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Wie Romeo und Julia - Softcover

Wing, Rachael

 
9783505124471: Wie Romeo und Julia

Inhaltsangabe

Die fünfzehnjährige Jennifer weiß, dass sie dazu berufen ist, Schauspielerin zu werden. Jetzt hat sie die Chance ihres Lebens: Sie spielt die Hauptrolle in der Schulaufführung von Romeo und Julia! Aber ihre Superlaune ist wie weggeblasen, als sie erfährt, wer den Romeo spielt: ausgerechnet Chris Banner, der Typ, den sie hasst wie die Pest. Und das nicht nur, weil seine und Jennifers Familie seit Jahren im Clinch liegen. Was nun? Soll sie die Rolle hinschmeißen? Aber das kommt für Jen überhaupt nicht in Frage. Nicht mal, wenn sie sich verlieben würde.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Rachael Wing geht noch zur Schule. Sie war erst vierzehn, als sie die ersten Kapitel von Wie Romeo und Julia auf eine Autoren-Website stellte. Der englische Verlag, der sie dort entdeckte, war von ihrem Talent beeindruckt -und von den begeisterten Zuschriften der jugendlichen Leserinnen.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Ich gehe noch näher; so nahe, dass ich seine Wärme spüren und beinahe seinen Herzschlag hören kann. Ich schaue auf, und er nimmt meine Wange in seine Hand, führt sie an sein Gesicht. Ich schließe die Augen, warte auf die Berührung seiner glatten, makellosen Lippen ...
Was zum Teufel mache ich da?
Chris und ich weichen beide zurück, bevor unsere Lippen aufeinandertreffen, und dann halten wir so viel Abstand wie nur möglich.
"Was war das denn?", fragt die Walker fassungslos. "Wenn ihr nicht fähig seid, meine Anweisungen zu befolgen, dann muss ich eure Rollen neu besetzen. Ihr stehlt mir meine Zeit."
Ich trete von einem Fuß auf den anderen und reibe mir verlegen den Nacken. "Tut mir leid, Miss, ich bin nur ... äh ... nervös geworden, weil alle zugeguckt haben, und ... äh ..." Ich verstumme hilflos, aber zum ersten Mal seit Menschengedenken kommt Chris mir zu Hilfe.
"Ja, genau, Miss ... vielleicht können wir irgendwo anders üben?"
Die Walker schaut uns beide an und schüttelt in komischer Verzweiflung den Kopf. "Okay", sagt sie und zeigt auf die linke Seite. "Dort hinten ist ein leeres Klassenzimmer. Da könnt ihr reingehen und diese Szene üben, bis ich euch holen lasse. Und wehe, ihr streitet euch wieder", fügt sie schnell hinzu.
Wir nicken beide, klettern von der Bühne herunter und gehen in das Klassenzimmer. Chris kommt nach mir rein und schließt die Tür. Dann sitzen wir verlegen da, so weit weg voneinander wie nur möglich. Ein Wust von wirren Gedanken schießt mir durch den Kopf.
Was ist da gerade passiert? Mag ich ihn etwa? Das kann doch nicht sein - ich und Chris mögen! Ich hasse ihn. Hasse ihn. Die Stimme der Walker hallt durch meinen Kopf. Liebe und Hass liegen dicht beieinander. Ich stöhne und fasse mir an die Stirn. Das gibt es doch nicht. Unmöglich. Es kann doch nicht sein, dass ich auf meinen Feind stehe? Warum passiert mir so was?
Ich bin so in meine Gedanken vertieft, dass ich nicht merke, wie Chris zu mir herüberkommt. Leise setzt er sich neben mich und zieht mir die Hände vom Gesicht.
Ich sehe ihm ein zweites Mal in die Augen, aber diesmal nicht, als wenn ich Julia wäre und er Romeo. Ich schaue ihn an, Chris, und ich sehe ihn als Jenny. Und auf einmal ist er gar nicht mehr hässlich, sondern aufregend schön - seine Augen mit all den Blau-Schattierungen, die Art, wie er leicht die Stirn runzelt, wenn er mich ansieht. Er holt tief Luft und flüstert etwas.
Ich beuge mich vor und küsse ihn. Er erwidert sanft meinen Kuss, berührt mein Gesicht und zieht mich eng an sich. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es ist das schönste Gefühl, das ich jemals hatte. Schauder laufen mir über den Rücken, und ich verliere mich ganz in seinem Kuss.
Aber dann geht die Tür auf.
"He, ihr beiden", ruft Misha und kommt herein. "Die Walker hat gesagt, ich soll mal nach euch sehen, ob ihr auch nicht ..."
Dann sieht sie uns beide eng umschlungen dastehen, die Lippen aufeinandergepresst. Sie verstummt mitten im Satz, und wir fahren auseinander. Misha starrt uns nur an, sie ist völlig verdattert.
"Wir haben ... äh .... geübt", sage ich bloß und merke selber, wie lahm das klingt.
"Du?", stottert Misha und zeigt auf mich. "Mit ... ihm?" Fassungslos starrt sie Chris an. "Ihr beide zusammen?"
Das ist natürlich eine Sensation, und Mishas Gesicht leuchtet auf. Das Katzenlächeln, das sie jetzt aufsetzt, bedeutet nichts Gutes.
Ich drehe mich benommen zu Chris um. Er sieht genauso verwirrt, geschockt und verlegen aus, wie ich mich selber fühle. Was habe ich nur gemacht?

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