In "Countdown" hat Martin Cruz Smith wieder einen starken Cocktail aus einem faszinierenden Schauplatz und einem melancholischen Helden gemixt. Harry Niles, der zynische Chef der Happy Paris Bar, gerät vier Tage vor Pearl Harbor zwischen die Fronten von Japan und Amerika. Als Grenzgänger kommt der Sohn amerikanischer Missionare an entscheidende Informationen und ahnt, dass die Bombe ganz woanders tickt als die arroganten westlichen Diplomaten glauben: auf Hawaii. Im Alleingang versucht er, die drohende Katastrophe aufzuhalten und aus Tokio wegzukommen, bevor die Hölle losbricht. Eine rachsüchtige Geliebte und ein berüchtigter Oberst heften sich an seine Fersen.
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Martin Cruz Smith, 1943 als Sohn einer Indianerin und eines Jazz-Musikers in Philadelphia geboren, gelang mit dem Roman "Gorki Park" ein Welterfolg, der auch in der Verfilmung mit William Hurt und Lee Marvin ein Millionenpublikum begeisterte. Seither hat der russische Chefinspektor Arkadi Renko eine große Fan-Gemeinde, aber auch die anderen Romane von Martin Cruz Smith wie "Nacht in Havanna" und "Countdown" wurden zu weltweiten Bestsellern. Martin Cruz Smiths Romane wurden bereits in 14 Sprachen übersetzt.
"Ein präzis in die Historie eingepflanzter Thriller. Cruz Smith liefert die existenzielle Studie eines Mannes, der zwischen zwei Lagern pendelt. Ein feines Werk!"
FACTS
"'Countdown' ist die Arbeit eines Trillerautors, der über sein Genre hinausgewachsen ist. Cruz Smiths andere Bücher sind erstklassig - dieses ist besser!"
krimi-forum
"Martin Cruz Smith ist ein begnadeter Geschichtenerzähler."
Das Buch
Fünf Samurai schlurften in ihren Sandalen vorsichtig näher, ihre Augen schillerten in der untergehenden Sonne wie Opale. Blutroter Dunst wehte in die Gasse, färbte die Straßenbanner und überzog die graubraunen Holzhäuser und Läden mit karminroter Tünche.
Die Geschichte war tragisch, wahr und äußerst befriedigend. Der skrupellose Fürst Kira hatte den Fürsten Asano so verhöhnt, dass dieser in Gegenwart des Shoguns das Schwert zückte, ein Vergehen, auf das die Todesstrafe stand. Asano wurde enthauptet, sein Besitz beschlagnahmt, und seine Gefolgsleute gingen als Ronin, als herrenlose Samurai, auf Wanderschaft. Der böse Kira kam straffrei davon, behielt die Samurai, insbesondere ihren Anführer Oishi, aber im Auge und lauerte auf das geringste Anzeichen dafür, dass sie ein Rachekomplott schmiedeten. Und als seine Wachsamkeit nach zwei Jahren schließlich erlahmte, rief Oishi in einer verschneiten Dezembernacht die sechsundvierzig anderen Ronin zusammen, denen er am meisten vertraute. Sie erklommen die Mauern von Kiras Palast und zerstückelten die Wachen, zerrten Kira aus seinem Versteck, enthaupteten ihn und brachten seinen Kopf zum Grab ihres toten Fürsten Asano.
Gen, der stärkste und schnellste Junge, spielte Oishi, als Anführer durch die Fliegerbrille erkennbar, die auf seiner Stirn saß. Hajime, sein Stellvertreter, hatte ein Pfannkuchengesicht und trug die wattierte Weste eines Baseballfängers als Panzer. Tetsu hatte sich Musselin um die Hüfte geschlungen, wie es unter Verbrecherlehrlingen üblich war. Die Kaga-Zwillinge Taro und Jiro waren rundliche Jungen in ausgefransten Pullovern und allzeit bereit, für Gen durchs Feuer zu gehen. Alle fünf Jungen schwangen einen Bambusstock als Schwert, und alle waren todernst.
Gen winkte den anderen. Hajime sollte hinter dem Karren des Lumpensammlers nachsehen, Tetsu zwischen den Säcken vor dem Reisladen, und die Zwillinge sollten dem Flüchtigen den Weg durch die von Bordellen und Schenken gesäumte Gasse abschneiden. Es war Sommer, und jetzt, in der größten Nachmittagshitze, stand keine Wolke am Himmel, und kein Gast war in Sicht. Die ärmlichen, mit Schindeln gedeckten Häuser der Stadt sahen in ihrer Schäbigkeit aus wie havarierte Boote, die ein Sturm aus der Bucht gefegt und an die Ufer der Flüsse und Abwasserkanäle geworfen hatte. Hier und dort schimmerte ein vergoldeter Schrein, in den oberen Stockwerken trocknete Wäsche an Stangen, und überall huschten Kinder wie Ratten auf einem Deck herum.
"Kira!", rief Gen. "Fürst Kira, wir wissen, dass du da bist!"
Eine Hure mit gipsweiß geschminktem Gesicht zischelte durch ihr Gitterfenster Tetsu zu und deutete mit dem Kopf zu einem Haufen leerer Sake-Fässer am Ende der Gasse. Gen näherte sich breitbeinig, hob das Bambusschwert mit beiden Händen über den Kopf und ließ es auf die Fässer niedersausen, sodass sie dröhnten wie Trommeln. Dann stach er zu. Die Fässer rollten zur Seite, und Harry kroch mit blutendem Ohr hervor.
