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Verlieb dich nicht in einen Italiener

Fabel, Renate

 
9783548238708: Verlieb dich nicht in einen Italiener

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Sie sah die Augen, und die Knie begannen ihr zu zittern. Es waren die wundervollsten Augen, die sie je gesehen hatte. Überdimensional groß, in der Farbe hellen Violetts, eingesäumt von einem tiefschwarzen Wimpernkranz. Zwei riesenhafte Veilchen oder auch Waldseen, in denen sich der Himmel zu spiegeln schien. Unsinn, wie kam der Himmel in dieses düstere Lokal...?!

Ein Glückspilz jede Frau, die solche Augen besaß. Mochte sie auch sonst unansehnlich, krumm gewachsen, kaum mehr als Durchschnitt sein, diese funkelnden Sterne hoben sie aus der Menge heraus, machten sie zu einer Titelblattschönheit, filmstarreif. Kurioserweise gehörten die Augen aber zu einem Mann. Und - noch kurioser - eben dieser Mann heftete seinen Blick auf sie und sagte mit leicht heiserer Stimme auf italienisch: »Mamma mia, was haben Sie für schöne Augen!«

Heidi schüttelte abwehrend den Kopf. Sie war verwirrt. Erstens durch die Augen und zweitens durch das Kompliment, über das sie sich freute, es aber nicht ernst nehmen konnte. Nicht von diesem Mann, mit solchen Augen und dazu ein echter Graf aus Florenz. Er war Besitzer einer nicht großen, aber um so exklusiveren Modefabrikation und nach Berlin gekommen, um sich der Presse vorzustellen. Demnächst sollte man seine Modelle auch in Deutschland tragen können. Ein Public-Relations-Büro hatte dieses Ereignis organisiert, das Büro Wattke und Partner, für das Heidi arbeitete.

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