In der Stille der Nacht ein leiser Schrei.
Am Glasgower Bahnhof wird die Leiche einer Prostituierten aufgefunden. Wenige Tage später geschieht ein Mord an einer Krankenschwester. Niemand hat etwas gesehen oder gehört. Einziger Hinweis ist eine rote Nelke am Tatort. Chief Inspector William Lorimer und der Psychologe Dr. Brightman hoffen vergeblich, dass es bei den beiden Morden bleibt.
"Gray erzählt eine raffinierte Polizeiuntersuchung mit allen erforderlichen Details und schildert Glasgow ebenso lebendig und spannend wie Ian Rankin Edinburgh."
Daily Mail zu An keinem anderen Ort
"Alex Gray ist eine echte Bedrohung für Ian Rankin"
The Herald
"Ein großartiger Thriller mit einem brillanten Ermittler." zu 'An keinem anderen Ort'
Louise Welsh
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Alex Gray wurde in Glasgow geboren, wo sie auch heute noch lebt. Bevor sie sich ausschließlich dem Schreiben widmete, arbeitete sie unter anderem als Sängerin, Regierungsbeamtin und Englischlehrerin. Gray erhielt bereits mehrere Krimipreise. Nach "An keinem anderen Ort" ist "Nur ein leiser Schrei" ihr zweiter Roman im Diana Verlag. Weitere Romane sind in Vorbereitung.
"Gray erzählt eine raffinierte Polizeiuntersuchung mit allen erforderlichen Details und schildert Glasgow ebenso lebendig und spannend wie Ian Rankin Edinburgh."
Daily Mail zu An keinem anderen Ort
"Alex Gray ist eine echte Bedrohung für Ian Rankin"
The Herald
"Ein großartiger Thriller mit einem brillanten Ermittler." zu 'An keinem anderen Ort'
Louise Welsh
Prolog
Die Feder schwebte aufwärts, beschrieb eine leichte Kurve und stand sekundenlang in der Luft. Dann, ganz langsam, trat sie die Reise nach unten an, wand und drehte sich in der Luft, klein, leicht und schimmernd. Staubpartikel tanzten wie ein Mückenschwarm im Sonnenlicht, während die weiße Feder sacht an ihnen vorüberschwebte. Schließlich versank sie in einem Knicks und ließ sich auf den Kissen nieder, still wie der Körper unter dem Laken.
Irgendwie passend, dass sich der Bahnhof in diesen grauen Nebelmantel hüllt, dachte Lorimer, während er über den George Square ging. Ganz so, als wolle Mutter Natur vergessen machen, was hinter dem wabernden Schleier auf ihn wartete. Der rot gestrichene Boden unter seinen Füßen hatte die Farbe alten Blutes. Statuen tauchten wie stumme Wächter aus dem Dunst auf, und sogar die Dächer der Häuser versteckten sich hinter dem Vorhang aus feinen Nebeltröpfchen, sodass Lorimer den Eindruck hatte, er durchschreite eine unterirdische Kammer. Das würde er noch früh genug tun. Die Tote war im Aufzug zwischen dem Ober- und dem Untergeschoss des Bahnhofs Queen Street gefunden worden. Wer sie war und vor allem wie und warum es sie dorthin verschlagen hatte, waren die Fragen, die Detective Chief Inspector seit Kurzem keine Ruhe mehr ließen.
Lorimer war gegen drei Uhr morgens aus einem unruhigen Schlaf gerissen worden. Nachdem die Bahnpolizei die Einsatzzentrale in Cowcaddens alarmiert hatte, war der Anruf zu Lorimer als dem Dienst habenden Detective Chief Inspector weitergeleitet worden. Nun hatte er die George Street erreicht, und sein Blick fiel auf die gestreiften Absperrbänder vor dem Bahnhofseingang. Hier wird in nächster Zeit bestimmt kein Taxi auf Kundschaft warten, dachte er, als er die Behördenfahrzeuge sah, die die North Hanover Street säumten. Er selbst hatte seinen Wagen auf der anderen Seite des Platzes abgestellt. Er wollte sich dem Bahnhof zu Fuß nähern, so wie es ein Fremder getan haben würde. Einen freien Blick, das war es, was er sich wünschte. Doch stattdessen traf er auf diese düstere Nebellandschaft.
