Die Musikbranche verdient Millionen mit seinen Werken. Seit 250 Jahren ist der Starkult um ihn ungebrochen. Doch wer war der Mensch hinter dem Mythos? Das Kind, der Bruder, der Familienvater, der Reisende in Sachen Musik.? Jean-Jacques Greif porträtiert Wolfgang Amadeus Mozart ironisch-frech und belebt das steife Bild vom Genie mit einer kessen Interpretation seiner Briefe. Raffiniert beleuchtet er familiäre wie gesellschaftliche Hinter- und Abgründe und spickt das Lebensbild des wohl berühmtesten Musikers aller Zeiten mit unzähligen amüsanten Anekdoten und Details.
"Eine im Ganzen unverkrampfte, authentische und unprätentiöse "Atmosphäre" bestimmt diese im Tonfall besondere Biografie. Da überrascht es nicht mehr, dass von Mozarts Musik so wohldosiert wie im Kern genau und richtig die Rede ist."
Süddeutsche Zeitung
"'Wolferls Welt' à la J.- J. Greif hat das Zeug, erst durch die jugendlichen und dann durch die elterlichen Hände zu gehen."
Frankfurter Rundschau
"Ob es eine Kutschfahrt auf harten Bänken ist oder Mozarts stetes Bangen um jeden Gulden - Greif imaginiert die jeweilige innere und äußere Szenerie förmlich herbei."
Bulletin Jugend & Literatur
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Jean-Jacques Greif, Jahrgang 1944, kam viel in der Welt herum, arbeitete als Ingenieur, Werbetexter, Lehrer und als Redakteur des Magazins "Marie Claire" in Paris. 1996 verfasste er sein erstes Jugendbuch. Greif ist verheiratet und hat drei Kinder.
"Eine im Ganzen unverkrampfte, authentische und unprätentiöse "Atmosphäre" bestimmt diese im Tonfall besondere Biografie ... Da überrascht es nicht mehr, dass von Mozarts Musik so wohldosiert wie im Kern genau und richtig die Rede ist ..."
Süddeutsche Zeitung
"'Wolferls Welt' à la J.- J. Greif hat das Zeug, erst durch die jugendlichen und dann durch die elterlichen Hände zu gehen."
Frankfurter Rundschau
"Ob es eine Kutschfahrt auf harten Bänken ist oder Mozarts stetes Bangen um jeden Gulden - Greif imaginiert die jeweilige innere und äußere Szenerie förmlich herbei..."
Bulletin Jugend & Literatur
1759
Nach Gott kommt gleich der Papa
"Stellen Sie das Instrument bitte in die Ecke dort. Langsam, bitte vorsichtig... So steht es richtig. Ich danke Ihnen, meine Herren. Hier ist ein Gulden... Ich habe verstanden, kein Grund, sich aufzuregen. Hier ein Gulden für jeden..." "Papa, was ist das?" "Ein Cembalo für deine Schwester." "Für mich auch Tschämbolo." "Es ist für sie und für dich. Nannerl wird anfangen, Cembalo zu spielen, weil sie schon sieben Jahre alt ist. Wenn du so alt bist, wirst du auch darauf spielen." "Will jetzt spielen!" "Aber Wolferl, du bist noch zu klein dafür. Du bist doch erst drei Jahre alt. Du reichst doch noch nicht einmal über die Stuhllehne hinaus..." "Papa böse!" Johannes Chrysostomus Wolfgang Theophilus Mozart wurde am 27. Januar 1756 geboren. Er wird zu Hause Wolfgangerl oder Wolferl gerufen. Wenn seine Schwester Nannerl Cembalo spielt, setzt er sich unter das Musikinstrument und hört zu. Dann springt er auf und tanzt zu der Musik durch das Zimmer. Er läuft rund um das Cembalo herum, stellt sich auf die Zehenspitzen, um auf die Klaviatur schauen zu können. Er drückt mit einem Finger vorsichtig eine Taste nieder, dann noch eine, dann zwei auf einmal. "Ich auch Terzen spielen..."* "Warte wenigstens, bis ich mit meinem Musikstück zu Ende bin. Setz dich auf dein Schaukelpferd." "Hü-hü-hott, mein Pferd, hü-hott, auf zum Galopp, auf in den K-a-a-a-m-pf..." "Sei still! Ich habe nicht gesagt, dass du singen sollst! Mama, Mama! Wolferl stört mich schon wieder! Wie soll ich denn da üben! Nein, nein, du kannst jetzt nicht auf meinen Schoß! Such dir für deinen Arsch einen anderen Platz! Mama, Mama!" "Nannerl soll nicht Arsch sagen!" "Hört auf, euch schon wieder zu streiten. Wolferl hat Recht. Ein Fräulein nimmt solche Ausdrücke nicht in den Mund." "Aber Sie sprechen doch auch so, Mama. Sie und Papa!" "Ich bin auch kein Fräulein. Meine Mutter war eine einfache Frau vom Land. Aber du bist die Tochter eines Vizekapellmeisters.** Du wirst auf deinem Cembalo vor Fürsten und Prinzen spielen." "Prinzen, da scheiß ich drauf!" "Jetzt hast du auch noch scheißen gesagt!" Leopold Mozart, der Vater von Wolferl und Nannerl, ist in Augsburg, in der Nähe von München, geboren. Seine Vorfahren waren Maurer, sein Vater war Buchbinder. Ein Kanonikus im Dom von Augsburg, wo Leopold Mozart als kleiner Junge im Knabenchor gesungen hat, wurde auf seine musikalische Begabung aufmerksam und ließ ihm Musikunterricht erteilen. Später schickte er ihn zum Theologiestudium nach Salzburg. Im 18. Jahrhundert ist Deutschland in unzählige Einzelstaaten von unterschiedlicher Größe aufgeteilt. Es gibt zum Beispiel das Königreich Preußen, es gibt eine ganze Reihe von Fürstentümern, es gibt unabhängige Städte, und im Südosten gibt es ein großes, mächtiges Kaiserreich: