Ein neuer Roman von der Autorin des Bestsellers "Schokolade zum Frühstück": Rosie Richardsons Affäre mit dem Fernsehmoderator Oliver Marchant ist nur von kurzer Dauer, denn Oliver kennt in Wahrheit nur eine Leidenschaft: sein eigenes Ego. Rosie zieht sich aus der Welt der High Society zurück, um ein Flüchtlingscamp in Afrika zu leiten. Als eine Heuschreckenplage die Region bedroht, greift Rosie zu verzweifelten Mitteln - sie wendet sich an die Medien. Leider folgen nicht nur einige wohlmeinende Prominente ihrem Hilferuf, auch Oliver höchstpersönlich kommt angereist. Peinlichkeiten und Pannen nehmen unaufhaltsam ihren Lauf ...
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Helen Fielding wurde in Yorkshire geboren, studierte Englische Literaturwissenschaft in Oxford und begann 1979, als Reporterin für die BBC zu arbeiten. Später war sie als Journalistin und Kolumnistin für verschiedene Zeitungen tätig, darunter auch für den Independent, wo ihre Kolumnen mit den originellen und urkomischen Tagebucheintragungen einer gewissen Bridget Jones schon bald die Leserinnen begeisterten. 1997 erschien der Roman “Schokolade zum Frühstück”, der sich rasch zu einem weltweiten Bestseller entwickelte. Nie zuvor hatte jemand mit so viel Witz und Selbstironie die alltäglichen Nöte und Sorgen eines Singles beschrieben. Auch mit der Fortsetzung des Kultbuchs, "Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns", sowie den Romanverfilmungen hat die Autorin ein Millionenpublikum erobert. Helen Fielding lebt mit ihren beiden Kindern in London und manchmal in Los Angeles.
"Kurzweilig und spannend!"
Nordkurier
Anfangs war mir die Existenz eines Menschen wie Henry völlig unerklärlich. Ich fand es gelinde gesagt bemerkenswert, daß man jemanden in eine ihm völlig fremde Umgebung versetzen konnte und die betreffende Person davon absolut unberührt blieb. Wenn man Henry so beobachtete, konnte man fast meinen, er sei mit einem sehr harten Lack überzogen, dem Zeug, mit dem man Hochseejachten streicht.
Gerade verteilte er Orangenmarmelade von Fortnum and Mason's auf ein Stück ungesäuertes, nambulesisches Brot.
»Da stehe ich heute morgen auf und traue meinen Augen nicht - wartet doch eine achtköpfige Familie vor meiner Hütte auf mich, weil sie ihr Zelt näher an den Fluß rücken möchte. Ich sage zu dem Knaben: ›Ich dachte, wir wären ein verdammtes Flüchtlingslager und kein Campingplatz, aber nur zu, mein Freund, laß dich nicht aufhalten. Vergeßt unser kleines Verpflegungsproblem und genießt einfach die schöne Aussicht.‹«
Henry sah aus wie Jesus und war dreiundzwanzig.
Gefrühstückt wurde früh in Safila, kurz nach Tagesanbruch. Um diese Zeit war es noch ganz ruhig im Lager, die Hitze würde erst in einer Stunde unerträglich. Die Stille wurde nur von unserem Hahn unterbrochen und von Henry, der höchstens während er schlief, seine Klappe hielt. An diesem Morgen war ich besonders ungehalten über Henry, weil ich ihn in Verdacht hatte, mit Sian, einer unserer emotional eher labilen Krankenschwestern, etwas angefangen zu haben. Sie saß jetzt wie fünfzig Kilo streichfähiger Schmelzmasse neben ihm und schmachtete ihn an. Sian war ein sanftes Mädchen, das seit zwei Monaten bei uns war, nachdem sie einmal frühzeitig von der Nachtschicht in Derby nach Hause gekommen war und ihren Mann, mit dem sie seit anderthalb Jahren verheiratet war, zusammen mit einer zypriotischen Taxifahrerin im Bett überrascht hatte. Ihre Therapie setzte sie in Form eines Fernkurses nun schriftlich fort.
