Der Wächter: Roman - Hardcover

Koontz, Dean

 
9783453012073: Der Wächter: Roman

Inhaltsangabe

Mysteriöse Drohsendungen erreichen die Luxusvilla des steinreichen Hollywoodschauspielers Channing Manheim: Schnecken, Käfer, Stücke menschlicher Haut, ein Apfel mit einem Puppenauge im Innern. Unter Hochdruck versucht Ethan Truman, der Chef des Sicherheitsdienstes, die Bedeutung der Nachrichten zu entschlüsseln. Zwar gelingt es ihm, den Überbringer der letzten Nachricht aufzuspüren, doch wird er bei der Konfrontation fast erschossen, und die Spur wird kalt. Als Fric, der zehnjährige Sohn des Schauspielers, klagt, ein perverser Anrufer würde ihn belästigen, nimmt Ethan das zunächst nicht allzu ernst. Zu spät erkennt er, dass der sadistische Drahtzieher im Hintergrund es von Anfang an auf das Kind abgesehen hat. Und plötzlich ist Fric verschwunden ... The New York Daily News "Amerikas Spannungsautor Nummer Eins eroberte mit seinem neuesten Roman sofort die Spitze der Bestsellerlisten. Die Jagd auf einen sadistischen Verbrecher führt in die Abgründe des Bösen - und "zu einem großartigen Showdown. Ein Lesegenuss." People Magazine "Dean Koontz ist ein Meister unserer dunkelsten Träume." The Times

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Dean Koontz wurde 1945 in Pennsylvania geboren und lebt heute mit seiner Frau in Kalifornien. Seine zahlreichen Romane - Thriller und Horrorromane - wurden sämtlich zu internationalen Bestsellern und in über dreißig Sprachen übersetzt. Weltweit hat er bislang über 250 Millionen Exemplare seiner Bücher verkauft. Zuletzt bei Heyne erschienen: Trauma.

Aus dem Klappentext

"Absolut Furcht erregend: eine rasante Mischung aus Mord, Geheimnis und Intelligenz."
The New York Daily News

"Amerikas Spannungsautor Nummer Eins eroberte mit seinem neuesten Roman sofort die Spitze der Bestsellerlisten. Die Jagd auf einen sadistischen Verbrecher führt in die Abgründe des Bösen - und "zu einem großartigen Showdown. Ein Lesegenuss."
People Magazine

