James Bond - Casino Royale - Softcover

Buch 1 von 14: James Bond (Original Series)

Fleming, Ian

 
9783453500372: James Bond - Casino Royale

Inhaltsangabe

James Bond is back!

James Bond muss in einem legendären Bakkarat-Duell gegen den russischen Top-Spion Le Chiffre beweisen, dass er die Nummer eins im internationalen Spionagekartell ist. In der Kinoverfilmung des ersten „Bond“-Romans gibt Daniel Craig seinen Einstand in der Rolle des britischen Topagenten 007. An seiner Seite agieren Judi Dench, John Cleese und Eva Green.


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Über die Autorin bzw. den Autor

Ian Fleming, geboren am 28. Mai 1908 in London als Sohn eines Bankiers, studierte in München und Genf Psychologie. 1933 ging er als Korrespondent für die Nachrichtenagentur Reuters nach Moskau, bevor er während des Zweiten Weltkrieges als hochrangiger Verbindungsoffizier beim britischen Geheimdienst war. 1952 erschuf er die legendäre Heldenfigur des Geheimagenten James Bond, am 13. April 1953 erschien mit "Casino Royale" der erste Roman der Erfolgsserie, die bis heute ein Millionenpublikum begeistert. Bis zu seinem Tod am 11. August 1964 verfasste Fleming 14 Bond-Romane.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Um drei Uhr morgens ist der Geruch nach Parfüm, Rauch und Schweiß betäubend. Der Nervenverschleiß, den das Spielen um hohe Einsätze mit sich bringt und der sich aus der Summierung von Gier, Angst und nervöser Spannung ergibt, wird um diese Zeit unerträglich, und die Sinne erwachen und revoltieren dagegen. James Bond wusste plötzlich, dass er erschöpft war. Er wusste immer, wenn Körper oder Geist genug hatten, und er richtete sich auch danach. Es half ihm, jegliche Überanstrengung zu vermeiden – aber auch jene gefühlsmäßige Dumpfheit, aus der die Fehler entstehen. Unauffällig verließ er den Rouletttisch, an dem er gespielt hatte, und blieb einen Augenblick an einem Messinggeländer stehen, das den Tisch im »Salle privée«, an dem um höchste Einsätze gespielt wurde, in Brusthöhe umgab. Le Chiffre spielte immer noch, und allem Anschein nach gewann er auch immer noch. Vor ihm lag ein unordentlicher Haufen von Hunderttausender-Chips. Im Schatten seines dicken linken Armes war außerdem ein kleinerer Haufen jener gelben Chips zu erkennen, von denen jeder eine halbe Million Francs wert war. Bond beobachtete eine Weile das merkwürdige, eindrucksvolle Profil, zuckte leicht mit den Schultern, als wolle er seine Gedanken abschütteln, und ging dann weiter. Das Gitter, das die »Caisse« abteilt, reicht bis dicht unter das Kinn, und der »Caissier«, im Allgemeinen nur ein kleinerer Bankangestellter, sitzt auf einem Stuhl und beschäftigt sich mit den Stapeln von Geldscheinen und Chips, die auf einem kleinen Brett vor ihm aufgebaut sind, jenseits des schützenden Gitters, etwa in Gürtelhöhe der wartenden Kunden. Der Caissier trägt zu seinem Schutz eine Pistole, und auch sonst ist es unmöglich, über das Gitter zu setzen, die Banknoten an sich zu raffen, wieder über das Geländer zu springen und das Kasino durch die vielen Gänge und Türen zu verlassen. Außerdem arbeiten die Caissiers im Allgemeinen immer zu zweit. Bond dachte über dieses Problem nach, als er das Bündel von Hunderttausend-Franc-Scheinen und dann die Bündel von Zehntausend-Franc-Noten einsteckte. Ein anderer Teil seiner Gedanken galt der planmäßigen Sitzung des Kasino-Ausschusses, die morgen stattfinden würde. »Monsieur Le Chiffre gewann zwei Millionen. Er spielte wie üblich. Miss Fairchild gewann in einer Stunde eine Million und verließ dann das Kasino. Innerhalb dieser einen Stunde bot sie Monsieur Le Chiffre dreimal ›banco‹ und ging anschließend. Sie spielte vollkommen kühl. Monsieur le Vicomte de Villorin gewann am Roulett eine Million zweihunderttausend. Er setzte zu Anfang den Höchstbetrag und ließ ihn dann stehen. Er hatte sehr viel Glück. Und dieser Engländer, Mr. Bond, vergrößerte seine Gewinnsumme in den letzten beiden Tagen auf genau drei Millionen. Er spielt an Tisch 5 mit einem progressiven System auf Rot. Duclos, der ›Chef de partie‹, kennt die Einzelheiten. Anscheinend hat Mr. Bond sehr große Ausdauer und spielt immer nur mit dem höchsten Einsatz. Auch er hat sehr großes Glück. Seine Nerven scheinen gut zu sein. Auf der ›Soirée‹ brachte Chemin-de-fer soundso viel ein, Bakkarat soundso viel und Roulett soundso viel. ›Boul‹ war wieder sehr schlecht besucht, deckte jedoch die Ausgaben.« »Merci, Monsieur le Président.