Stupid White Men: Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush - Softcover

Moore, Michael

 
9783492045179: Stupid White Men: Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush

Inhaltsangabe

Die Welt schaut auf das Weiße Haus, in dem »Baby Bush seine Kamarilla« regieren läßt. Die Folgen dieser Politik treten jetzt zutage: Die Außenpolitik eine Serie von haarsträubenden Fehlentscheidungen, die Börse entpuppt sich als eine Spielwiese für Betrüger, viele Anleger sind ruiniert, die Wirtschaft ist auf Talfahrt, Globalisierung at it’s worst. In dieser Abrechnung voll boshaftem Witz zeigt Michael Moore, was alles schief läuft in der einzig noch verbliebenen Weltmacht USA. »Der letzte Rebell Amerikas« (Spiegel) schont dabei nichts und niemanden, zeigt die Schwächen des politischen Systems ebenso auf wie die Auswirkungen des ungebremsten Kapitalismus. Michael Moore gelingt hier eine seltene Mischung aus knallhartem politischen Buch und witziger Satire, die niemanden gleichgültig läßt. – »Moore ist ein Satiriker der Superlative; was er anpackt wird zum Triumph.« (Stern)

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Über die Autorin bzw. den Autor

Michael Moore, geboren 1954 in Flint/Michigan, arbeitet als Regisseur, Fernsehmoderator und Schriftsteller. Berühmt wurde er durch seine Dokumentarfilme »Roger & Me«, »Bowling for Columbine«, der 2003 mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, »Fahrenheit 9/11«, der 2004 in Cannes die Goldene Palme erhielt, und zuletzt »Sicko«. Sein Buch »Querschüsse« eroberte ebenso wie »Stupid White Men« und »Volle Deckung, Mr. Bush!« die internationalen Bestsellerlisten.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Einleitung
Manche behaupten, alles habe am Abend des 7. November 2000 begonnen, als Jeb Bush seinem Bruder George Junior ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk machte - den Staat Florida.
Für andere, denen zehn Jahre lang das Glück an der Börse hold war, kam der Wendepunkt, als der Dow Jones die schlimmsten Kursverluste der letzten 20 Jahre erlitt.
Für die meisten jedoch war der Spaß an jenem Abend zu Ende, als wir erfuhren, daß Pluto kein Planet ist und das Leben, wie wir es kannten, mit einem Mal so fern und befremdlich war wie der Ausdruck in den Augen des neuen "Präsidenten".
Doch im Grunde spielt es keine Rolle, welchen Augenblick man wählt, an dem alles vor unseren Augen zusammenbrach. Was zählt ist, daß wir als Amerikaner alle eines wissen: Die fetten Jahre sind vorbei. Das amerikanische Jahrhundert? Vorbei. Willkommen im Alptraum des 21. Jahrhunderts!

- - Ein Mann, den niemand gewählt hat, sitzt im Weißen Haus.
- - Kalifornien hat nicht genug Strom, um Saft auszupressen oder seine Todeskandidaten hinzurichten.
- - Wenn man ans andere Ende der Stadt will, ist es billiger, sich als FedEx-Paket aufzugeben, als selbst hinzufahren.
- - Rußland und China haben ein neues Bündnis geschlossen - nachdem wir gerade den letzten Atombunker demontiert haben.
- - Aus den Dot.com-Unternehmen sind Not.com-Unternehmen geworden, und der NASDAQ ist eine so sichere Geldanlage wie ein Pokerspiel in einem Hinterzimmer in Reno.
- - In den vergangenen zwei Jahren gab es die schlimmsten Entlassungswellen, seit die Reagan- Renaissance das Land verwüstet hat.
- - Man hat eine größere Chance, die Innenministerin von Florida Katherine Harris oder Tom DeLay zu treffen, den Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, als in Detroit an einem sonnigen Tag seinen Anschlußflug bei Northwest Airlines zu erwischen.

