Meschugge: Roman - Hardcover

Singer, Isaac Bashevis

 
9783446185449: Meschugge: Roman

Inhaltsangabe

New York, das ewige Tollhaus, Anfang der fünfziger Jahre: Der jüdische Schriftsteller Aaron Greidinger trifft seinen totgeglaubten Freund Max Aberdam, einen großspurigen Halbweltler, und dessen geheimnisvolle Geliebte Miriam. Die drei verstricken sich bald heillos in zwielichtige Machenschaften und erotische Abenteuer.

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Über die Autorin bzw. den Autor

Isaac Bashevis Singer wurde 1904 in Radzymin (Polen) geboren und wuchs in Warschau auf. Er erhielt die traditionelle jüdische Erziehung und besuchte ein Rabbinerseminar. Mit zweiundzwanzig Jahren begann er Gedichte zu schreiben, zunächst auf hebräisch, dann auf jiddisch. 1935 emigrierte er in die USA. Im Jahr 1978 wurde ihm für sein Gesamtwerk der Nobelpreis für Literatur verliehen. Singer starb 1991 in Surfside, Florida.

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Es war schon mehrmals vorgekommen, daß jemand, von dem ich geglaubt hatte, er sei in Hitlers Lagern gestorben, plötzlich lebendig und wohlbehalten auftauchte. Gewöhnlich versuchte ich, meine Überraschung zu verbergen. Warum ein Drama oder Melodrama daraus machen oder den anderen wissen lassen, daß ich mich mit seinem Tod abgefunden hatte? Aber als an jenem Frühlingsmorgen im Jahre 1952 die Tür meines Büros bei der New Yorker jiddischen Zeitung geöffnet wurde und Max Aberdam hereinkam, muß ich verblüfft ausgesehen haben und bleich geworden sein, denn ich hörte ihn brüllen: »Keine Angst! Ich bin nicht aus dem Jenseits zurückgekommen, um dich zu erwürgen.«

Ich stand auf und machte eine Bewegung, als wollte ich ihn umarmen, doch er streckte mir die Hand hin, und ich ergriff sie. Er trug noch immer eine bauschige Krawatte und einen Plüschhut. Er war viel größer als ich. Er hatte sich nicht sehr verändert, seit ich ihn zuletzt in Warschau gesehen hatte, wenngleich mir auffiel, daß sein schwarzer Bart grau geworden war. Und er hatte einen Spitzbauch bekommen. Ja, es war derselbe Max, der Warschauer Mäzen von Malern und Schriftstellern, der stadtbekannte Schlemmer, Zecher, Weiberheld. Er hielt eine Zigarre zwischen den Fingern, auf seiner Weste hing eine goldene Uhrkette, an seinen Manschettenknöpfen funkelten Edelsteine. Max Aberdam redete nicht, er schrie - das war seine Art.

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