Betty sprach wie immer übers Essen. »Wißt ihr, worauf ich jetzt richtig Lust hätte? Auf Apfelstrudel mit Vanillesoße. Das könnt ihr mir glauben. Ehrlich gesagt könnte ich den Strudel genausogut weglassen und nur die Vanillesoße nehmen. Oder Brotpudding. Mmmh, mit Rosinen und ein bißchen Muskatnuß. Vielleicht kann Kamal einen für uns machen, wenn wir aus dieser Keksdose einen Ofen basteln.«
Es war halb sechs Uhr morgens. Ich stand vom Tisch auf, ging nach draußen und seufzte. Wie oft doch die kleinen Widrigkeiten des Alltags die Gedanken hier draußen beherrschten und so die wirklichen Schrecken auf Abstand hielten. Ich tauchte eine Tasse in den Wassertopf und ging an den Fuß des Hügels, um mir die Zähne zu putzen.
Unser Lagerbereich lag hinter mir, runde Lehmhütten, Duschen, Latrinen und die ›Cabana‹, die Hütte, in der wir unsere Mahlzeiten einnahmen. Vor mir sah ich das sandige Becken, in dem sich das Camp von Safila ausbreitete, eine große Narbe in der Wüste, wie der Abdruck eines riesigen Fußes auf einem riesigen Strand. Noch war das Licht sehr sanft, die blasse Sonne erhellte gerade den Horizont. Die Hütten, in denen die Flüchtlinge lebten, lagen dicht gedrängt in einem Muster aus kleinen Hügeln und Fußwegen, die zu der Stelle hinabführten, an der die beiden blauen Flüsse zusammentrafen. Während der großen Hungersnot Mitte der Achtziger gab es hier sechzigtausend Flüchtlinge, von denen jeden Tag hundert starben. Zwanzigtausend waren hiergeblieben. Die anderen waren über die Grenze zurück nach Kefti gegangen, zurück in die Berge und zurück in den Krieg.
Ein warmer Windstoß fuhr raschelnd durch das trockene Gras. An diesem Morgen war ich nicht nur wegen Henry beunruhigt. Im Camp kursierten Gerüchte über eine Heuschreckenplage in Kefti, welche die Ernte bedrohte. Immer wieder gab es solche Schreckensgeschichten im Camp, und man wußte nie, was man glauben sollte. Es war auch die Rede davon, daß wieder ein neuer Flüchtlingsstrom auf dem Weg zu uns war, Tausende von Menschen womöglich.
Nach und nach drangen Geräusche vom Camp herauf, Ziegen wurden zusammengetrieben, man hörte Lachen, das Geschrei spielender Kinder - friedliche Geräusche. Früher einmal bedeuteten die Schreie, die zu uns herüberhallten, Hunger und Tod. Ich biß mir auf den Daumen und versuchte, die Erinnerung daran abzuschütteln. Ich durfte nicht an diese Zeit zurückdenken. Von der Cabana her hörte ich Schritte. Henry schlenderte über den Platz zu seiner Hütte. Er trug sein Lieblings-T-Shirt, das vorne mit einer Art Multiple-choice-Fragebogen für Entwicklungshelfer bedruckt war.
(a) Missionar?
(b) Söldner?
(c) Außenseiter?
(d) Liebeskummer?
Henry hatte (b) angekreuzt, ein Witz, schließlich gehörte seiner Familie halb Leicestershire. Und ich? Ich war eine Mischung aus (c) und (d) und obendrein leicht bescheuert.
Im Sommer 1985 hatte ich mich Hals über Kopf verknallt, eine schreckliche Sache für eine Frau. Ich begegnete Oliver, dem Gegenstand meiner wildesten Phantasien, bei einem Galakonzert von Vivaldis Gloria in der Royal Albert Hall, in Anwesenheit der Prinzessin Michael von Kent. Ich war eine sogenannte »Puffette«: eine Werbeagentin in einem Verlag, in meinem Fall Ginsberg & Fink. Also stöckelte ich in Miniröcken durch die Gegend, die Beine in hauchdünne, schwarze Strumpfhosen gehüllt, die ich bei Meetings in der einen oder anderen Richtung übereinanderschlug, um mich dann darüber zu beschweren, daß die Leute nicht an meinem Intellekt interessiert wären. Komisch, daß man mit fünfundzwanzig Angst hat, nicht ernst genommen zu werden, und es selbstverständlich findet, als Sexobjekt zu gelten. Später findet man es selbstverständlich, ernst genommen zu werden, und hat Angst, nicht mehr als Sexobjekt zu gelten.
