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Der Profi: Thriller (Goldmann Allgemeine Reihe) - Softcover

Battles, Brett

 
9783442466337: Der Profi: Thriller (Goldmann Allgemeine Reihe)

Inhaltsangabe

Ein actiongeladener Roman um eine weltweite Verschwörung.

Jonathan Quinn arbeitet freiberuflich für einen amerikanischen Geheimdienst. Er ist darauf spezialisiert, nach schmutzigen Geheimoperationen Spuren und Leichen zu beseitigen. Als Quinn in einem abgebrannten Haus „aufräumen“ soll, findet er eine Leiche, von deren Existenz er nichts wusste. Bei dem Toten handelt es sich um einen bekannten Virologen. Dessen Ermordung ist aber nur der Anfang einer Mordserie, denn bei simultanen Anschlägen werden mehrere Topagenten des Geheimdienstes getötet. Und Quinn weiß bald nicht mehr, wer Freund ist und wer Feind ...

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Brett Battles lebt und arbeitet in Los Angeles. "Der Profi" ist sein erster Roman und der Beginn einer Serie um den Geheimagenten Jonathan Quinn. Der zweite Jonathan-Quinn-Thriller, "The Deceived", der im Juni 2008 in den USA erscheint, ist bei Goldmann bereits in Vorbereitung.

Aus dem Klappentext

"Ein brillanter Thriller - Herzrasen garantiert."
Jeffery Deaver

"Exotische Schauplätze, eine rasante Spionagegeschichte, überraschende Wendungen - 'Der Profi' hat einfach alles."
Tess Gerritsen

"Brett Battles besitzt ein beneidenswertes Talent für Tempo und Action. 'Der Profi' ist ein echter Pageturner, der Liebhaber niveauvoller Spionagethriller gebannt auf den nächsten Roman der Serie um Jonathan Quinn warten lässt."
Publishers Weekly

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Denver war nicht Hawaii. Es gab keine Strände, keine Palmen, keine Bikinis, keine Mai Tais, genüsslich auf der Terrasse des Lava Shack in Maui geschlürft. Stattdessen waren da Leute, in Klamotten gehüllt, als erwarteten sie die nächste Eiszeit. Sie dirigierten Flugzeuge über die Rollbahnen, die von Hügeln frisch gepflügten Schnees gesäumt waren. In einem Umkreis von siebenhundertfünfzig Kilometern trug niemand einen Bikini. Schlimmer noch: Bereits um drei Uhr Ortszeit an einem Donnerstagnachmittag, als die Mitreisenden von Jonathan Quinns Flug von Bord gingen, sah es unter einer Schicht metallgrauer Wolken so aus, als sei es fast schon Nacht.
Der Urlaub war endgültig vorbei, zurück an die Arbeit.
Nachdem er die Maschine verlassen hatte, machte Quinn sich zur Frontseite des Terminals auf den Weg; sein einziges Gepäckstück, einen Koffer mit Rollen, zog er hinter sich her. Von seinem Ankunfts-Gate nicht weit entfernt, war ein kleiner Kiosk. Er machte Halt und kaufte sich einen Becher Kaffee, der viel zu teuer war.
Er nahm einen Schluck und sah sich währenddessen um. Etwa eine gleiche Anzahl von Leuten ging zu oder kam von den Gates. Ein typischer belebter Nachmittag auf einem typisch belebten internationalen Airport.
Aber es waren keine typischen Leute, nach denen er Ausschau hielt. Er reiste sehr viel und wusste aus Erfahrung, dass man nie sicher sein konnte, wem man vielleicht begegnete. In seiner Branche war das nicht unbedingt angenehm. Doch seine Ankunft schien unbeobachtet geblieben zu sein. Er nahm einen zweiten Schluck Kaffee und ging weiter.
Anstatt der Menge dahin zu folgen, wo die Passagiere abgeholt wurden, fand Quinn einen freien Wartesessel neben einer Reihe von Hinweistafeln für Abflug und Ankunft in der Nähe der Ticket- und Check-in-Schalter. Er zog das Buch heraus, das er in der Maschine gelesen hatte, Gefährliche Geliebte von Haruki Murakami, und las da weiter, wo er aufgehört hatte. Als er eine Stunde später das Buch zu Ende gelesen hatte, waren inzwischen zwei Dutzend Flüge angekommen. Er klappte den Roman zu und legte ihn wieder in den Koffer. Zeit, sich zu melden.
»Ich dachte, du kommst mit dem ersten Flug am Morgen«, sagte die Stimme am anderen Ende der Leitung gereizt.
»Selektive Erinnerung, Peter«, erwiderte Quinn, »deine eigenen Worte. Steht mein Fahrzeug bereit?«
»Seit acht Uhr morgens«, fauchte Peter. Er sagte Quinn, wo er den Wagen fand, und hängte ein.

