Was ist Informatik?: Eine allgemeinverständliche Einführung 2. Auflage - Hardcover

Rechenberg, Peter

 
9783446174917: Was ist Informatik?: Eine allgemeinverständliche Einführung 2. Auflage

Inhaltsangabe

„Dieses Buch ist ein Glücksfall für die Fachliteratur zur Informatik und besticht durch Inhalt und Aufbau gleichermaßen. Auf 360 Seiten ist der Stoff ohne überflüssigen fachlichen Ballast untergebracht."
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Die Informatik ist auf das engste mit dem Computer - zu deutsch, der "elektronischen Rechenanlage" - verknüpft. Solange es keine Computer gab, gab es auch keine Informatik, und manchmal wird die Informatik sogar als die Wissenschaft vom Computer definiert. Das Wort "Informatik" ist ein Kunstwort, gebildet aus Information und in Analogie zu Mathematik. Es wurde in den sechziger Jahren in Deutschland und Frankreich (informatique) geprägt und dann als Name für die neue im Entstehen begriffene Wissenschaft freudig aufgegriffen. Im englischen Sprachraum hat der Begriff "informatics" bis heute noch kaum Eingang gefunden, sondern man verwendet die Bezeichnung "computer science", spricht also direkt von Computerwissenschaft. Die allzu enge Bindung an das Gerät Computer halten viele Informatiker allerdings für unangemessen, und sie sprechen deshalb lieber von "computing science", also etwa von der Wissenschaft vom mechanischen Rechnen. Ob das besser ist und was "computing" im Sinne der Informatik eigentlich bedeutet, sei jedoch im Augenblick dahingestellt. Das Buch als Ganzes soll darauf Antwort geben.

Der Computer als elektronische Rechenmaschine entstand in den vierziger Jahren unseres Jahrhunderts. Er hatte seine Vorlauter in den mechanischen Rechenmaschine und in der Lochkartentechnik. Ebenso hat die Gedankenwelt der Informatik ihre Vorläufer, was sich in die Tiefe der Zeiten zurückverfolgen läßt. Wir können somit eine Vorgeschichte und eine Geschichte der Informatik unterscheiden, und wir wollen in diesem einleitenden Kapitel die wichtigsten Punkte dieser Entwicklung nachzeichnen. Das vermittelt nicht nur eine historische Perspektive, sondern gestattet auch die Einführung einiger zentraler Begriffe.

Das Rechnen hat die Menschen seit jeher fasziniert, und es wurde - mehr noch als das Schreiben - bis zum Anfang der Neuzeit als Kunst angesehen, die wenigen Auserwählten vorbehalten war. Der schlafwandlerisch sichere Umgang mit den vier Grundrechenarten ist uns heute selbstverständlich, zumindest sofern es sich um ganze Zahlen handelt, und wir sind uns meist nicht darüber im klaren, daß das nicht immer so war, sondern erst eine Errungenschaft der letzten paar hundert Jahre ist. Wir sind uns auch nicht bewußt, welch komplizierter Vorgang bereits die einfachste Rechenoperation, die Addition, bei mehrstelligen Zahlen ist. Bis ins späte Mittelalter kam erschwerend hinzu, daß man nicht mit unserem dezimalen Stellenwertsystem rechnete, sondern mit römischen Zahlen, bei denen alles noch viel komplizierter ist.

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