An der Spitze der CSU: Die Führungsgremien der Christlich-Sozialen Union 1946 bis 1955 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, 68, Band 68) - Hardcover

 
9783486580693: An der Spitze der CSU: Die Führungsgremien der Christlich-Sozialen Union 1946 bis 1955 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, 68, Band 68)

Inhaltsangabe

Es ist heute fast vergessen, dass die CSU nicht immer die bayerische Staats- und Mehrheitspartei gewesen ist, als die sie in der Rückschau oft erscheint. Vor allem in den ersten Nachkriegsjahren stand die Partei auf tönernen Füßen und hatte mit erbitterten inneren Auseinandersetzungen zu kämpfen – und auch mit dem politischen Gegner. Die hier erstmals veröffentlichten Dokumente lassen einen Blick hinter die Kulissen der Parteiführung zu. Sie machen die Flügelkämpfe zwischen Josef Müller, Fritz Schäffer und Alois Hundhammer nachvollziehbar, den Aufstieg von Franz Josef Strauß, das Ringen mit der Bayernpartei oder den Umgang mit Skandalen wie der Affäre um das bayerische Landesentschädigungsamt und seinen Präsidenten Philipp Auerbach. Diese Edition ist unverzichtbar für alle, die mehr über die Lehr- und Krisenjahre der CSU in Erfahrung bringen wollen.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

" 3. Zur Edition und ihren Grundsätzen (S. 28-29)

Der vorliegende Band knüpft an die Dokumentation Die CSU 1945 1948. Protokolle und Materialien zur Frühgeschichte der Christlich-Sozialen Union"" an. Diese Dokumentation, die bereits 1993 in der Reihe Texte und Materialien zur Zeitgeschichte"" des IfZ erschienen ist, enthält die Niederschriften der Sitzungen der improvisierten Gremien aus den Gründungstagen der Partei sowie die Protokolle der Sitzungen des Landesausschusses und der Tagungen der Landesversammlung bis Februar 1948. Die Protokolle über die Sitzungen des Landesvorstands und des geschäftsführenden Landesvorstands wurden seinerzeit bewußt ausgeklammert.

Nun liegen auch diese Dokumente erstmals in veröffentlichter Form vor, und zwar nicht nur bis 1948, sondern bis zum Ende der Ära Ehard im Januar 1955. Damit deckt die vorliegende Edition ein Jahrzehnt ab, das nicht nur für die Geschichte der CSU, sondern auch für die Geschichte Deutschlands insgesamt von zentraler Bedeutung gewesen ist. Allerdings haben sich die Herausgeber nicht auf die Sitzungen des Landesvorstands und des geschäftsführenden Landesvorstands beschränkt, sondern auch die Konferenzen des Landesvorsitzenden mit den Vorsitzenden der zehn Bezirksverbände berücksichtigt, denen vor allem in den ersten Jahren der Ära Ehard eine ähnliche Funktion zukam wie den von der Satzung vorgesehenen Führungsgremien.

Insgesamt werden in der vorliegenden Edition 70 Sitzungen dokumentiert, und zwar: 36 Sitzungen des geschäftsführenden Landesvorstands (davon eine mit dem Wirtschaftsbeirat der Union, eine gemeinsam mit der Landtagsfraktion und der Landesgruppe sowie eine mit den Bezirksvorsitzenden, den Bezirksgeschäftsführern und den Obmännern der Arbeitsgemeinschaften), 25 Sitzungen des Landesvorstands (davon drei gemeinsam mit der Landtagsfraktion und der Landesgruppe) und neun Konferenzen des Landesvorsitzenden mit den Vorsitzenden der Bezirksverbände.

Wie viele Sitzungen der hier berücksichtigen Gremien zwischen Ende 1946 und Anfang 1955 tatsächlich stattgefunden haben, ist schwer zu sagen. Zum einen konnte vor allem der zahlenmäßig kleine geschäftsführende Landesvorstand auch kurzfristig einberufen werden, ohne daß dazu eine schriftliche Einladung ergehen mußte. Das heißt mit anderen Worten: nicht alle Konferenzen, die für die vorliegende Edition relevant gewesen wären, müssen einen schriftlichen Niederschlag gefunden haben.

Zum anderen ist die Überlieferung in den Akten der Parteizentrale ausgesprochen lückenhaft. Daß hier nicht wenige Protokolle fehlen und zuweilen nur Einladungen oder Anwesenheitslisten vorhanden sind, dürfte unter anderem darauf zurückzuführen sein, daß die Landesgeschäftsstelle zwischen 1949 und 1955 nicht nur einmal ihren Sitz wechselte und daß in der unterbesetzten Parteizentrale das Personal für eine geordnete Aktenführung fehlte.

Ebenso blieb des öfteren sichtlich keine Zeit dazu, die stenographischen Aufzeichnungen, die über Sitzungen des geschäftsführenden Landesvorstands und des Landesvorstands angefertigt wurden, in eine maschinenschriftliche Form zu bringen. Diese Edition enthält allein sechs Protokolle, die bislang nur als Stenogramm vorlagen und hier erstmals der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Da diese vermutlich von Auguste Niedermair angefertigten stenographischen Aufzeichnungen oft wenig mehr sind als bruchstückhafte Notizen, die später ergänzt und in eine lesbare Form gebracht werden sollten, ist das Ergebnis der Transkription entsprechend unbefriedigend und zuweilen auch verwirrend. Die Herausgeber haben sich dazu entschlossen, das von Alois Schmidmeier, der als ehemaliger Mitarbeiter des stenographischen Dienstes des bayerischen Landtags über große Erfahrung mit derartigen Texten verfügt, angefertigte Transkript so wenig wie möglich durch eigene Zusätze zu ergänzen, die angesichts des stellenweise fragmentaris

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