Eine boshafte kleine Böe wirbelte über den schmalen Streifen aus Kopfsteinpflaster, der die Straße querte. Sie traf ihn im Nacken, und zu spät erinnerte er sich an den schläfrigen Rat seiner Frau Maggie, einen Schal mitzunehmen. Der uniformierte Beamte am Eingang trat von einem Fuß auf den anderen und schlug sich mit gekreuzten Armen auf die Schultern, um die Kälte zu vertreiben.
»Sir?« Der Police Constable nahm Haltung an, als er Lorimer erkannte.
»Schon lange hier, Constable?«
»Etwa eine halbe Stunde, Sir. Wir waren gerade in der Gegend«, erklärte der Constable und beugte sich vor, um die gläserne Eingangstür zum Bahnhof aufzusperren. Sie öffnete sich seufzend, und Lorimer trat ins Licht.
Drinnen war es kaum weniger kalt. Aus dem unbeleuchteten Tunnel, der sich hinter einem abgestellten Zug erstreckte, waberte Nebel. Lorimer starrte ins Leere und überlegte.
»Was ist mit der Bahnpolizei? Hatte heute Nacht niemand Dienst?«
»Eigentlich schon, aber sie bleiben wohl nicht immer die ganze Schicht da, Sir«, erwiderte der Constable und vermied Lorimers Blick. Es würden Köpfe rollen, so viel war sicher, vor allem, wenn die Presse von der Sache Wind bekam. Doch der Chief Inspector schien es nicht eilig zu haben, irgendjemanden zur Rechenschaft zu ziehen. Stattdessen starrte er weiter in den schwarzen Schlund, in dem die Gleise von Bahnsteig 7 verschwanden, als könnten seine Augen das Dunkel des Tunnels durchdringen.
Sein Blick wanderte wieder den Bahnsteig entlang und blieb an einer blau gestrichenen Sperrholzverkleidung hängen, die den Aufzugsbereich umgab.
»Das ging aber schnell. Wer hat denn die Absperrung da aufgestellt?«
»Das war schon so, Sir. Die Aufzüge werden gerade repariert.«
»Und wie kommen wir dann rein?«
»Es ist ein Stockwerk weiter unten, Sir«, erwiderte der Constable. »Wir haben den Liftbereich auf Bahnsteig 8 im Untergeschoss abgesperrt.«
»Die Treppen sind auf der anderen Seite, stimmt's?«, murmelte Lorimer und sah sich um, ohne jedoch Anstalten zu machen, über den Vorplatz zu gehen. Er war alles andere als ein Pedant, doch irgendetwas drängte ihn, den ganzen Bahnhof, leer und offen wie jetzt, in Augenschein zu nehmen, bevor die Tote im Untergeschoss all seine Gedanken bestimmen würde. Er ging den Bahnsteig entlang bis zu den Aufzügen, dann drehte er sich zum Büro des Stationsvorstehers, das auf der anderen Seite der Gleise lag. Doch selbst auf Zehenspitzen konnte Lorimer keinen Blick auf die oberen Fenster werfen, da der abgestellte Zug ihm die Sicht versperrte. Er nickte stumm und fragte sich, wer nachts Zugang zu den Aufzügen hatte. Der Stationsvorsteher würde eine Menge Fragen zu beantworten haben.
Vor dem Aufzug hatte jemand einen Stapel Leitkegel abgestellt, ohne Frage für die Jungs von der Spurensicherung, die jeden Moment auftauchen mussten. Lorimer trat vor die blaue Sperrholzverkleidung und spähte hindurch.
Die Falttüren waren aufgehebelt worden, und ein einsamer Lichtkegel drang aus dem Bodenschacht. Von unten hörte er gedämpftes Gemurmel. Als Lorimer in das leere Liftgehäuse blickte, sah er nur Kabelgewirr. Mit einem Seufzer wandte er sich ab und ging hinüber zu der Treppe, die zum Untergeschoss des Bahnhofs Queen Street führte.
