent in Washington. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter Die Kennedys – Glanz und Tragik eines amerikanischen Traums (Campus 2001). Er schreibt Meinungsbeiträge u.a. für die Los Angeles Times und den International Herald Tribune und wurde im Mai 2003 mit dem Arthur-F.-Burns-Preis für Kommentare zum transatlantischen Verhältnis ausgezeichnet.
Prescott Bushs Schwiegervater George Herbert Walker, 1875 geboren, war Anfang der 20er Jahre ein gemachter Mann. Für den
geschäftlichen Erfolg brachte er außergewöhnliche physische Voraussetzungen mit. Walker war in seiner Jugend Schwergewichtsboxer - ein meistens siegreicher zudem. Er ging gern auf die Jagd, spielte Golf, trank viel Scotch und verprügelte seine Söhne. Eines seiner Enkelkinder würde ihn einst als "harten alten Bastard" charakterisieren. Walkers Heimat war am Mississippi, im US-Bundesstaat Missouri. Er besaß aber auch eines der luxuriösesten Appartements in Manhattan und mehrere Häuser an der nördlichen US-Ostküste.
Walker leitete eine Geschäftsbank in New York City namens W.A. Harriman & Company. 1922 reiste deren Eigentümer Averell Harriman, der ältere Bruder von Prescott Bushs Yale-Kumpan, nach Berlin, wo er eine Filiale seiner Bank gründete. Dort traf er Fritz Thyssen, der für Deutschlands ökonomische und politische Zukunft schwarz sah und dringend nach einem Standbein in den USA suchte. In Rotterdam hatten die Thyssens kurz zuvor eine holländische Handelsbank gekauft, und deren Direktor wurde nun nach New York geschickt, um mit Walker, dem Chef für das operative Geschäft, und Harriman zu reden. Das Ergebnis der Verhandlungen bestand in der Gründung der Union Banking Corporation (UBC), die im selben Gebäude residierte wie die Harriman-Bank: 39 Broadway.
Während der nächsten Jahre verkauften Walker und Harriman deutsche Staatsanleihen im Wert von über 50 Millionen Dollar an US-Investoren. 1926 holte Walker seinen Schwiegersohn Prescott Bush als Vizepräsident zu UBC, und dieser wiederum stellte mehrere seiner Kommilitonen aus der Yale-Abschlussklasse von 1917 an. Der Fokus der Arbeit Bushs lag auf zwei Stahlwerken in Schlesien.
Währenddessen finanzierte Thyssen über seine holländische Bank den Erwerb von Immobilien durch Adolf Hitler. Hitler und Thyssen wurden Freunde.
Eine der beiden schlesischen Stahlfabriken, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Auschwitz gelegen, wurde von Thyssen und Flick an UBC verkauft. Bush, inzwischen Generaldirektor der Bank, überführte das Werk in die Silesian American Corporation. Sechs Tage nach dem
Überfall auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 unterschrieb US-Präsident Roosevelt den "Trading With the Enemy Act", der
Geschäftsbeziehungen zu NS-Deutschland unter Strafe stellte. Prescott Bush schaffte es, noch fast ein ganzes Jahr lang das Stahlwerk neben dem KZ Auschwitz weiterzuführen, als sei nichts gewesen - die meisten Beschäftigten waren längst Zwangsarbeiter aus Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern. Im Oktober und November 1942 platzte den US-Behörden schließlich der Kragen. UBC und Silesian American Corporation wurden direkter Regierungskontrolle unterstellt; alle Geschäfte mit Deutschland waren nun nicht mehr nur untersagt, sondern effektiv unterbunden. Erst 1951, nach dem Tod Thyssens, gaben die US-Behörden UBC an Harriman zurück, und alle Eigentümer ließen sich ihren Anteil versilbern. Prescott Bush erhielt 1,5 Millionen Dollar.