Tetsu stieß nach ihm. Die Zwillinge stürzten herbei, doch nun schwang auch Harry sein Schwert und trieb sie zurück. Er trug Turnschuhe, kurze Hosen und zwei dicke Pullover. Er konnte ein oder zwei Schläge wegstecken.
"Ergib dich!", schrie Tetsu, um sich Mut zu machen, und ließ Schläge auf Harry niederprasseln, die dieser mühelos parierte. Gen drosch seinen Stock wie einen Baseballschläger gegen Harrys Bein, sodass er einknickte. Die Zwillinge hieben gleichzeitig auf sein Schwert, bis er ihnen ein Fass an die Köpfe warf und an Tetsu vorbeistürmte.
"Der Gaijin entwischt!", brüllte Hajime.
So war es immer. Keiner wollte der gemeine Fürst Kira sein. Harry war Kira, weil er ein Gaijin war, ein Ausländer, und kein Japaner. Sowie die Jagd richtig begonnen hatte, hetzte man ihn. Harrys Haar war so kurz geschoren wie das der anderen Jungen. Er ging mit ihnen zur Schule, kleidete und bewegte sich genau wie sie. Doch das spielte keine Rolle.
Am Ende der Straße hatte ein Geschichtenerzähler in einer schmutzigen Jacke kleinere Kinder um seinen Bilderbogenkasten geschart und erzählte von der Goldenen Fledermaus, einem Streiter für die Gerechtigkeit und grotesken Helden mit Totenkopfmaske, weißem Trikot und rotem Umhang. Harry schlüpfte zwischen ihnen und dem Karren eines Orangeneisverkäufers durch.
"Es rennt zum Wagen", sagte Hajime. Ein Gaijin war immer ein Neutrum.
Harry duckte sich hinter den schwankenden Wagen des Lumpensammlers und schlüpfte zwischen die Beine des Zugpferds, stieß gegen einen Sack, der vor dem Reisladen stand, und verweilte nur so lange, wie nötig war, um Tetsu gegen das Schienbein zu treten. Die Zwillinge waren nicht flink, verstanden aber Befehle, und Gen befahl ihnen, den Eingang zu einer Schaubude namens "Museum der Kuriositäten" zu versperren. Hajime schleuderte seinen Stock wie einen Speer und traf Harry in den Rücken. Harry strauchelte und spürte einen stechenden Schmerz und feuchtes Blut.
"Ich hab ihn!" Hajime stellte ihm ein Bein, und Harry rollte über den Boden und durch eine offene Tür in eine dunkle Bar, in der es nach Hefe roch. Ein Arbeiter, der an der Theke stand und Bier trank, nahm Maß und beförderte Harry mit einem Fußtritt wieder nach draußen.
Der Zwischenfall hatte die Zwillinge vom Eingang der Schaubude weggelockt, und Harry rannte jetzt darauf zu. Die Schaubude selbst war ein schummrig beleuchtetes Kabinett mit zusammengenähten Pappmascheemonstern und Gipsfiguren, die "Meerjungfrauen" und "exotische Nackedeis" darstellen sollten. Harry lief rückwärts die Treppe hinter dem Schaubudeneingang hinauf. Sie war so schmal, dass er sich immer nur eines Angreifers erwehren musste. Die Zwillinge setzten ihm nach, purzelten übereinander. Gen stieg über sie hinweg, die Brille jetzt über den Augen, um zu zeigen, dass er Ernst machte. Harry bekam einen kräftigen Stoß in den Magen, einen zweiten gegen das Knie, konterte mit einem kurzen Hieb auf Gens Schulter, aber er wusste, dass er mit jeder Stufe Boden verlor und die Treppe im ersten Stock an einer Tür endete, an der ein Schild mit der Aufschrift: "Kein Zutritt. Diese Tür ist immer verschlossen." hing.
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
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Softcover. Zustand: Fine. Leichte Risse. Tokio, Ende 1941: Harry Niles, Chef der Happy Paris Bar, gerat vier Tage vor Pearl Harbor zwischen die Fronten des eskalierenden Konflikts zwischen Japan und Amerika. Er ahnt, dass die Japaner einen Uberraschungsangriff planen und dass sie ganz woanders zuschlagen werden, als die westlichen Diplomaten glauben: in Pearl Harbor auf Hawaii. Im Alleingang versucht er, die drohende Katastrophe aufzuhalten und aus Tokio wegzukommen, bevor die Holle losbricht. ,Ein prazis in die Historie eingepflanzter Thriller. Cruz Smith liefert die existenzielle Studie eines Mannes, der zwischen zwei Lagern pendelt. Ein feines Werk!" FACTS "'Countdown' ist die Arbeit eines Trillerautors, der uber sein Genre hinausgewachsen ist. Cruz Smiths andere Bucher sind erstklassig - dieses ist besser!, krimi-forum "Martin Cruz Smith ist ein begnadeter Geschichtenerzahler." Das Buch. Artikel-Nr. 9544b846-db56-41f2-82c2-85bf68c69652
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