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Forensic Files - Das Chamäleon - Softcover

Ferguson, Alane

 
9783570160107: Forensic Files - Das Chamäleon

Inhaltsangabe

Sie sind stumm, ihre Leichen nicht

Der Tod ist kein Fremder für die 17-jährige Cameryn, Tochter des Gerichtsmediziners im verschlafenen Städtchen Silverton. Im Gegenteil – Cameryn war schon immer fasziniert von den Geschichten, die die Körper der Toten erzählen. Als neue Assistentin ihres Vaters hofft sie, praktische Erfahrungen in der Forensik zu sammeln. Doch der Job ist härter, als sie denkt, denn die Idylle Silvertons trügt …

Cameryns Lehrer wurde ermordet. Im Zuge der Ermittlungen trifft sie auf den attraktiven Kyle, der ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Dabei würde sie ihren Verstand jetzt dringend brauchen, denn der Täter ist näher, als sie denkt.

• Die neue brillante Krimiserie rund um die Tochter eines Pathologen

• Eine junge starke Heldin für junge Leser mit starken Nerven

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Alane Ferguson, geb. 1957 in Cumberland, Maryland, studierte Journalismus an der Universität von Utah und am Westminster College. Neben zahlreichen anderen Nominierungen und Auszeichnungen wurde sie 2007 für „Forensic Files. Das Mädchenspiel“ für den Edgar Allan Poe Award, den Oscar unter den Krimi-Preisen, nominiert. Alane Ferguson hat drei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Mann in Elizabeth, Colorado.

Aus dem Klappentext

"Die forensischen Details sind faszinierend und werden vor allem die vielen CSI-Fans begeistern."
School Library Journal

"Die gut konstruierte Krimihandlung und jede Menge forensische Details werden diese Reihe zu einem echten Erfolg bei allen Fans von CSI machen."
The Bulletin of the Center for Children's Books