Mit diesem Geld finanzierte er den Start seiner eigenen politischen Karriere und den Aufbau des ersten Unternehmens seines Sohnes George, der Ölfirma Overbey Development Company. Als George Bush 1980 nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten das
Familienvermögen - inklusive des Erbes seines Vaters - in Treuhandverwaltung übergab, suchte er sich als Treuhänder seinen Jagdfreund William Farish III. aus, einen der reichsten Männer in Texas. Dessen Großvater wiederum hatte die Zusammenarbeit zwischen Standard Oil und dem deutschen Chemie-Riesen IG Farben geleitet. Der spätere Präsident Harry Truman, damals noch Senator, hatte den älteren Farish in aller Öffentlichkeit als jemanden bezeichnet, dessen Geschäftsgebaren an "Landesverrat" heranreiche. Im Vergleich zu Farish nahmen sich die Sünden Prescott Bushs jedenfalls gering aus. Jüdische Organisationen in den USA fordern bis heute, die Bush-Familie solle 1,5 Millionen Dollar an einen Entschädigungsfonds oder an Holocaust-Gedenkstätten geben. Denn Prescott Bush habe in Amerika jenes Geld beschafft, das Thyssen dann Hitler zum Aufbau seiner NSDAP-Strukturen übergeben habe. Und während des Krieges seien mit Bushs Hilfe Zwangsarbeiter ausgebeutet und jene Waffen geschmiedet worden, die später alliierte Soldaten töteten.
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sehr guter Zustand, 373 S., geb. m. OU Der Autor, ein "bekennender Transatlantiker", versucht ein Bild dieser Familie, insbesondere des zweiten aus diesem Clan stammenden US-Präsidenten, zu zeichnen, das nicht die üblichen Klischees von einer Marionette der Energiekonzerne, einem missratenen Sprössling einer Dynastie, einem neokonservativen Falken oder (wiedererweckten) religiösen Eiferers bedient - obwohl in all diesen Einschätzungen immer auch ein Teil Wahrheit steckt. Bezüglich des politischen Agierens der Super-, ja Hypermacht USA fallen die Urteile des Autors allerdings ausgesprochen vorsichtig aus - der Irak-Krieg an sich wird zum Beispiel nicht kritisiert, eher belächelt Rimscha die deutsche Politiker, die sich nun zum pazifistischen Tugendwächter aufspiele. Insgesamt ist das Buch ein Zwitter, denn obschon der Anspruch ist, Zusammenhänge aufzudecken, schwankt der Autor recht unentschlossen zwischen mal mehr anekdotisch-biographischen, mal mehr politisch-analytischen Passagen. Dem Lob der Süddeutschen Zeitung ("Rimscha versteht es, die Hintergründe politischer Entscheidungen mit den Familiengeschichten zu verbinden") können wir uns so jedenfalls nicht anschliessen. Gramm 600. Artikel-Nr. 30431
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Hardcover. Zustand: Bon. Ancien livre de bibliothèque. Ammareal reverse jusqu'à 15% du prix net de cet article à des organisations caritatives. ENGLISH DESCRIPTION Book Condition: Used, Good. Former library book. Ammareal gives back up to 15% of this item's net price to charity organizations. Artikel-Nr. F-720-166
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Zustand: Como nuevo. : Este libro explora la historia de la familia Bush, examinando su ascenso al poder y su influencia en la política mundial. Se centra en George W. Bush, George Bush y Jeb Bush, analizando su legado y su impacto en la historia estadounidense. El autor, Robert von Rimscha, ofrece una visión detallada de la familia Bush y su papel en la configuración del mundo actual. EAN: 9783593373096 Tipo: Libros Categoría: Historia Título: Die Bushs Autor: Robert von Rimscha Idioma: de Páginas: 270. Artikel-Nr. Happ-2025-10-09-df39d3b0
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Zustand: Sehr gut. Hardcovereinband mit farbigem Schutzumschlag. Im unteren Schnitt mit einem Querstrich. 271 Seiten, guter Zustand. 503-hw34000 ISBN: 3597373092. Artikel-Nr. 39640
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