Unser Geschäftsführer, Sir William Ginsberg, veranstaltete mit Begeisterung kleine Zusammenkünfte kunstbeflissener und talentierter Menschen aus allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen, wobei er den einzelnen Gästen nie verriet, wen er sonst noch eingeladen hatte. Für schlecht informierte Leute wie mich waren diese Anlässe ein absoluter Alptraum. Man wagte es nicht, irgend jemanden nach seinem Beruf zu fragen, weil es passieren konnte, daß sich derjenige als Autor von Die Liebe in den Zeiten der Cholera oder als einer der Beach Boys entpuppte.
Ich hatte bereits drei Dinnerparties bei Sir William zu Hause erlebt, aber war mir keineswegs sicher, ob er sich an mich erinnerte. Er ließ viele junge Frauen für sich arbeiten und pflegte immer eine oder zwei von uns aus dekorativen Gründen einzuladen. Ich verbrachte diese Abende im Zustand verschüchterter Nervosität und brachte kaum einen Ton heraus. Aber ich fand es aufregend, all diesen kreativen und interessanten Menschen zu begegnen. Ich wollte dazugehören. An dem Vivaldi-Abend war ich zum ersten Mal zu einer größeren Party eingeladen und natürlich äußerst aufgeregt.
Sir William hatte eine kleine Soirée vor dem Konzert organisiert: Champagner für etwa hundert Leute in einem der Empfangssäle der Albert Hall; fünfzehn Logen waren für die Firma reserviert; dann ein vornehmes Dinner für eine kleine Gruppe von Auserwählten, und der Rest von uns durfte sich verpissen.
Ich kam absichtlich spät zur Albert Hall, inspizierte mein Aussehen auf der Damentoilette und ging den dunkelroten Korridor zum Elgar Room entlang. Ein Bediensteter in Livree hakte meinen Namen auf einer Liste ab, dann hielt er die dunkle Holztür auf, und ich wurde von gleißendem Licht empfangen; der Saal glänzte goldfarben und war ein einziges Glitzern, die Gäste in Smoking und Abendkleid ergossen sich über eine ornamentale Treppe in der Mitte des Saales und lehnten an den vergoldeten Balustraden der oberen Galerie. Über ihnen funkelten Kristalleuchter sanft durch einen zarten Schleier aus sich kräuselndem Rauch.
Ich war wie verzaubert. Es war so, als wären alle Puppen aus Spitting Image in einem Raum versammelt: Frank Bruno, Jeffrey Archer, Anneka Rice, Neil Kinnock, Terry Wogan, Melvyn Bragg, Kate Adie, Koo...
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Zustand: Como nuevo. : En 'Hummer zum Dinner', Helen Fielding nos presenta a Rosie Richardson, cuya aventura con el presentador de televisión Oliver Marchant es efímera, ya que Oliver solo tiene una pasión: su ego. Rosie se retira de la alta sociedad para dirigir un campo de refugiados en África. Cuando una plaga de langostas amenaza la región, Rosie recurre a los medios, atrayendo a celebridades y al propio Oliver, lo que desencadena situaciones cómicas e incómodas. Una novela que explora el contraste entre la frivolidad y la realidad, con el toque humorístico característico de Fielding. EAN: 9783442446872 Tipo: Libros Categoría: Literatura y Ficción Título: Hummer zum Dinner Autor: Helen Fielding Editorial: Wilhelm Goldmann Verlag GmbH Idioma: de Páginas: 413 Formato: tapa blanda. Artikel-Nr. Happ-2024-06-03-01ec4cd6
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