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Die längste Nacht: Perry Rhodan-Roman - Lemuria 6: Roman. Originalausgabe. Mit e. Anh. v. Hartmut Kasper - Softcover

Haensel, Hubert

 
9783453530201: Die längste Nacht: Perry Rhodan-Roman - Lemuria 6: Roman. Originalausgabe. Mit e. Anh. v. Hartmut Kasper

Inhaltsangabe

Nach dem überwältigenden Erfolg von PERRY RHODAN–ANDROMEDA und PERRY RHODAN–ODYSSEE nun der neue, in sich abgeschlossene Zyklus PERRY RHODAN–LEMURIA.
Von den besten Autoren der Heftserie exklusiv für Heyne geschrieben!

Die Schlacht, die über den Fortbestand der Menschheit entscheidet, steht kurz bevor – und Perry Rhodan ist der einzige, der sie abwenden kann.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Hubert Haensel, Jahrgang 1952, zählt spätestens seit seinen umfangreichen Romanen um Reginald Bull und Alaska Saedelaere zu den beliebtesten Autoren von PERRY RHODAN. Neben PERRY RHODAN verfasste er auch Krimis sowie zahlreiche Fantasy- und Abenteuer-Romane.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Delbert Brouk verließ den Antigravschacht in der Zentrale und machte genau zwei Schritte vorwärts. Ungläubig verharrte sein Blick auf dem verwaisten Sessel der Ortungsstation, schweifte quer durch die Zentrale und kehrte dann sprunghaft zu den Ortungen zurück. Ein Schatten verdüsterte die Miene des Kapitäns. "Und?" Mehr sagte Brouk nicht, schon dieses eine Wort klang schneidend und frostig zugleich. Im Panoramaholo der GOLDEN GOOSE standen die Sterne des galaktischen Zentrums in gleißender Fülle. Sie erschienen wie ein undurchdringlicher Wall aus Materie, Licht und brodelnder Energie, faszinierend, geheimnisvoll und gefährlich, ein Ort, an dem noch heute Sonnen geboren wurden, während andere in einem letzten zornigen Aufflackern ihre Existenz beendeten. "Keine besonderen Vorkommnisse!" Die Meldung kam von der Funkstation. "Keine ...?" Brouk biss sich auf die Unterlippe und wandte sich Janna Pagnell zu. "Alle Stationen gefechtsbereit! wurde angeordnet. Rund um die Uhr. Wir absolvieren keinen Spazierflug mal eben zur Wega und zurück, das sollte jedem klar sein ..." "Genau das hat Rudolph Cavins auch gesagt", stellte der Zweite Pilot fest. "Nicht wörtlich, aber so ungefähr ... jedenfalls." "Weiter!" Der Blick des Kapitäns pendelte zwischen der verlassenen Ortung und der Panoramawiedergabe. Er versuchte sich einzureden, dass in dieser Region keine Bedrohung lauerte. Was existierte hier schon außer unberührtem Sternendschungel? Wenn es hoch kam, eine Hand voll automatischer Relaisstationen. Oder das eine oder andere altersschwache Prospektorenschiff, geflogen von Männern und Frauen, die hofften, eines Tags das ganz große Glück zu finden, aber doch nur ihr Leben verschwendeten, gezeichnet von intensiven Strahlungsstürmen und der Arbeit auf Welten, auf denen kein Raumfahrer, der seine Sinne halbwegs beisammen hatte, jemals freiwillig landen würde. Wir stecken mittendrin. Bitter stieg der Gedanke in Brouk empor, obwohl ihn bis vor wenigen Wochen gerade diese Abwechslung gereizt hatte. Forschung im galaktischen Zentrum. Die Verlockung spürte er immer noch - aber nun auch die Gefahr. Eine Operation aus dem Verborgenen heraus, die Suche nach neuen Rohstoffquellen unter strikter Vermeidung jeglicher Kontakte ... Letzteres war kein Problem. Und unumgänglich. Denn alle raumfahrenden Völker würden sich wie die Schmeißfliegen auf jedes neue Vorkommen von Hyperkristallen stürzen, sobald der Fundort publik wurde. Der Sektor war Niemandsland, wer sollte hier Besitzansprüche und Schürfrechte regeln? "Da gibt es kein Weiter." Die Stimme des Zweiten Piloten klang beleidigt. "Cavins hat seine Station an den Syntron übergeben und sich vorübergehend abgemeldet. Er fühlt sich krank, sagte er." Der Kapitän vollführte eine heftig ablehnende Handbewegung. "Seine ganze eingebildete Krankheit ist seine verdammte Ehrlichkeit. Sie schlägt ihm auf den Magen. Cavins muss sich eine Haut aus Stahl zulegen, wenn er weiterkommen will." Ächzend ließ Brouk sich in den Sessel des Orters sinken und rief die Aufzeichnungen ab. Rudolph Cavins hatte seinen Platz erst vor wenigen Minuten verlassen, die Übergabe war ordnungsgemäß erfolgt. Keine Vertretung möglich, las der Kapitän die Lognotiz. Bucio hat es noch schlimmer erwischt als mich. Ihm war klar, dass Cavins seit fünfzehn Stunden ohne Unterbrechung Dienst tat. Die Verhältnisse waren eben anders als während der gewohnten Frachtflüge. Vor einer Stunde hatte die GOLDEN GOOSE mit Mühe und Not ihre letzte kurze Überlichtetappe