"Die Leser werden es vor Spannung kaum aushalten."
Publishers Weekly

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Weißt du eigentlich, wie viele Gesetze wir gerade brechen?", fragte Cameryn Mahoney. Deputy Justin Crowley zuckte lässig die Schultern. Er steuerte seinen Blazer mit einer Hand, die locker auf dem Lenkrad ruhte, während er sich mit der anderen die zu langen dunklen Haare aus den Augen strich. "Tja, wenn ich raten müsste, würde ich sagen, mindestens sechs", antwortete er in aller Ruhe. Ein Lächeln umspielte seinen Mundwinkel und hinterließ auf seiner Wange eine Art Komma, als er hinzufügte: "Vielleicht auch mehr."
"Sechs Gesetze. Und das kümmert dich nicht?" Noch ein Achselzucken, doch diesmal bewegten sich seine Schultern kaum. "Nicht besonders." "Warum kümmert es dich nicht?"
"Weil da eine Leiche am Straßenrand liegt, die dort nicht bleiben kann. Das ist eine Tatsache. Der Sheriff und der Leichenbeschauer sind nicht in der Stadt; auch das ist eine Tatsache. Bleiben nur wir beide: Silvertons verlässlicher Deputy und die extrem kompetente Assistentin des Leichenbeschauers" - er nickte in ihre Richtung -, "um sich der Sache anzunehmen. Mit anderen Worten: Es bleiben nur du und ich. Und wir machen's."
"Das ist verrückt. Du bist verrückt."
"Ich mach nur meinen Job."
Bäume flogen vorbei, als Justin herunterschaltete und eine Haarnadelkurve auf dem Million Dollar Highway nahm; eine enge zweispurige Straße, die sich wie eine Nabelschnur vom winzigen Silverton den ganzen Weg nach Durango schlängelte. Rechts von Cameryn erhoben sich die San Juan Mountains von Colorado in Form eines Granitblocks, zu ihrer Linken fiel der Fels tausend Fuß steil ab: der gähnende Schlund eines Tals voller Engelmann-Fichten neben Flüssen aus geriffeltem Eis, das so dünn war wie Pergament. Justin zufolge lag an dieser Straße eine Leiche, die Cameryn sich ansehen sollte - ohne Instrumente oder eine Bahre oder auch nur ein Paar Latex-Handschuhe. Eine solche Schlamperei zu Beginn eines Falls konnte sich, wenn er je vor Gericht kam, zu einer Katastrophe auswachsen. Eigentlich durften sie nicht einmal daran denken, sich allein einen Fundort vorzunehmen. Das war Wahnsinn.
"Du kaust schon wieder Fingernägel", bemerkte Justin. Einen winzigen Augenblick lang sah er sie an, und da es im Wagen verhältnismäßig dunkel war, wirkten seine Augen eher grün als blau: die Farbe eines Sees, in dem sich Tannen spiegelten. "Wieso bist du so nervös? Ich dachte, du magst das."
"Ich mag es, vorbereitet zu sein, und ich ... das ... das läuft alles falsch. Wir sollten die Polizei von Durango oder Montrose anfunken. Oder irgendwas."
"Entspann dich. Du bist in letzter Zeit so angespannt - ist dir das schon aufgefallen?"
"Wir haben über die Überreste gesprochen, Justin, nicht über mich."
"Schon gut, schon gut, zurück zu dem Fall. An der Leiche ist etwas merkwürdig. Ich will ja nur kurz deine professionelle
Meinung hören und dann ... zack." Er schlug mit dem Handballen gegen das Lenkrad. "Schon bist du wieder weg."
Der Gurt schnitt ihr in den Nacken, als sie sich protestierend zu ihm umdrehte. "Aber ich bin kein Profi. Wie kann ich eine professionelle Meinung abgeben, wenn ich noch zur Highschool gehe?"
"Ach, aber du musst zugeben, dass du mehr weißt als ich", erwiderte Justin. "Du bist ein Forensik-Guru. Du bist so gut, dass ... Rate mal, wie Sheriff Jacobs dich nennt, wenn du nicht da bist! Na komm, rate!"
Cameryn schloss die Augen und seufzte. Sie wusste, was jetzt kam. Ein Scherz oder eine hinterhältige Bemerkung über ihre Arbeit mit den Toten - sie wusste, dass die Leute in Silverton die ganze Zeit hinter ihrem Rücken über sie tratschten; ihre Worte fielen wie Schneeflocken herab, nur um in Anbetracht ihrer Entschlossenheit zu schmelzen. Cameryn brauchte nicht viel Zeit mit den Lebenden zu verbringen, um sich wieder daran zu erinnern, wieso sie Gerichtsmedizinerin werden wollte: Die Toten erzählten keine Geschichten - außer über sich selbst.
Obwohl Justin ihr Seufzen offenbar bemerkt hatte, konnte ihn an diesem Morgen nichts aufhalten. "Jacobs nennt dich den Engel des Todes." Der Deputy grinste, als hätte er ihr gerade ein Riesenkompliment gemacht. "Wie findest du das?"
Sie reagierte mit der Antwort, die sie immer gab; ihrer pawlowschen Antwort: "Mich interessiert die Gerichtsmedizin, nicht der Tod."
"Sag das dem Sheriff. Ich hab dir diesen Namen schließlich nicht verpasst." Seine Augenbrauen, dunkle Halbmonde, hoben sich, als er schmunzelnd sagte: "Engel."
Noch eine Haarnadelkurve, doch jetzt quälte sich vor ihnen ein langer Sattelzug den Hang hinauf, der öligen Qualm in die Morgenluft stieß und eine Gasspur hinter sich herzog.
Wie eine Dunstwolke war die Vorstellung, dass sie den Tod liebte, durch die Straßen von Silverton - dieser winzigen Stadt mit nur siebenhundert Einwohnern - gewabert und hatte ihren Weg auch in die Schulflure der Silverton High gefunden. Sie ergriff ihre Freunde, die sich bei dem Gedanken wanden, dass sie die Eingeweide eines menschlichen Körpers gesehen hatte. Sie bemächtigte sich auch ihres Chefs im Grand Hotel, der Cameryn aufforderte, ihre Hände in ein Bleichbad zu legen, bevor sie die Tische deckte, was er von keiner seiner anderen Kellnerinnen verlangte. Ihre eigene Großmutter, die sie nach irischer Art "Mammaw" nannte, stöhnte jedes Mal, wenn Cameryn in einem ihrer forensischen Bücher las, überzeugt davon, dass das bloße Studieren dieser Bücher ihre Seele auf irgendeine Art in die Hölle verdammte. Nur ihr Vater, der eigentliche Leichenbeschauer von Silverton, ermutigte sie. "Du hast Talent, Cammie", pflegte er zu sagen. "Du kannst Dinge sehen. Das ist eine Gabe."
Das Stakkato des Blinkers unterbrach ihre Gedanken. Justin fuhr auf einen geschotterten Aussichtspunkt und deutete vage auf die andere Seite des Highways. "Dort drüben ist es", sagte er, "hinter dem großen Felsbrocken."
"Was ist >es< denn nun? Ist der Verstorbene männlich oder weiblich?"
"Schwer zu sagen. Unsere kleinen tierischen Freunde haben schon etwas daran herumgeknabbert. Aber das ist es nicht, was mir Sorgen macht." Er drehte den Schlüssel um, woraufhin der Motor hustend erstarb. "Ich denke, es ist am besten, wenn du's dir selbst ansiehst."
"Ich fasse es nicht, dass ich das tue."
"Komm jetzt", forderte er sie auf. "Sieh's dir an."

„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.