Roman 1. 2004 320 S. Taschenbuch Heyne, W,
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Frank Borsch, geboren 1966, lebt in Freiburg. Seit 1997 arbeitet er - mit wechselndem Schwerpunkt - als Übersetzer, Journalist, Autor und Redakteur. Er übersetzte zahlreiche Superheldencomics wie "Daredevil" oder "Hulk" ins Deutsche, publizierte zu diversen Internet-Themen und etablierte sich als Stammautor der "Perry Rhodan"-Serie. Mit "Alien Earth" wendet er sich nun der nahen Zukunft der Erde zu.
Die Sterne riefen ihn.
Venron hatte sie noch nie gesehen, nicht in Wirklichkeit, nur in alten Aufzeichnungen. Heimlich und verstohlen, immer in der Angst davor, dass die Tenoy ihn und die übrigen Sternensucher überraschen würden.
Staunend hatten sie sich ihrem Glanz hingegeben. Hatten versucht, sie zu zählen und schließlich aufgegeben. Es waren zu viele; niemandem konnte es je gelingen, ihre Zahl zu erfassen. Wozu auch? Die Sterne waren selbst in der Darstellung, die die langsam, aber unweigerlich zerfallenden Speicher hergaben, das Schönste, das sie je erblickt hatten.
Venron musste sie sehen.
Mit eigenen Augen.
Er musste Gewissheit haben, dass er sich nicht nach einem Trugbild sehnte.
Venron legte die dicke Plastikschürze und die Handschuhe ab, die ihn in den vergangenen Stunden vor den Stacheln der Eiweißpflanzen geschützt hatten. Das Protein der Pflanzen war das hochwertigste, das ihnen zur Verfügung stand, hochwertiger als selbst das der wenigen Tiere. Warum aber ausgerechnet die Eiweißpflanzen sich nur so widerwillig von ihren Früchten trennten, blieb für Venron ein Geheimnis. Beherrschten die Tenkren, die sie entworfen hatten, ihr Handwerk nicht? Oder verfolgten sie eine Absicht, die ihm entging?
Eine Stimme riss ihn aus den Gedanken.
"Schon was vor nach der Schicht?", fragte Melenda.
Venron sah überrascht auf. Melenda hatte den Materialverschlag unbemerkt betreten. Sie war in seinem Alter, eine üppige, lebensfreudige junge Frau mit langen Haaren und einem Hüftschwung, von dem er einige Nächte lang geträumt hatte, nachdem sie seinem Metach'ton zugeteilt worden war. Aber die Sterne hatten die Oberhand behalten. Er träumte nur noch selten von Melenda.
"Ja. Ich ... ich wollte noch etwas lesen", log er. "Du weißt schon, lernen."
Melenda runzelte die Stirn. "Hast du nie etwas anderes im Kopf, als dich vor dem Rest der Welt zu verstecken?" Sie trat zu ihm, streckte die Hand aus, als wolle sie nach seiner greifen, ließ es aber sein. "Wieso kommst du nicht mal raus aus dem Loch, das du dir gegraben hast? Ich treffe mich mit den anderen am Bug. Delders Pflanzen haben neue Blüten. Ein Kick, wie du ihn noch nie gespürt hast, sagt er, wenn du dir den Saft spritzt. Und Delder hat es draufl Eines Tages wird er Tenkren, wetten? Ich weiß, die anderen mögen dich nicht besonders, aber wenn ich ein gutes Wort für dich einlege ..."
"Danke", sagte Venron. "Aber es geht nicht. Vielleicht ein andermal?"
"Ein andermal? Daran glaubst du doch selbst nicht!" Melenda ließ ihre Schürze achtlos auf die Bank fallen und stürmte aus dem Verschlag. Die Tür knallte hinter ihr zu, ließ die gesamte Konstruktion wanken.
