Perry Rhodan und seine Begleiter unternehmen mit einem Vortex-Schiff, das die Trans-Genetische Allianz in Dienst gestellt hat, einen Testflug. Doch sie sind nicht die Einzigen, die mit der neuen Technik experimentieren – ihr Schiff wird von einem Raumer der Gui Col gekapert. Mit ihnen verschlägt es sie auf die »andere« Seite von Andromeda, der Milchstraße abgewandt. Von dort erscheint eine Rückkehr in die Heimat undenkbar.
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Michael Marcus Thurner, geboren 1963, veröffentlichte erste Romane im Rahmen der PERRY RHODAN-Fan-Edition, bevor er im Jahr 2002 als Stammautor in die ATLAN-Serie einstieg. Seit Anfang 2005 schreibt Thurner als festes Mitglied im PERRY RHODAN-Team. Der Autor lebt und arbeitet in Wien.
Goldweiße Segel blähen sich im Sternenwind. Lichtreflexe unendlich weit entfernter Sonnen zeichnen ein Sprenkelmuster auf das flatternde Leinen. Der Schiffsleib krängt über, von den Gewalten des Sturms zur Seite gedrückt, von gischtenden Pulsarwellen am Bugbereich in zusätzliche Unruhe versetzt. Der Fockmast, mächtig und erhaben, droht zu brechen, die Besatzung über Bord gespült zu werden, um im Dunkel des Weltalls zu ertrinken und davonzutreiben, um irgendwo und irgendwann an die Gestaden namenloser Sonne geschwemmt zu werden, um in Bedeutungslosigkeit zu verbrennen...
"Träumst du, Perry Rhodan?" "Hm?"
"Ich analysiere deine Mimik. Ich habe dein Gesicht vermessen und in zweitausendzweihundertdrei Ankerpunkte zerlegt, die je nach Muskelbewegung unterschiedliche Bedeutungen hervorbringen. Acht davon erkenne ich als Versonnenheit. Dein jetziger Blick entspricht Version achtachtdrei, Untervariante C, versehen mit einer noch unbekannten Variablen, die ich hoffentlich irgendwann einmal verstehen werde."
"Gute Arbeit, Parizhoon." Rhodan lächelte - und fragte sich, welche Nummer diesem eher müde Grinsen in der Analyse des Mentadriden zugeordnet war. "Ich habe in der Tat nachgedacht und bin ein wenig ins Schwärmen gekommen."
"Darf ich raten? Du erkennst in den Raumschiffen vor uns Segelklipper, wie sie vor langer Zeit auf der Erde die Meere befuhren."
"Ja. Wenn du mich jetzt bitte entschuldigst ..." Der Terraner wandte sich ab und tat ein paar Schritte beiseite, um Parizhoon deutlich zu machen, dass er keinen gesteigerten Wert auf eine weitere Analyse seines Innenlebens legte.
Seine Vision hatte einiges mit dem tatsächlichen Erscheinungsbild der Konsortium-Schiffe gemein - aber nicht alles. Die "Fock" samt Segelflächen beherrschte mit einer Höhe von 690 Metern in der Tat den gesamten Aufbau des Raumers; die dahinter aneinandergereihten Masten wurden kleiner und schmäler, je näher sie dem Heck kamen.
Dem Heck ...
Eigentlich existierte kein Schiffsrumpf. Die Segelflächen, die aus scharfgratigem Schiefer gemeißelten Elementen glichen, verdickten im Basisbereich und vermengten sich zu einer festen Masse, aus der sich da und dort Kanten hervorschoben. Das Konsortium verschwendete ganz offensichtlich nur wenige Gedanken an Gesichtspunkte wie Ökonomie und Raumbewirtschaftung.
Die Kämpfe des Konsortiums gegen die Gui Col flauten ab, die Inhaber der goldglänzenden Segler ergriffen die geordnete Flucht. Über das Warum und Wieso dieses erbarmungslos geführten Kampfes, zwischen dessen Fronten Rhodan und seine Begleiter geraten waren, gab es vorerst nur Mutmaßungen.
Er wandte sich einer strategischen Holokarte zu. Nur mühsam hielt er die Fassade aufrecht und gab sich ungerührt. Was im Kartentank vereinfacht dargestellt wurde, hatte nichts mit den tatsächlichen Dingen zu tun, die sich einige Lichtminuten entfernt abspielten.
Das Ende eines der Segler, eines Nachzüglers, war gekommen. Die Gui Col hatten ihn vom Rest der Konsortium-Flotte getrennt und zerlegten ihn nun Mast für Mast in seine Einzelteile. Der Räumer zerbrach unter dem Geschützfeuer der unerbittlichen Piraten, riesige Splitterteile trudelten durch die Schwärze des Weltalls davon. Sie überschlugen sich, glitzernd und glänzend. Zwischen ihnen trieben kleine funkaktive Pünktchen. Lebewesen, die verzweifelt um Hilfe riefen, die sie nicht erhalten würden. Der Konvoi der Erleuchteten Kauffahrer hatte dieses Schiff aufgegeben.