beendet, und der 28. April 1327 Neuer Galaktischer Zeitrechnung war um 15:28 Uhr Bordzeit auch nicht mehr ganz taufrisch. Seit Wochen hing das Schiff im Niemandsland. Der letzte verdammte Strahlungssturm hatte die GOLDEN GOOSE wie eine Nussschale durch den Raum gewirbelt. Seither arbeiteten die Konverter nur noch mit halber Leistung, die Triebwerksaggregate überhitzten sich unglaublich schnell, und die Stimmung der Mannschaft war dem Nullpunkt bedrohlich nah. "Kurs?" "Unverändert. Laut Kartentank existiert in Flugrichtung kein für uns geeignetes Sonnensystem." Brouk winkte ab. "Die Sternkarten sind alles andere als vollständig. Wir finden eine Welt, auf der wir landen und die Schäden beheben können. Mein Wort darauf." "Wie lange hält der Überlichtantrieb noch durch? Jede Etappe bringt mehr Probleme." Die plötzliche Stille hatte etwas Lähmendes. Minuten vergingen, in denen der Kapitän nur Sensorabfragen vornahm. Als seine Faust auf die Konsole krachte, klang das überlaut. "Ich zieh ihm das Fell über die Ohren! Rudolph hat es nicht mal für nötig befunden, die Basisabfragen durchlaufen zu lassen!" "Kann es sein, dass er wirklich krank ist?", warf Janna Pagnell ein. Brouk schwang mitsamt dem Kontursessel herum. Sein Blick wurde stechend, als er erst die Funkerin musterte und dann der Reihe nach die anderen. "Okay." Er massierte seine Nasenwurzel und blinzelte. "Es geht weiter. Je eher wir fündig werden ..." Er brachte den Satz nicht zu Ende. Jeder wusste, was er meinte. ... desto eher geht es zurück. Die Fülle der Störstrahlungen war Legion. Ausgangspunkt war hauptsächlich eine bizarre Dunkelwolke, die der Strahlungsdruck der Sonnen im Umfeld schichtenförmig auseinander riss. Die hereinkommenden neuen Daten vermischten sich mit der optischen Erfassung zum Komposit. Ausläufer der Wolke trieben wie Rauchschwaden durch den Raum. In ihrem Kern zeichnete sich ein Gebiet der Sternentstehung ab, geprägt von wirbelnden Materieschwaden und Energieströmen. Dort gab es mehrere massive Ballungen, die aber noch nicht in den Fusionsprozess eingetreten waren. Delbert Brouk veränderte die Suchparameter für den weiteren Bereich. Flüchtig schaute er auf die Zeitanzeige. Keine drei Tage mehr bis zu seinem 57. Geburtstag, für den er nur einen einzigen Wunsch hatte: mit dieser verdammten Kiste endlich auf Heimatkurs gehen zu können, bevor die Maschinen endgültig schlapp machten. "Da ist etwas!" Völlig unvorschriftsmäßig kam Janna Pagnells Meldung. Hastig fügte sie hinzu: "Ein Impuls ..." "Geht das etwas genauer ...?" "Ja, natürlich." Sekundenlang ließ sich die Funkerin von Rudolph Cavins ablenken, der soeben wieder in der Zentrale erschien, blass und mit wirr in die Stirn hängendem Haar. Dann widmete sie sich erneut ihrer Konsole und der aktiven Blickschaltung. "Hyperfunkimpuls!" Sie bewegte ruckartig den Kopf. Im Halbdunkel der Zentrale spiegelte sich das Flackern der Holos auf ihrem Gesicht; ihre Miene war hart geworden. "Gerafft und auf einer kaum gebräuchlichen Frequenz. Eigentlich nichts, was von der Flotte oder der zivilen Raumfahrt ..." "Ausgangspunkt?" "Keine Einpeilung möglich. Der Sender steht trotzdem nur einige Dutzend Lichtjahre entfernt. Die Eingangsleistung ist denkbar gering." "Also kein großes Schiff?", fragte Cavins vom Schott her. "Schon gar keine planetare Station?" Da die Funkerin nicht sofort antwortete, ließ sich der Kapitän zu einer spitzen Bemerkung hinreißen. "Vom Krankenbett auferstanden, Cavins?" "Der Medoroboter hat mir ein kreislaufstützendes Mittel injiziert." "Das ist zu wenig. Ich will wissen, was wirklich mit dir los ist, bevor du endgültig schlappmachst." "Alles in Ordnung." Cavins zeigte ein gequältes Lächeln. "Ich halte die letzten Tage schon durch." Brouk zögerte. Noch zwei oder drei Ausfälle in der Crew, dann war nicht mehr jede Station zu besetzen. Ein 100-Meter-Kugelraumer dieses Typs war zu groß für nur 25 Besatzungsmitglieder, sogar dann, wenn das halbe Schiff nur aus Laderaum bestand. "Es gibt keine Signatur, die Rückschlüsse auf den Sender erlaubt", sagte die Funkerin. "Eine Kodierung ist ebenfalls nicht vorhanden." "Demnach Klartext ... Lass den Wortlaut hören!" "Auch kein Klartext, sondern banale Symbolgruppen. So etwas wird längst nicht mehr verwendet. Wenn das von einem Raumschiff kommt, gehört der Kahn keinem bekannten Volk." Alle Blicke wandten sich dem Kapitän zu. "Wir werden den Teufel tun und uns darum kümmern", sagte er schroff. "Wir sind hier, weil handfeste wirtschaftliche Gründe das...

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