"Dean Koontz ist ein Meister unserer dunkelsten Träume."
The Times

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Nachdem der Apfel halbiert worden war, hatte man die Hälften mit grobem schwarzem Faden wieder zusammengenäht. Die zehn scharf hervortretenden Stiche waren gleichmäßig verteilt; jeder Knoten war mit chirurgischer Präzision gebunden.
Die Obstsorte - Red Delicious - hatte womöglich eine bestimmte Bedeutung. Da alle Botschaften in Form von Gegenständen und Bildern gekommen waren, nie in Worten, konnte jede Einzelheit die Aussage des Absenders nuancieren wie Adjektive und Interpunktion einen Text.
Wahrscheinlich hatte man diesen Apfel jedoch ausgewählt, weil er unreif war. Weicheres Fruchtfleisch hätte der Nadel wohl selbst dann nicht standgehalten, wenn jeder Stich behutsam gesetzt worden wäre.
Der Apfel lag auf dem Schreibtisch von Ethan Trumans Arbeitszimmer und harrte einer genaueren Untersuchung. Daneben stand die schwarze Schachtel, in der er verpackt gewesen war und die nun nur noch zerfetztes schwarzes Seidenpapier enthielt. Die Anhaltspunkte, die sie zu bieten hatte, waren bereits zum Vorschein gekommen: keine.
Ethans Erdgeschosswohnung lag im Westflügel der Villa und bestand aus dem Arbeitszimmer, einem Schlafzimmer, einem Bad und einer Küche. Durch die bis zum Boden reichenden Fenster bot sich ein klarer Blick auf eine unwirkliche Umgebung.
Der frühere Bewohner hatte das Arbeitszimmer wohl als Wohnzimmer bezeichnet und entsprechend möbliert. Ethan hatte zu wenig Bedarf an Wohnlichkeit, um ihr ein ganzes Zimmer zu widmen.
Mit einer Digitalkamera hatte er vor dem Öffnen eine Aufnahme von der schwarzen Schachtel gemacht. Auch den Red Delicious hatte er fotografiert, aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln.
Offenbar hatte man den Apfel aufgeschnitten, um in der Mitte irgendein Objekt unterzubringen. Irgendetwas in Ethan sträubte sich jedoch dagegen, die Fäden einfach aufzuschneiden, um einen Blick auf den möglichen Inhalt zu werfen.
Sein jahrelanger Dienst in der Mordkommission hatte ihn in mancher Hinsicht abgehärtet. Der Anblick extremer Gewalttätigkeit, dem er dabei allzu oft ausgesetzt gewesen war, hatte ihn allerdings auch empfindlich gemacht.
Er war erst siebenunddreißig, doch seine Laufbahn bei der Polizei war schon beendet. Trotzdem waren seine Instinkte scharf geblieben, und er neigte weiterhin zu düsteren Erwartungen.
Eine Windbö rüttelte an den Fenstern; leise klopften Regentropfen an die Scheiben.
Ethan nahm das träge Unwetter zum Vorwand, den Apfel vorerst liegen zu lassen und langsam zum nächsten Fenster zu treten.
Rahmen, Pfosten, Sprossen - bis auf die Scheiben war alles an den Fenstern der weiträumigen Villa aus Bronze gefertigt. Die Wind und Wetter ausgesetzten Oberflächen hatten sich mit einer hübschen, grünfleckigen Patina überzogen. Im Innern behielt die Bronze dank sorgfältiger Pflege ihre dunkle, rotbraune Farbe.
Jede einzelne Fensterscheibe war mit geschliffenen Kanten ausgestattet. Selbst in den Räumen, die schon immer zum Reich der Dienstboten gezählt hatten wie die Spül- und die Waschküche, hatte der Architekt facettierte Fenster vorgesehen.
Obwohl diese einstige Residenz eines Filmmagnaten in den letzten Jahren der Weltwirtschaftskrise entstanden war, gab es von der Eingangshalle bis zum hintersten Winkel des letzten Flurs nicht den mindesten Hinweis, dass diesem Umstand irgendwelche Einschränkungen des Baubudgets geschuldet worden waren.
Selbst wenn Stahlträger durchhingen, Motten an der Auslage von Modegeschäften nagten und Neuwagen im Ausstellungsraum rosteten, weil die Kunden ausblieben, florierte die Filmindustrie. In schlechten wie in guten Zeiten war offenbar zweierlei absolut unentbehrlich: Nahrung und Illusionen.
Der Blick durch die hohen Fenster des Arbeitszimmers sah aus wie die gemalte Kulisse eines Kinofilms, wie eine jener kunstvollen zweidimensionalen Szenen, die durch das täuschende Auge der Kamera überzeugend die Landschaft eines fernen Planeten darstellen konnten oder einen so vollkommenen Ort auf dieser Erde, wie ihn die Wirklichkeit nie zugelassen hätte.