« So ungefähr würde die morgige Sitzung verlaufen, überlegte Bond, als er die Pendeltüren aufstieß, den Salle privée verließ und dem gelangweilten Mann im Abendanzug zunickte, dessen Aufgabe es war, jedem den Eintritt oder den Ausgang mithilfe jenes elektrischen Fußschalters zu gestatten oder zu verwehren, der die Türen bei dem geringsten Anzeichen von Unruhe versperrt. Und der Kasino-Ausschuss würde die Abrechnung genehmigen und dann zum Mittagessen nach Hause oder in eines der Cafés gehen. Bei der Vorstellung, die Caisse zu berauben – eine Sache, die ihn persönlich zwar nichts anging, aber ihn trotzdem interessierte – kam Bond zu dem Schluss, dass dazu zehn gute Leute notwendig seien, dass dabei mit Sicherheit ein Angestellter oder auch zwei getötet werden müssten und dass man vermutlich weder in Frankreich noch in irgendeinem anderen Land zehn Killer finden würde, die dieses Risiko übernähmen. Als er dem »Vestiaire« einen Tausend-Franc-Schein in die Hand drückte und die Treppe des Kasinos hinunterging, war Bond zu der Überzeugung gekommen, dass Le Chiffre unter keinen Umständen versuchen würde, die Caisse zu berauben, und deswegen beschäftigte er sich auch nicht mehr mit dieser Möglichkeit. Statt dessen untersuchte er seine derzeitigen physischen Gefühle. Durch die Sohlen seiner Abendschuhe hindurch spürte er den trockenen, unangenehmen Kies des Weges; er hatte einen schlechten, ausgedörrten Geschmack im Mund und schwitzte leicht unter den Armen. Er spürte auch seine Augäpfel, die aufgequollen zu sein schienen. Gesicht, Nase und Augenlider wirkten gedunsen. Tief atmete er die frische Nachtluft ein und konzentrierte Sinne und Verstand. Er wollte wissen, ob man sein Zimmer, seit er es verlassen hatte um zu Abend zu essen, durchsucht hatte. Er überquerte den breiten Boulevard und ging durch die Gartenanlagen zum Hotel Splendide. Dem Portier zulächelnd, der ihm seinen Zimmerschlüssel gab – Nr. 45 im ersten Stock – griff er nach dem Telegramm. Es kam aus Jamaika und hatte folgenden Text: KINGSTONJA XXXX XXXXXX XXXX XXX BOND SPLENDIDE ROYALE-LES-EAUX MINDERWERTIGE ZIGARRENPRODUKTION ALLER KUBANISCHEN FABRIKEN IM JAHRE 1915 ZEHN MILLIONEN WIEDERHOLE ZEHN MILLIONEN STOP HOFFE DASS ANGABE GENÜGT GRÜSSE DASILVA Das bedeutete, dass zehn Millionen Francs für ihn unterwegs waren; es war die Antwort auf eine Bitte, die Bond nachmittags über Paris an das Londoner Hauptquartier geschickt hatte. Paris hatte mit London gesprochen, wo Clements – der Leiter von Bonds Abteilung – wiederum mit M gesprochen hatte, der nur trocken lächelte und dann anordnete, die Sache mit dem Finanzministerium zu regeln. Bond hatte früher einmal in Jamaika zu tun gehabt, und zwar unter dem Deckmantel eines sehr reichen Kunden der Firma Caffery, der bedeutendsten Import- und Exportgesellschaft von Jamaika. Aus diesem Grunde wurde er auch jetzt über Jamaika durch einen Verbindungsmann gesteuert, dem Bildredakteur des »Daily Gleaner«, der berühmten Zeitung der Großen Antillen. Fawcett, wie der Redakteur des »Gleaner« hieß, war ursprünglich Buchhalter bei einer führenden Fischfanggesellschaft gewesen, die auf den Cayman-Inseln ihren Sitz hatte und ausschließlich Schildkröten fing. Er gehörte zu jenen Männern der Cayman-Inseln, die sich bei Kriegsausbruch freiwillig gemeldet hatte; bei Kriegsende war er dann Verwaltungsangestellter einer kleinen, in Malta stationierten Spionagegruppe der britischen Kriegsmarine. Schweren Herzens musste er schließlich zu den Cayman-Inseln zurückkehren, wurde später jedoch von der Abteilung des Secret Service übernommen, zu deren Aufgabengebiet die Großen Antillen gehörten. Er erhielt eine gründliche Ausbildung als Fotograf und noch in einigen anderen Künsten, und mit dem stillschweigenden Einverständnis eines einflussreichen Mannes in Jamaika landete er hinter dem Schreibtisch des Bildredakteurs des »Gleaners«. In den Pausen zwischen dem Aussortieren der Aufnahmen, die ihm von den großen Bildagenturen – Keystone, Wide-World, Universal, I.N.P. und Reuter-Foto – zugeschickt wurden, erhielt er telefonisch knappe Instruktionen von einem Mann, den er noch nie gesehen hatte, bestimmte einfache Dinge auszuführen, die lediglich völlige Verschwiegenheit sowie Schnelligkeit und Zuverlässigkeit erforderten. Für diese gelegentlichen Dienstleistungen bekam er monatlich zwanzig Pfund Sterling, die von einem fiktiven, in England lebenden Verwandten auf sein Konto bei der Royal Bank of Canada eingezahlt wurden. Fawcetts gegenwärtiger Auftrag lautete, Texte, die ihm durch den anonymen Kontaktmann telefonisch in seine Wohnung übermittelt wurden, sofort und möglichst schnell an Bond weiterzuleiten. Der Kontaktmann hatte ihm vorher gesagt, dass es sich dabei nicht um Texte handeln...

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