die österreichische Monarchie. Die Stadt Salzburg mitsamt ihrem Umland, ein gutes Stück südöstlich von München gelegen, ist ein so genanntes Fürsterzbistum, das von einem katholischen Erzbischof regiert wird und dem "Bayerischen Reichskreis des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" angehört. Das möchte ich besonders hervorheben und ich schreibe es hier fortissimo: Im 18. Jahrhundert ist Salzburg keine österreichische Stadt. Sie wird erst Anfang des 19. Jahrhunderts dem österreichischen Kaiserreich eingegliedert, mehr als zwanzig Jahre nach dem Tod Mozarts. Er war also kein Österreicher. Er erklärte: "Ich komme aus Bayern... Ich bin Deutscher. " Aber zurück zu Leopold Mozart: In Salzburg kehrte er der Theologie bald den Rücken, widmete sich stattdessen lieber der Musik und trat als Geiger und Komponist zunächst in die Dienste einer Adelsfamilie, später dann des Salzburger Fürsterzbischofs. Wenn ich hier schreibe "in die Dienste", dann bedeutet das: Er ist Teil der Dienerschaft. Er trägt eine Livree wie die anderen Diener des Hauses und erhält als Entlohnung 100 Gulden pro Jahr. Um auch am Monatsende noch gut über die Runden zu kommen, gibt er zusätzlich Violinunterricht. Sogar eine gedruckte "Violinschule" mit seiner Lehrmethode wird von ihm herausgegeben. Es sollte sich herausstellen, dass er der beste Musikpädagoge war, den das Universum, vielleicht auch nur unser Sonnensystem, jemals hervorgebracht hat. Der Beweis? Sein Schüler Wolfgang Amadeus Mozart. Leopold Mozart heiratet mit achtundzwanzig Jahren Anna Maria Pertl, die Tochter einer mittellosen Salzburger Witwe. Blickt man sich das Porträt der noch unverheirateten Anna Maria an, so fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, wie der Spitzname des jungen Mädchens gelautet haben muss, nämlich Anna Langnase. Leopold wird sich gehütet haben, sie deswegen zu verspotten, denn er gehörte selbst zum Stamm der Langnasen. Sieben Kinder des Ehepaars kommen im Verlauf der Jahre zur Welt. Doch Nummer eins, zwei, drei, fünf und sechs sterben in zartem Alter. Nummer vier und Nummer sieben überleben: die Tochter Maria Anna und der Sohn Wolfgang. Ja, richtig gelesen: Die Tochter von Maria Anna erhält den Namen Maria Anna (oder auch Marianne). Die Vornamen blieben damals häufig in der Familie gleich. Die kleine Maria Anna wird von allen Nannerl genannt, darum trägt sie diesen Namen auch in meinem Buch. (...)
* Eine Terz bezeichnet zwei Töne, die nur durch einen Ton voneinander getrennt sind,
zum Beispiel c und e. Sie können in einem Musikstück aufeinander folgen oder gleichzeitig
gespielt werden.
** Der Kapellmeister nimmt den höchsten Platz in der Rangordnung der Musiker ein, die
an einem Fürstenhof tätig sind. Er ist der Hofmusikdirektor und Leiter des Orchesters. Mozarts Vater ist am Hof des Fürsterzbischofs von Salzburg der Stellvertreter des Kapellmeisters.
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
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8° Taschenbuch. Zustand: Gut. 1. Aufl. 384 S. Das Buch ist in gutem, sauberen Zustand. Ecken und Kanten leicht bestossen. mit minimalen Lagerspuren. Sonst sauberes und wohlerhaltenes Exemplar. -----Inhalt:. Die Musikbranche verdient Millionen mit seinen Werken. Seit 250 Jahren ist der Starkult um ihn ungebrochen. Doch wer war der Mensch hinter dem Mythos? Das Kind, der Bruder, der Familienvater, der Reisende in Sachen Musik.? Jean-Jacques Greif porträtiert Wolfgang Amadeus Mozart ironisch-frech und belebt das steife Bild vom Genie mit einer kessen Interpretation seiner Briefe. Raffiniert beleuchtet er familiäre wie gesellschaftliche Hinter- und Abgründe und spickt das Lebensbild des wohl berühmtesten Musikers aller Zeiten mit unzähligen amüsanten Anekdoten und Details. "Eine im Ganzen unverkrampfte, authentische und unprätentiöse "Atmosphäre" bestimmt diese im Tonfall besondere Biografie. Da überrascht es nicht mehr, dass von Mozarts Musik so wohldosiert wie im Kern genau und richtig die Rede ist." Süddeutsche Zeitung "'Wolferls Welt' à la J.- J. Greif hat das Zeug, erst durch die jugendlichen und dann durch die elterlichen Hände zu gehen." Frankfurter Rundschau "Ob es eine Kutschfahrt auf harten Bänken ist oder Mozarts stetes Bangen um jeden Gulden - Greif imaginiert die jeweilige innere und äußere Szenerie förmlich herbei." Bulletin Jugend & Literatur. ISBN: 9783570302828 Due to new EU packaging regulations, we are currently unable to ship to many EU countries. Shipping to Germany, the Netherlands, Ireland, Finland, and the Baltic states is possible. Deliveries to border-based parcel lockers or cross-border parcel forwarding services remain possible. Shipping to all countries outside the EU also remains possible. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 422. Artikel-Nr. 608050
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