Venron starrte einige Augenblicke lang auf den Zugang, legte dann seine Schürze sorgfältig zusammen und schob sie und die Handschuhe in die dafür vorgesehenen Fächer. Dann ging er zu Melendas achtlos hingeworfener Schürze und wiederholte den Vorgang.
Er tat es wider besseres Wissen. Niemand würde den Materialraum vor der nächsten Schicht betreten, und die begann erst am Morgen. Doch Venron brachte es nicht fertig, über seinen Schatten zu springen. "Verschwendung ist unser Untergang!", hatte man ihm von Kindesbeinen an gelehrt. "Unsere Ressourcen sind endlich - und knapp!" Du gibst einen schönen Verräter ab!, dachte er. Räumst vorher noch mal aufl
Venron verließ den Verschlag. Es dämmerte bereits. An einen Pfosten in der Nähe lehnte ein Fahrrad. Er tippte auf das Lenkerdisplay und bekam ein Freizeichen. Gut. Auf diese Weise würde es schneller gehen. Venron fuhr los, kreuzte mit der Vertrautheit langer Jahre durch das Gewirr der Wege, das sich durch die Felder und Gärten des Außendecks zog. Er genoss den Fahrtwind, der ihm über die Haut und durch die Haare strich. Auf dem Rad war es einfach, die hohe Schwerkraft zu vergessen, die ihn zu Boden ziehen wollte. Die Schwerkraft ließ die Glieder bei der Arbeit rasch ermüden. Ab Mittag dachten die meisten Metach nur noch daran, Luft zu schöpfen, und an das Mitteldeck, auf das sie nach ihrer Schicht zurückkehren durften.
Venron begegnete in langen Abständen anderen Metach. Um diese Zeit waren nur wenige unterwegs, man saß beim ausgedehnten Abendessen im Kreis des Metach'ton. Wieso die Zeit auf dem Außendeck verschwenden, wo es nur Schweiß und harte Arbeit gab? Er winkte den Passanten grüßend zu. Venrons Puls schlug hart, beruhigte sich erst wieder, als er um eine Biegung fuhr und der Ruf "Halt, was treibst du da eigentlich?" ausblieb.
Und er unterblieb nicht nur einmal, sondern mehrmals. Man nahm ihm ab, was zu sein er vorgab: ein etwas versponnener Metach, der sich nach seiner Schicht die Zeit mit einer Spritztour vertrieb. Schlimmstenfalls eine harmlose Laune.
Niemand sah in ihm den Verräter.
Venron bemerkte in der Ferne den Umriss einer jungen Frau auf einem Rad. Sie hatte den Oberkörper weit nach vorn gebeugt, um einen geringeren Luftwiderstand zu bieten.
Er riss auf der Stelle den Lenker herum und schoss auf dem bockenden Rad zwischen die Reihen der Sträucher, die zu seiner Linken standen. Er glitt aus dem Sattel, drehte sich so, dass er den Weg sehen konnte, ohne selbst gesehen zu werden, und rührte sich nicht mehr, bis die Frau ihn passiert hatte. (...)
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Softcover. Zustand: leichte Gebrauchsspuren. 3. Auflage. TitelDie Sternenarche : Roman / Frank Borsch. Mit einem Anh. von Hartmut Kasper Person(en)Borsch, Frank (Verfasser) AusgabeOrig.-Ausg. VerlagMünchen : Heyne Zeitliche EinordnungErscheinungsdatum: 2004 Umfang/Format318 S. : Ill. ; 19 cm ISBN/Einband/Preis978-3-453-53003-4 kart. : EUR 6.95, sfr 12.80 3-453-53003-9 kart. : EUR 6.95, sfr 12.80 EAN9783453530034 BeziehungenPerry Rhodan - Lemuria ; Bd. 1 Sachgruppe(n)830 Deutsche Literatur ; B Belletristik In deutscher Sprache. 320 pages. 180x115 mm. Artikel-Nr. 230477
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