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Der Gnom von Zürich

 
9783548238692: Der Gnom von Zürich

Inhaltsangabe

Ungekürzte Ausg. 1996 651 S. kart., broschiert. Frankfurt/M: Ullstein,

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

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Zürich-Expreß

Wenn seine Frau anwesend war, führte Morty O'Broin seine Gesten nie völlig zu Ende. Judith jagte ihm Schrecken ein. Sie hatte um die Mundwinkel sarkastische Bitterkeitsfalten, die sich auch nicht durch ein Make-up wegschminken ließen. Ihre schrillen Ausbrüche erweckten in Morty den Wunsch, sich zu verdünnen. Aber weit schlimmer noch war ihr Schweigen oder eines, das ihre Migräne fordernd zur Schau stellte, wodurch ihm drastisch klargemacht wurde, welche Schonung man einer leidenden Frau schuldig sei.

Seit Jahren schon hatte Morty es aufgegeben, einen Dialog wieder anzuknüpfen, der durch getrennte Schlafzimmer, den Mangel an jeglicher sexueller Übereinstimmung, ja sogar Vertraulichkeit auf das Maß ungeheurer Wortschlachten reduziert worden war, in denen am häufigsten das Hauptwort »Migräne«, das Adjektiv »lächerlich«, das Verb »zahlen« und das Adverb »wieviel« auftauchten. Und doch hatte er zu Beginn ihrer Beziehung gehofft, daß Judith sich mit der Zeit für seine Geschäfte, für seinen Erfolg interessieren werde. Es war vergeblich! Ihm war klargeworden, daß sie stets nur seine Mißerfolge beachtete, aber niemals über seine Triumphe sprach, als verstanden die sich von selbst. So hatte sich sehr schnell eine stumpfe, stumme Feindseligkeit breitgemacht, wobei jeder sich in seine Gedanken verkroch.

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