Operation Overkill - Softcover

Commander James Barrington

 
9783442368488: Operation Overkill

Inhaltsangabe

Die Welt ist ein Pulverfass – und die Lunte brennt lichterloh!

Ein spannungsgeladener und höchst authentischer Polit-Techno-Thriller mit High-Speed-Action – ein Juwel des Genres!

Der britische Geheimagent Paul Richter soll den Tod eines in Moskau stationierten Kollegen aufklären – und macht dabei schon bald eine brisante Entdeckung: Irgendjemand führt im weiten Norden Russlands erfolgreiche Tests mit einem neuartigen und besonders verheerenden Atombombentyp durch. Für Richter beginnt die gefährlichste Mission seines Lebens. Denn es scheint, als ob sich skrupellose russische Terroristen mit einer Gruppe islamistischer Gotteskrieger zusammengetan haben – um für alle Zeiten den verhassten Westen von der Weltkarte zu radieren …

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Commander James Barrington war Helikopterpilot bei der Royal Navy und später weltweit an verdeckten militärischen Operationen beteiligt. Seine langjährigen Erfahrungen fließen in seine Romane ein und verleihen seinen Werken die von Fans so geschätzte Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Anmerkung des Autors

Dieses Buch ist ein Roman, dessen Handlungsträger frei erfunden sind. Die Grundidee allerdings beruht auf Tatsachen, und auch die amerikanischen Politiker John F. Kennedy, Jimmy Carter und Ronald Reagan, auf die kurz Bezug genommen wird, sind ebenso der Realität entlehnt wie ein Mann namens Sam Cohen.
Sam Cohen war als Analytiker für die Einsatzmöglichkeiten strategischer Atomwaffen bei der Rand Corporation tätig, einer Denkfabrik in Diensten des Militärs mit Sitz in Santa Monica, Kalifornien. Ende der 50er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts schlug er den Bau von Wasserstoffbomben ohne einen äußeren Mantel aus Uran vor, womit er die Neutronenbombe erfand, eine Kernwaffe, die zwar für Menschen tödlich ist, Gebäude aber weitgehend intakt lässt. Alle in diesem Buch aufgeführten Angaben bezüglich der Wirkung einer Neutronenbombe und der theoretischen Maximalgröße dieser Waffe entsprechen den Tatsachen.
Aufgrund des politischen Drucks sowie Protesten von Seiten der Öffentlichkeit wurden diese Waffen von den Amerikanern zwar nie eingesetzt oder irgendwo stationiert, doch in den USA lagert nach wie vor ein ganzes Arsenal. Und auch andere Länder, darunter Frankreich, China, Russland, Israel und Südafrika, haben die notwendige Technologie entweder gestohlen, gekauft oder eigenhändig entwickelt.
Rotes Quecksilber ist eine chemische Substanz, die genauso wirkt, wie es in diesem Buch beschrieben wird. Es handelt sich um eine Quecksilberverbindung, die einer starken Strahlung ausgesetzt wurde und mit der man, wenn sie zur Explosion gebracht wird, die Hitze und den Druck erzeugen kann, die erforderlich sind, um eine Kernfusionswaffe wie die Neutronenbombe zu zünden, sodass man dazu nicht auf Plutonium angewiesen ist. Rotes Quecksilber lässt sich verhältnismäßig billig und einfach herstellen, vor allem im Vergleich mit waffenfähigem Plutonium, und wurde viele Jahre lang von Russland auf dem Schwarzen Markt an diverse Länder verkauft, unter anderem auch an den Irak.
Tatsache ist auch, dass die Vereinigten Staaten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion viele Milliarden Dollar für das bei der Demontage des Kernwaffenarsenals anfallende Plutonium an Russland bezahlten, weil sie verhindern wollten, dass dieses Element auf den Schwarzen Markt gelangt. Allerdings deuten zahlreiche unabhängige Untersuchungen darauf hin, dass es sich bei dem Plutonium, das die Russen den Amerikanern zukommen ließen, um ein Nebenprodukt ihrer Kernreaktoren handelte, also nicht um waffenfähiges Plutonium. Dies wiederum bedeutet entweder, dass die Russen ihr Kernwaffenarsenal nicht reduziert haben, oder dass es einen florierenden Schwarzmarkt für waffenfähiges Plutonium gibt.