Was sagen Sie da? Sie wollen im "Kundendienst" mit einem richtigen Menschen sprechen? Ha Ha Ha!
Drücken Sie die vier und verabschieden Sie sich von allen Aufgaben für den Rest des Tages.
Ach, und was haben Sie doch für ein Glück! Sie haben zwei Jobs, und ihre Frau auch, und dann haben Sie noch den kleinen Jimmy, der bei McDonald's arbeitet, damit Sie sich das neue Haus in der baumbestandenen Straße mit den sauber gepflegten Rasenflächen und den properen weißen Holzzäunen leisten können. Schauen Sie doch, da springt Bello und begrüßt Opa, der gerade in die Einfahrt biegt! - und nächsten Monat werden Sie die letzte Rate von Ihrem Studienkredit abzahlen, aber dann ... PLÖTZLICH gibt Ihre Firma bekannt, daß sie nach Mexiko ziehen wird - ohne Sie! Der Arbeitgeber Ihrer Frau hat beschlossen, daß sie nicht mehr gebraucht wird, weil der neue Berater für "Humanressourcen" meint, ein Mitarbeiter könne leicht die Arbeit von drei erledigen, und der kleine Jimmy liegt mit einer unbekannten Krankheit darnieder, die er sich geholt hat, weil er etwas aus der McNugget-Friteuse gegessen hat, und Ihre Krankenversicherung erklärt, sie könne Jimmys Operation nicht bezahlen, aber sie werde ihn gerne ambulant behandeln lassen, wenn Sie bereit sind, zweimal in der Woche nach Tijuana zu fahren, weil dort direkt hinter der Grenze eine neue Klinik für ambulante Patienten gebaut wurde, der Freihandel macht's möglich, und durch den wurde vielleicht oder vielleicht auch nicht das Insekt eingeschleppt, das man in dem angebissenen McNugget von Jimmy gefunden hat - ach, und Entschuldigung, der Gerichtsvollzieher hat angerufen, Sie müssen Ihren neuen Toyota Celica zurückgeben, weil Sie eine Ratenzahlung vergessen haben! Hey, wenn Sie schon nach Tijuana fahren und Jimmy ins Krankenhaus bringen, könnten Sie auch gleich weiterfahren und bei Ihrer alten Firma nach Ihrem Job fragen, denn dort bekommen die ganzen "Teilhaber", wenn sie morgens um Fünf zur Arbeit kommen, gratis einen Burrito zum Frühstück und haben ein eigenes Klohäuschen.
Korrigieren Sie mich, wenn ich träume, aber sahen die Dinge noch vor etwa einem Jahr nicht viel besser aus? Sollten wir nicht die "größte wirtschaftliche Expansion in der Geschichte" erleben? Hatte die Regierung es nicht nach 55 Jahren geschafft, aus den roten Zahlen zu kommen und wies endlich einen Überschuß aus, der so hoch war, daß man damit jede Straße, Brücke und jeden Backenzahn in den USA sanieren könnte? Die Luft- und Gewässerverschmutzung hatte ihren tiefsten Stand seit Jahrzehnten erreicht, die Kriminalitätsrate war so niedrig wie nie zuvor, unerwünschte Schwangerschaften bei Teenagern gingen merklich zurück und mehr Jugendliche denn je erreichten einen Highschool- oder Collegeabschluß. Alte Menschen lebten länger, man konnte für 12 Cent die Minute mit Katmandu telefonieren, und das Internet brachte die Welt (abgesehen von den zwei Milliarden Menschen, die keinen Strom haben) näher zusammen. Palästinenser brachen mit Israelis das Brot, und die Katholiken in Nordirland tranken mit den Protestanten ein Bierchen. Ja, das Leben wurde immer besser - und wir alle spürten es. Die Leute waren freundlicher, Wildfremde auf der Straße sagten einem die Uhrzeit, und bei "Wer wird Millionär" wurden die Fragen einfacher gemacht, damit mehr Teilnehmer gewannen.
Und dann passierte es.

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Vorgestellte Ausgabe

ISBN 10:  3492241271 ISBN 13:  9783492241274
Verlag: Piper Taschenbuch, 2004
Softcover