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Aufgedirndlt (Anne-Loop-Reihe 2): Ein Fall für Anne Loop - Softcover

Buch 2 von 5: Anne-Loop-Reihe

Steinleitner, Jörg

 
9783492272933: Aufgedirndlt (Anne-Loop-Reihe 2): Ein Fall für Anne Loop

Inhaltsangabe

Am Morgen nach dem großen Seefest fischt ein Pensionist die Leiche einer leicht bekleideten jungen Frau aus dem Wasser. Polizistin Anne Loop muss nach dem ominösen Unbekannten fahnden, mit dem die hübsche Madleen direkt vor ihrem Tod Sex hatte. Schon bald steht ein illustrer Kreis von Verdächtigen fest: ein Scheich, der in der bayerischen Idylle ein Haremscasting durchführt, ein paar Lokalpolitiker mit handfesten Immobilieninteressen, ein Schlagersänger und natürlich jede Menge eifersüchtiger Tegernseer …

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Jörg Steinleitner, geboren 1971 im Allgäu, studierte Jura, Germanistik und Geschichte in München und Augsburg und absolvierte die Journalistenschule in Krems/Wien. 2002 ließ er sich nach Stationen in Peking und Paris als Anwalt in München nieder. Er veröffentlichte mehrere Bücher – neben den bei Piper erschienenen Anne-Loop-Krimis auch das kulinarische Erlebnisbuch »Heimat auf dem Teller«, für das er eine Auszeichnung erhielt. Für das Online-Literatur- und Kulturmagazin Buchszene schreibt er die Kolumne »Steinleitners Woche«. Seine Lesungen inszeniert er als kriminalistisches Hörspiel-Kabarett. 2013 gründete der Autor den Stiftungsverein für Leben und Kultur e.V., mit dem er existenzielle und kulturelle Projekte fördert. Steinleitner teilt sein Leben am oberbayerischen Riegsee mit einer Frau, drei Kindern und ebenso vielen Wachteln.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

auf ge dirndl t Adj. Entlehnt v. bair. Dirndl bzw. hochdt. veraltet Dirne.
Wortneuschöpfung d. 21. Jhds.
Bedeutung: aufgetakelt, aufgeputzt,
aufgemotzt, aufgebrezelt. Anwendung
v. a. auf auffällig hergerichtetes
Mädchen od. Frau.
Aus: Neues Wörterbuch des
Bairischen, Rosenheim 2012.
Dass man auf seinem morgendlichen Seespaziergang von einer im Wasser treibenden Frauenleiche aus seinen Gedanken gerissen wird, ist ein seltener Zufall. Eine derartige Erfahrung wird nur wenigen Menschen zuteil, selbst wenn ihnen Gott ein langes Leben schenkt. Natürlich war die Wahrscheinlichkeit, dass der Seebewohner Veit Höllerer, geboren am Weltfrauentag ja, ausgerechnet! des Jahres 1932, eine Wasserleiche zu Gesicht bekommen würde, größer als jetzt zum Beispiel bei einem Bewohner der Sahara, aber dennoch reagierte Höllerer überrascht.
Hätte er sich eine derartige Situation früher einmal ausgemalt, dann wäre das dabei entstandene Bild vermutlich grauenerregend, zumindest aber ekelhaft gewesen. Veit Höllerer hatte sich eine derartige Situation aber noch nie vorgestellt. Und so konnte er völlig unbefangen näher ans Ufer treten und schauen.
Seegang herrschte an diesem Tag keiner, der Wind wehte nur schwach, und so schipperte die Leiche eher gemächlich vor sich hin. Ihr Abstand zum trockenen Kies betrug knapp zwei Meter. Zu weit weg, um sie von Hand aus dem Wasser zu ziehen. Höllerer blickte um sich, und Sekunden später entdeckte er einen halb verrotteten armdicken Birkenast, der ihm von der Länge her geeignet schien, die junge Frau, die mit dem Gesicht nach unten im Wasser lag, ans Ufer zu ziehen. Es ging ganz einfach. Als er sie mit seinem Werkzeug nahe genug herangeholt hatte, scheute Höllerer nicht davor zurück, die Tote mit bloßen Händen anzufassen und ans Ufer zu ziehen. Als Freizeitjäger war Höllerer den Umgang mit dem Tod gewohnt. Sah man zudem einmal davon ab, dass sich der Körper der Frau kalt anfühlte, war diese ganze Sache alles andere als unappetitlich für den pensionierten Schneider. Die junge Frau war nämlich dies trotz ihres Totseins ein äußerst wohlgestaltetes Exemplar. Und weil sie nichts anhatte außer einem Spitzenhemdchen, das ihr fast bis zum Hals hinaufgerutscht war, konnte Veit Höllerer in Ruhe die feuchten, sich leicht kräuselnden Schamhaare des jungen Dings betrachten. Nur kurz war Höllerer irritiert, weil aus dem betörenden Venusdreieck des Mädchens rechts und links zwei schwarze Hörner hervorwuchsen. Vermutlich Tätowierungen, dachte sich der Pensionist und betrachtete interessiert die beiden Bögen, die sich zusammen mit dem kurz rasierten Schamhaardreieck zu einer Art Teufelskopf ergänzten. Nach einem Augenblick des Zögerns und ohne jedes schlechte Gewissen glitt Höllerers erfahrener Jägerblick dann aber gleich weiter auf die großzügig, jedoch gewiss nicht zu voluminös proportionierten Brüste und bewunderte schließlich die brustlangen dunkelblonden Haare, das markante Kinn, die schönen Lippen und die klare Stirn. Dieses Mädchen, dachte Höllerer sich, ist zu schön, um tot zu sein. Die Polizei muss her.
Eins
Einige Wochen früher
Aufgrund eines gekippten Fensters hörte Anne Loop ihren bärtigen Vorgesetzten, Kurt Nonnenmacher, bereits lautstark schreien, als sie am Morgen die Dienststelle erreichte. Die junge Polizeihauptmeisterin parkte gerade ihr Mountainbike vor dem Gebäude, als der Chef der kleinen Polizeiinspektion in den Morgen brüllte: "Sacklzement, ich möcht bloß wissen, was sich diese g scherten Islamisten noch alles einfallen lassen!" Dann war es für einen Augenblick still. Aber schon schimpfte Nonnenmacher weiter. Seine Verzweiflung klang ehrlich wie das Röhren eines liebeskranken Hirschs: "Warum ausgerechnet bei uns? Warum geht der Ölscheich nicht nach Timbuktu oder Burkina Faso? Gehört der Araber nicht eh in die Wüste? Mir Bayern bleiben doch auch daheim und fahren nicht sonst wohin in der Weltgeschichte."
Als Anne diese Wort

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