Im Gegensatz zu dem in lilabläuliches Dämmerlicht getauchten Obergeschoss präsentierten sich die Bahnsteige 8 und 9 in gleißender Helligkeit. In die wespengelben Wände waren Sitznischen eingelassen, schmutzigschwarze Säulen trennten die beiden Bahnsteige in der Mitte voneinander.
Ein Bär von einem Mann in einer wasserabweisenden British-Rail-Arbeitsjacke mit orange fluoreszierenden Streifen blickte auf, als Lorimer auf den Lift zuging.
So etwas wie Erleichterung zeichnete sich auf dem Gesicht des Angestellten ab - endlich war die Obrigkeit da, noch dazu in Gestalt dieses Hünen, der nun seine Hand ergriff und mit vertrauenerweckend festem Griff schüttelte.
»Das ist Mr. Gibson, Sir.«
»Sie sind der Stationsvorsteher?«
»Nein, Sir. Aber ich hatte heute die Oberaufsicht. Ich bin der diensthabende Beamte.« Der Mann schüttelte den Kopf, als wäre er für den ganzen traurigen Schlamassel auf seinem Bahnhof verantwortlich. »Ich, also ...« Er wusste nicht weiter und hob eine Hand Richtung Aufzug. Dann ließ er sie seufzend wieder fallen und trat zurück, als wolle er die Hauptperson in diesem frühmorgendlichen Drama vorstellen.
Lorimer nickte dem Mann verständnisvoll zu und wandte sich dann zum Lift.
Die Frau lag in der linken Ecke gegenüber der Tür, den Kopf an die Wand gelehnt. Im ersten Augenblick ähnelte sie einer Stoffpuppe, die ein Kind in einem Wutanfall auf den Boden geworfen hatte. Ihre Beine waren seltsam verdreht, und aus der Plastikspange, die ihr Haar zusammenhielt, hatten sich lange Strähnen gelöst. Der weit aufgerissene Mund sah aus, als protestiere er lautstark. Doch es waren die Augen, die Lorimer in den kommenden Wochen den Schlaf rauben würden. Der Ausdruck blanken Entsetzens, der in ihnen lag, ließ den Schrei der Toten in seinem Kopf lebendig werden. Er konnte das Echo in der klammen Bahnhofshalle förmlich widerhallen hören.
Lorimer war dem Polizeiarzt, der dem Leichnam später die Augen schließen würde, schon jetzt dankbar dafür.
Sein Blick fiel auf den Hals der Toten. Die Enden des roten Chiffonschals flossen wie Trauerbänder von den Schultern. Sie war erwürgt worden. Eine der häufigsten Mordmethoden, wie er aus Erfahrung wusste. Manchmal war es ein Verbrechen aus Leidenschaft, manchmal ein Streit in der Familie - doch hier? Was war hier geschehen?
Noch einmal betrachtete er den Schal. Vielleicht würde die Gerichtsmedizin hier fündig werden. Lorimer trat einen Schritt zurück, um auch den Rest der Kleidung in Augenschein zu nehmen. Die schmutzige weiße Jacke, das knappe Oberteil und der kurze Rock ließen keinerlei Zweifel an ihrem Gewerbe....
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
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Zustand: good. Befriedigend/Good: Durchschnittlich erhaltenes Buch bzw. Schutzumschlag mit Gebrauchsspuren, aber vollständigen Seiten. / Describes the average WORN book or dust jacket that has all the pages present. Artikel-Nr. M03453351630-G
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Taschenbuch. Zustand: Good. Zustand: Innen einwandfrei - Frisch und sauber - Buchruecken mit einigen Lesespuren - Werktaeglicher Versand! Artikel-Nr. 120923 Gray TB Schw schrei --
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Taschenbuch. Zustand: Sehr gut. Dt. Erstausg. Gelesen, aber ohne Mängel---. nein. Artikel-Nr. 17976
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Anbieter: Bücher bei den 7 Bergen, Sibbesse, Deutschland
brosch. Zustand: Gut. 366 S. ; 19 cm Guter Zustand. EY1586 Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 340. Artikel-Nr. 128554
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