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eLearning: Einsichten und Aussichten - Hardcover

Schulmeister, Rolf

 
9783486580037: eLearning: Einsichten und Aussichten

Inhaltsangabe

Nach einer anfänglich großen Euphorie ist in Wirtschaft und Bildung eine gewisse Ernüchterung über die Möglichkeiten und Chancen von eLearning eingetreten. Rolf Schulmeister analysiert in diesem Buch die bisherigen Fehler und Erfolge, zeigt Gründe dafür auf und gibt Perspektiven für die Zukunft. Aus dem Inhalt: Dekonstruktion des Mythos eLearning Die Diversität der Studierenden und das eLearning Adaptive Lernsysteme als Lösung der Diversitätsproblematik? Der Diskurs im eLearning Didaktische Szenarien im eLearning Die Überwindung von Schranken durch eLearning Niedrigschwelliger Einstieg ins eLearning Der SAT

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Rolf Schulmeister gründete nach einer Ausbildung zum Sprach- und Literaturwissenschaftler 1971 das Interdisziplinäre Zentrum für Hochschuldidaktik (IZHD) der Universität Hamburg (jetzt Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung), an dem er seit 1976 als Professor für Hochschuldidaktik tätig ist. Seine Forschungsschwerpunkte sind seit Mitte der 1980er-Jahre Multimedia und eLearning. Er ist ebenfalls als Professor im Institut für Deutsche Gebärdensprache in der Fakultät für Sprache, Literatur und Medien tätig. Als Direktor des ZHW trägt er die Verantwortung für den Studiengang "Master of Higher Education" für die hochschuldidaktische Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses, dem bisher einzigen Master-Studiengang zur Vermittlung einer akademischen Lehrqualifikation. Er ist Autor von über 10 Büchern und über 100 Aufsätzen. Weitere Bücher von ihm bei Oldenbourg sind: "Grundlagen hypermedialer Lernsysteme" (2002); "Virtuelle Universität - Virtuelles Lernen" (2001), "Lernplattformen für das virtuelle Lernen" (2003). Unter seinen Multimedia-Projekte sind sowohl Programme zum Erlernen der Gebärdensprache (Die Firma) als auch zum Erlernen der Statistik und Methodenlehre (Methodenlehre-Baukasten). Besonders glücklich ist er über die Systeme, die in der Lage sind, Text in Gebärdensprache zu übersetzen (EU-Projekte ViSiCAst und eSIGN).

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

4.5 Warum interessiere ich mich für den Diskurs? (S. 143)

Zwei Gründe sind für mich Ausschlag gebend, mich mit dem Thema Diskurs im eLearning ein wenig gründlicher zu befassen: Einerseits werden immer wieder positive Erwartungen an die Wirkung der Diskurse für die Qualität des Lernens gerichtet und andererseits gibt es ständig Klagen von Kolleginnen und Kollegen, die eLearning nutzen, darüber, dass die Kommunikation im Chat ‚flach' und ‚chaotisch' sei und dass die in der Plattform bereitgestellten Foren von den Studierenden nicht oder zumindest nicht anspruchsvoll genug genutzt werden. Wenn die These zutreffend ist, dass der Diskurs das wesentliche Merkmal der Wissenschaft ist und dass Wissenschaft zu erlernen primär heißt, den wissenschaftlichen Diskurs zu erlernen, dann müssen wir uns fragen, ob eLearning zu diesem Prozess der Enkulturation einen Beitrag leistet oder leisten könnte. Wissenschaft zu erlernen ist vielleicht, wie Gen Ling Chang &, Gordon Wells (1997) meinen, nichts anderes als ein Diskurs:

"we believe that education at all levels must be conceived in terms of dialogue: an attempt, through the use of various modes of discourse, to develop understanding of, and to act effectively and responsibly in, our shared but diverse social and physical environment." Positive Erwartungen an den Diskurs Es gibt viele Bedeutungszuschreibungen für die Rolle der Kommunikation im virtuellen Dialog. Wenn Linda Harasim (1989) die Interaktion zwischen Studierenden in ihren Online-Kursen mit den Worten beschreibt, "Knowledge building occurs as students explore issues, examine one another's arguments, agree, disagree, and question positions", dann liegt hier eine augenscheinlich anschauliche Beschreibung von Diskursen vor. Linda Harasim behauptet gar, Kollaboration "contributes to higher order learning through cognitive restructuring or conflict resolution, in which new ways of understanding the material emerge as a result of contact with new or different perspectives" (S. 55).

Auch von anderen Autoren wird der Kommunikation eine Schlüsselrolle für das Lernen zugewiesen. So betont beispielsweise Starr Roxanne Hiltz (1986, S. 102): "The key activity in the Virtual Classroom is the exchange of ideas and information among students, with the faculty member as an organizer and facilitator of the activities and discussions." Gen Ling Chang &, Gordon Wells (1997) trauen dem Diskurs ebenfalls positive Wirkungen zu: "Discourse is undoubtedly the most salient aspect of educational activity." Aber sie betonen zugleich, dass das Potenzial für den Diskurs in Hochschulen nicht besonders ausgeprägt ist:

"Unfortunately, however, the potential for collaborative knowledge building that is inherent in a dialogic conception of educational activity has remained largely untapped in most educational institutions."

Manuela Pietraß (2004) betont den Wert multipler Perspektiven und mentaler Modelle für die Entwicklung der Argumentation: "Um zu einem sachgerechten Urteil zu gelangen, ist die Argumentation auf Basis von Fachwissen Voraussetzung, was zunächst die Aneignung dieses Wissens erfordert und dann seine Artikulation in der Gruppe. Dadurch wird das Wissen versprachlicht und in Diskursform gebracht, der zu einem fachlich gehobenen Diskurs wird, sofern die Gruppe auf Basis von Fachwissen argumentiert."

Die Bedeutung der Kommunikation für das Lernen und die Wahrnehmung des Lernen durch die Studierenden stellt eine Untersuchung des SUNY Learning Network (State University of New York) heraus (Shea, Fredericksen et al 2000).

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