Das Fahrzeug erwies sich als blauer Ford Explorer. Er hatte Ledersitze, ein AM/FM-Radio, einen CD-Spieler und war besetzt mit zwei Männern, von denen es keiner für nötig hielt, Quinn einen Namen zu nennen. Er nannte sie bei sich den Fahrer und den Anderen.
Als Quinn in den Fond stieg, warf ihm der Andere einen zweiundzwanzig mal dreißig Zentimeter großen gefütterten braunen Briefumschlag zu. Er war etwa zweieinhalb Zentimeter dick und wog ungefähr vierhundert Gramm. Quinn fing an, ihn zu öffnen.
»Nicht«, sagte der Fahrer. Er sah Quinn durch den Rückspiegel an.
»Warum nicht?«, fragte Quinn.
Der Andere drehte sich zu ihm um. »Erst wenn wir ausgestiegen sind. Anweisungen.«
Quinn verdrehte die Augen und legte den Umschlag auf den Nebensitz. »Ich möchte euch nicht in Schwierigkeiten bringen.«
Schweigend fuhren sie eine Stunde lang weiter, durch Denver und in die Ausläufer der Rocky Mountains. Inzwischen war es dunkel geworden, und Quinn bekam langsam Hunger. Seine letzte Mahlzeit hatte er im Flieger irgendwo über dem Pazifischen Ozean gehabt, wenn man ein alles andere als einladendes Beef Stroganoff, das man ihm serviert hatte, eine Mahlzeit nennen konnte. Aber er behielt seinen Appetit für sich. Er wusste, wenn er es nicht tat, könnten seine beiden neuen Begleiter zu demselben Schluss kommen. Der Himmel sollte ihn davor bewahren, dass er gezwungen wäre, mit ihnen zu essen.
Stattdessen versuchte er sich vorzustellen, die Kiefern, an denen sie vorüberfuhren, wären Palmen und der wolkige Himmel wäre das Gewitter, das sich an jedem Nachmittag über der Insel austobte. Nach ein paar Minuten gab er auf und schaute nur aus dem Fenster. Der schmutzige Schnee am Straßenrand war ein armseliger Ersatz für die Strände von Kaanapali.
Endlich nahm der Fahrer eine Ausfahrt von der Interstate 70 und fuhr anderthalb Kilometer auf einer zweispurigen Straße hinein in dunkelnde Wildnis, bevor er links auf eine schmalere, schneebedeckte Straße abbog. Etwa hundert Meter vor ihnen parkte am Straßenrand eine grüne Ford-Taurus-Limousine, gut getarnt vor dem nahen Wald. Der Fahrer hielt hinter dem Ford Taurus an und schaltete den Motor des Geländewagens ab. Hätte Quinn es nicht besser gewusst, wäre er jede Wette eingegangen, dass er jetzt für immer aus dem Verkehr gezogen werden sollte. Verlassene Straße. Zwei schweigende Schläger. Ein Fluchtwagen. Ein klassisches Mord-Szenario.
Das Spiel ist zu Ende, Kumpel. Danke, dass du mitgespielt hast, aber du verlierst.
Und obwohl er wusste, dass er nichts zu befürchten hatte, straffte er sich ein wenig, bereitete sich vor, nur für alle Fälle.
Wortlos öffneten der Fahrer und der Andere ihre Türen und stiegen aus. Ein eisiger Wind zog durch das Auto. Quinn sah ihnen nach, als sie zu dem Ford Taurus gingen und einstiegen. Einen Augenblick später röhrte der Motor der Limousine. Ohne dass er ihm Zeit ließ, sich warmzulaufen, wendete der Fahrer den Wagen und preschte in Richtung der Interstate davon.
Quinn kicherte in sich hinein. Diese Art geheimnistuerischer Scheiße war wirklich amüsant, wenn man es recht überlegte. Dämlich, aber belustigend.
Er stieg aus dem Explorer und biss in der eisig kalten Luft die Zähne zusammen. Die Lederjacke, die er trug, bot keinen ausreichenden Schutz gegen die Kälte, aber sie war alles, was er bei sich hatte, als sein Inselurlaub so jäh unterbrochen wurde.
Rasch ging er vorn um das Fahrzeug herum und stieg auf der Fahrerseite ein. In dem Moment, in dem er die Tür geschlossen und den Motor angelassen hatte, stellte er die Heizung auf volle Stärke ein. Einer seiner ersten Stopps würde ein Laden sein, wo er sich einen Wintermantel kaufen konnte, vielleicht sogar ein paar Pullover. Und kälteisolierende Unterwäsche. Gott, wie er dieses kalte Wetter hasste!
Sobald es einigermaßen warm war, griff Quinn hinter sich nach dem gefütterten Umschlag. Er schüttete den Inhalt auf dem Beifahrersitz aus: zwei DIN-A4- Umschläge, eine gefaltete Landkarte und drei Blätter Papier. Zwei Blätter waren die Kopie eines Artikels über ein Feuer in einem Ort namens Allyson. Allem Anschein nach war ein Ferienhaus abgebrannt, und die Person, die sich darin aufgehalten hatte - ein namentlich nicht genannter Mann - war gestorben.
Quinn nahm das letzte Blatt zur Hand und überflog es. Es waren Anweisungen und knappe Hintergrundinformationen. Peter versuchte, wie immer, zu kontrollieren, was Quinn wusste. Dennoch waren es genauere Angaben als die, die in dem Zeitungsbericht standen.
Der Name des Toten war Robert Taggert. Quinns Auftrag bestand darin, festzustellen, ob das Feuer tatsächlich ein Unfall gewesen war - woran die lokalen Behörden glauben wollten - oder etwas anderes.
Das war alles. Nichts sonst über Taggert. Keine hilfreichen Hinweise, wonach Quinn suchen sollte. Nur eine Adresse - Yancy Lane 215 - und ein Kontaktname bei der örtlichen Polizei. Oberflächlich gesehen ein Kinderspiel. Kein Grund, Quinn damit zu beauftragen. Was für Quinn bedeutete, dass wahrscheinlich mehr dahintersteckte, als die Anweisungen verrieten.
Er griff nach der Landkarte und entfaltete sie. Der Ort, an dem es gebrannt hatte, war mit einem kleinen roten x gekennzeichnet: mindestens zwei Fahrstunden von seinem jetzigen Aufenthaltsort entfernt. Er legte die Karte weg und machte den ersten Umschlag auf. Bargeld, ungefähr fünftausend. Es deckte etwa die Kosten für eine Woche, wenn sich nichts Kostspieliges ergab. Für länger, wenn Quinn niemanden schmieren musste.


„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.