Riverside: Christusnovelle (suhrkamp taschenbuch) - Softcover

Roth, Patrick

 
9783518390689: Riverside: Christusnovelle (suhrkamp taschenbuch)

Inhaltsangabe

37 Jahre nach Christi Geburt: Im judäischen Wüstengebirge suchen Tabeas und Andreas nach dem "legendären" Greis Diastasimos, der mit Jesus gesprochen, ihn am eigenen Leib erfahren haben soll. Berühmt für seinen Unglauben, verweigert sich der Greis den "Detektiven des Herrn", lockt sie auf falsche Fährten, bis er - mit der Beschreibung des Tempelbergmassakers im Jahre 28 - die eigene Front bricht. Im Nachtdialog der drei, Fluß des Gesprächs, taucht man auf eine zweite Schicht, fließt die Geschichte einer zweiten Nacht, die ein Geheimnis hält, ein erstes. Unseres.

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Über die Autorin bzw. den Autor

Patrick Roth, geboren 1953 in Freiburg im Breisgau, lebt als freier Autor in Los Angeles und Mannheim. Er begann seine künstlerische Karriere in den USA als Regisseur und Drehbuchautor. Zu Beginn der 1990er Jahre wechselte er in die Prosa und entwickelte seinen charakteristischen Stil als Erzähler von biblisch-mythischen Stoffen, so im letzten großen Roman Sunrise. Das Buch Joseph (2012) und den früheren Texten der Christus Trilogie (1998). Neben die Bilder der Bibel tritt im weiteren Werk die Welt des Films, so in Meine Reise zu Chaplin (1997), Die Nacht der Zeitlosen (2001) und Starlite Terrace (2004). Der lebenslangen Liebe zum Kino geht der autobiographische Erzählband Die amerikanische Fahrt (2013) auf den Grund. Für sein literarisches Schaffen wurde Patrick Roth vielfach geehrt und mit Poetikdozenturen an den Universitäten in Frankfurt, Heidelberg und Hildesheim ausgezeichnet.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Ich sehe eine Höhle. Und darin, während draußen in den Gassen der Hügel die Springflut Regens übers Wild-Trockene hinschießt, seh ich Glut. Und gut zwanzig Schritte in die Sicherheit ihres dunklen Überhanges hinein, liegt gesammelt die Glut der Höhle. Zusammengesammelt, steinumringt, windumstoben. Und es hört Regen die Höhle. Und staut sich das Echo hinten, wohin sie dem Glutschein entkommt und dunkler wird und dunkelt, unsichtbar macht, was hier aufhält die Höhle. Aber fernher kam Donner.

Und aus dem dunkleren Teil, wo sich sein Echo hellt, kommt der Mann. Ist ein Alter. Und vermummt an Gestalt, kalkgraue, aschenverschmierte Lumpen am ganzen Körper, kommt er zu tragen, vornübergebeugt, die Last. Kommt schweren Schritts und zieht eine Leiter, langsam, beschwerlich, die, rückengetragen, im langen Ende kauzig-rauh nachschleift, als sei sie Last nur am Mann, am Boden. aber schon Pflug. Als gälte es, aus dem trocken-brüchigen Lehm heute noch Ernte zu ziehen eigensinnigerweise.

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