Grüner als die Wiesen des Gartens Eden erstreckte sich vor dem Haus eine weite Rasenfläche, in der kein Unkraut und kein dürres Hälmchen störte. Die majestätischen Wipfel gewaltiger Steineichen und die melancholisch herabhängenden Äste von Himalajazedern, alle makellos gewachsen, schimmerten silbern im leichten Dezemberregen.
Durch Wasserfäden, fein wie Engelshaar, sah Ethan in der Ferne die letzte Biegung der Einfahrt. Vom Regen spiegelblank poliert, führten die graugrünen Pflastersteine aus Quarzit zu dem reich verzierten Bronzetor in der Mauer des Anwesens.
In der vergangenen Nacht hatte der unerwünschte Besucher sich dem Tor zu Fuß genähert. Da er wahrscheinlich vermutet hatte, dass die Barriere mit Sensoren ausgerüstet war, die beim Erklimmen Alarm gegeben hätten, hatte er das Päckchen über die geschwungene Oberkante des Tors hinweg auf die Einfahrt geschleudert.
Die Schachtel mit dem Apfel war mit Luftpolsterfolie umwickelt und in eine weiße Plastiktüte gesteckt worden, um sie vor schlechtem Wetter zu schützen. An die Tüte hatte man eine rote Geschenkschleife geheftet, um zu verhindern, dass der Inhalt für Abfall gehalten wurde.
David Ladman, einer der beiden Wachleute der Nachtschicht, hatte die Sendung um 3.56 Uhr entdeckt. Vorsichtig hatte er die Tüte aufgehoben und sie in sein Dienstzimmer im Gärtnerhaus hinter der Villa getragen.
Anschließend hatten Dave und sein Kollege Tom Mack das Päckchen mit einem Fluoroskop durchleuchtet, um festzustellen, ob Drähte oder andere metallische Bestandteile auf einen Sprengkörper oder eine mittels Feder auszulösende Höllenmaschine hinwiesen.
Heutzutage konnte man Bomben allerdings auch völlig ohne Metall herstellen. Nach der Durchleuchtung hatten Dave und Tom deshalb einen Geruchsanalysator eingesetzt, der in der Lage war, zweiunddreißig verschiedene Sprengstoffbestandteile aufzuspüren, selbst wenn davon lediglich drei Moleküle in einem Kubikzentimeter Luft enthalten waren.
Als sich gezeigt hatte, dass das Päckchen harmlos war, hatten die Wachleute es ausgewickelt und die schwarze Schachtel entdeckt. Daraufhin hatten sie diese beiseite gelegt und auf Ethans Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen.
Um 8.35 Uhr hatte Benny Nguyen, einer der zwei Wachleute der Frühschicht, die Schachtel zu Ethans Wohnung im Haupthaus gebracht. Beigefügt war eine Videokassette mit den Aufnahmen der Überwachungskameras, die die Lieferung aufgezeichnet hatten.
Mitgebracht hatte Benny ferner eine Portion Com Tay Cam, ein vietnamesisches Gericht aus Huhn und Reis, nach dem Ethan sich die Finger leckte. Bennys Mutter hatte es im traditionellen Tontopf zubereitet.
»Meine Mutter hat sich wieder mal als Wahrsagerin betätigt«, sagte Benny. »Sie hat eine Kerze für Sie angezündet, die Tropfen begutachtet und gesagt, Sie müssten sich unbedingt stärken.«
»Weshalb? Morgens aufzustehen ist das Anstrengendste, was ich in letzter Zeit unternehme.«
»Sie hat nicht gesagt, weshalb, aber offenbar ist es nicht bloß um die anstehenden Weihnachtseinkäufe gegangen. Als sie von Ihnen gesprochen hat, hat sie geschaut wie ein Tempeldrache.«
»Meinen Sie etwa den Blick, bei dem selbst Pitbulls winselnd den Bauch entblößen?«
»Genau den. Sie sagt, Sie müssen gut essen, morgens und abends Ihre Gebete sprechen und den Genuss von starkem Alkohol meiden.«
»Das ist nicht so einfach. Der Genuss von starkem Alkohol ist nämlich meine Form des Gebets.«
»Ich werde meiner Mutter einfach sagen, Sie hätten Ihren Whiskey in den Abfluss geschüttet, und als ich gegangen bin, hätten Sie auf den Knien gelegen, um Gott für die Erschaffung von Hühnern zu danken, damit sie Com Tay Cam zubereiten kann.«
»Ihre Mutter würde wohl nie ein Nein als Antwort gelten lassen«, sagte Ethan.
Benny lächelte. »Sie akzeptiert auch kein Ja als Antwort. Eigentlich erwartet sie gar keine Antwort, sondern nur pflichtschuldigen Gehorsam.«
Nun, eine Stunde später, stand Ethan am...

„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Weitere beliebte Ausgaben desselben Titels

9783453431997: Der Wächter: Roman

Vorgestellte Ausgabe

ISBN 10:  3453431995 ISBN 13:  9783453431997
Verlag: Heyne Verlag, 2006
Softcover