Rhodan schauderte. Eine Gänsehaut zog sich seinen Nacken abwärts. Er fühlte sich hilflos, wie so oft in derartigen Situationen.
"Wir werden aufgefordert, uns der BRILLANTENEN VORSICHT weiter zu nähern", sagte Aitor Etcheberria, der Pilot der CANNAE. "Man wird uns Huckepack nehmen und aus dem Gefahrenbereich schleppen."
"Wir folgen der Aufforderung", bestimmte Rhodan nach kurzem Augenkontakt mit dem tefrodischstämmigen Tamrat Tooray Ziaar amy Golröo. Dankbar für die Ablenkung, widmete er sich dem, was vor ihm lag.
Der Feind unseres Feindes muss ein Freund sein, dachte er. Und wenn ich dieses Sprüchlein oft genug wiederhole, glaube ich irgendwann selbst einmal daran.
Etcheberria steuerte den Zweihundert-Meter-Kreuzer der CALLAMON-Klasse mit höchster Konzentration; in der Zentrale des Schiffes herrschte angespannte Nervosität, die sich umso mehr steigerte, je näher sie dem Segelklipper kamen.
Unvermittelt griffen energetische Klammern nach der CANNAE und fixierten sie im "Kielwasser" des goldenen Schiffs namens BRILLANTENE VORSICHT. Die Distanz zu seinem Heck betrug weniger als fünfhundert Meter. Ein Schutzschirm hüllte sie ein - und hielte sie zugleich vom Schiff des Konsortiums weg.
Goldweiße, schrundige Flächen ragten vor den Kameraaugen der CANNAE auf. Was aus der Distanz filigran, fast ätherisch gewirkt hatte, erwies sich nun kompakt und auf eine nicht erklärbare Weise strukturiert.
Es ist stets derselbe Effekt, sagte sich Rhodan. Qualitäten, Dimensionen und Funktionalität eines Raumers lassen sich lediglich aus der Nähe erkennen. Wenn man ihm nahe kommt, die Wände hoch und höher ragen, wenn Detaillösungen im Gesamtkonzept sichtbar werden ...
"Wir werden angefunkt. Man bittet uns, noch vor dem Eintritt in den Weißraum eine Delegation an Bord der BRILLANTENEN VORSICHT zu schicken", sagte ein tefrodischer Funker mit müder Stimme. Sein linker Arm war provisorisch geschient, in der rechten Gesichtshälfte steckten mehrere Splitter, die ein kleiner Medoroboter Stück für Stück entfernte.
"Klopf, klopf, klopf. Wer da, im Namen Beelzebubs?", kommentierte Chaymae Wolkenstein den Funkspruch. Die junge und - wie sie während der letzten Tage gezeigt hatte - erstaunlich schlagkräftige Myrmidonin zitierte nicht zum ersten Mal Shakespeare. Rhodan vermutete, dass er der Einzige in der Gruppe war, der ihre Zitate als solche erkannte.
Shakespeare. England. Terra. Was für eine ferne Welt, von der Silberdollar-Galaxis aus gesehen ...
Rhodan atmete tief durch. "Man ist neugierig auf uns. Wie treten wir auf?"
"Dankbar, aber auch bestimmt." Adlai Kefauver, einer der beiden Inhaber der Sternenwacht Myrmidon, trat neben ihn. Besser gesagt: Er humpelte. Sein rechtes Bein steckte in einem breiten Verband, der aus unzähligen biegsamen Ringteilen bestand, hinter denen es grell hervorleuchtete. Das typische Sirren eines Heilscans, wie er in ähnlicher Form auf Terra in exorbitant teuren Kliniken Anwendung fand, war zu vernehmen. Ober- und Unterschenkelknochen wurden vom Verband fixiert, geschient und mit Wärme bestrahlt.
Durch winzige Bohrlöcher im Fleisch, die Rhodan zwischen den Lamellenringen wahrnehmen konnte, hatten Heilroboter Zugang zum verletzten Knochen. Sie diagnostizierten, säuberten wundes Gewebe und operierten. Ein kleiner Chronometer, der auf den Knieteil des Fixateurs gepfropft war, gab in tefrodischen Ziffern bekannt, dass der Eingriff während der nächsten zehn Minuten beendet und der Heilungsprozess in zwei Stunden abgeschlossen sein würde.
"Du fühlst dich wieder fit?", fragte der Terraner.
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