Prolog

12. Februar 1999
Bei As Salamiha, südöstlich von Riad, Saudi-Arabien

Bei Exekutionen fackelten sie meist nicht lange. Der Delinquent bekam eine Kugel in den Hinterkopf, oder man schnitt ihm kurzerhand die Kehle durch und ließ den Toten an Ort und Stelle liegen. Aber nicht, wenn Raschid dabei war. Raschid spielte gern.
Dabei sah Raschid eher wie die Karikatur eines Buchhalters aus — klein und schmächtig, bucklig, dicke Brillengläser —, aber niemand lächelte, wenn er zugegen war. Er hatte sein Handwerk in den Seitenstraßen von Bagdad und Basra gelernt und es zur Meisterschaft gebracht, als er sich russische Gefangene vorgenommen hatte, die den Afghanen in die Hände gefallen waren. Der Geruch des Todes hing ihm an.
Als Sadoun Khamils Vollstrecker führte er die Befehle seines Herrn ohne Widerworte oder Mitgefühl aus. Für ihn war das Töten lediglich ein Beruf, und auf den verstand er sich ausgezeichnet. Seine Spezialität war der schleichende Tod, »schwai schwai noum« oder »schlaf langsam ein«, wie er es nannte, wenn er dem Opfer mit einem schmalen, scharfen Messer das Rückenmark durchtrennte. Er wusste genau, wann er den richtigen Schnitt angesetzt hatte, weil der Delinquent jäh zusammensackte, wenn die Nervenstränge gekappt waren. Danach lehnten sie den schlaffen Leib an eine Mauer oder einen Baum und ließen ihn liegen. Es konnte tagelang dauern, bis der Mann starb — normalerweise verdurstete er, aber manchmal brachte ihm Raschid zudem noch ein paar oberflächliche Wunden an Armen und Beinen bei. Der reglose Körper und das Blut lockten Vögel und Ratten, streunende Hunde und Insekten an, sodass das Opfer buchstäblich bei lebendigem Leib aufgefressen wurde.
Hassan Abbas schaute nur ungern zu, aber Khamil bestand normalerweise darauf. Er war der Meinung, dass die Mitglieder der Zelle besser bei der Stange blieben, wenn sie wussten, was mit ihnen geschah, wenn sie ihn verrieten oder anderweitig beleidigten.
Heute war es anders. Khamil hatte Raschid angewiesen, die Sache schnell, aber schmerzhaft zu erledigen. Der Mann gehörte nicht zur Zelle, war nicht einmal festes Mitglied von al-Qaida. Er war nur ein Kurier, ein kleiner Zuträger, einer von hunderttausenden Arabern, die der Hass auf Amerika einte und die allesamt Osama Bin Laden und alles, wofür er stand, bewunderten.
Aber der Kurier hatte etwas Ungeheuerliches getan. Er hatte einem Freund mitgeteilt, wo sich der Standort der Zelle befand — einem Freund, der seinerseits Mitglied der Zelle war, was der Kurier nicht gewusst hatte. Der Freund hatte Khamil sofort Bescheid gegeben, und deshalb stand die ganze Gruppe jetzt um ein verlassenes Gebäude zwei Meilen außerhalb von As Salamiha herum, statt sich in ihrem alten, weitaus bequemeren Quartier in Riad aufzuhalten. Zwar unterstützten viele Saudis insgeheim — und manche auch öffentlich — die Sache von al-Qaida, nicht aber die große Mehrheit, daher war Sadoun Khamil nichts anderes übrig geblieben, als seinen Stützpunkt zu verlegen, sobald er erfahren hatte, dass der Standort aufgeflogen war. Für dieses Ungemach musste der Kurier büßen.
Der Mann lag rücklings, mit gespreizten Armen und Beinen an vier dicke Pfähle gefesselt, in der prallen Frühnachmittagssonne hinter dem Gebäude. Er war nackt, und über Bauch und Schenkel zogen sich die blutigen Striemen der Peitsche, die ihn einer von Raschids »Helfern« zum Auftakt hatte schmecken lassen.
Khamil trat aus dem Gebäude und näherte sich mit flatternder weißer Dscheüaba. Er blieb ein paar Schritte vor dem Kurier stehen und blickte auf ihn hinab. Das frische Blut hatte die Fliegen angelockt, die in schwarzen Schwärmen um die offenen Wunden an Oberkörper und Beinen des Mannes wimmelten.
Der Kurier war offenbar besinnungslos, doch auf Khamils Befehl hin trat einer der Wachmänner vor. Ein knallender Peitschenschlag scheuchte die Fliegen auf, die wie eine schwarze Wolke brummend über ihrem Opfer kreisten, ehe sie sich wieder niederließen. Der Mann riss die Augen auf und heulte vor Schmerz, blickte dann zu Khamil auf und verstummte. Er hatte bereits um Gnade gefleht und wusste, dass sein Schicksal besiegelt war.
Khamil trat zurück, wandte sich um und nickte Raschid zu. Der kleine Mann lächelte, ging nach vorn und blieb vor dem am Boden liegenden Mann stehen. In der rechten Hand hatte er ein schweres, wuchtiges Taschenmesser mit einer fünfzehn Zentimeter langen Klinge, scharf wie ein Skalpell. Er klappte es langsam auf, ließ sich Zeit und achtete auf die Augen des Kuriers. Dann kniete er sich neben den Mann und machte sich ans Werk.
Achtzehn Minuten später stand Raschid auf, wischte sorgfältig das Blut von der Messerklinge, lächelte Khamil kurz zu und ging davon. Khamil warf einen letzten Blick auf die blutige rote Masse vor ihm, nickte zufrieden und begab sich wieder in das Gebäude. Abbas folgte ihm.
Im größten Raum des baufälligen Hauses standen zwei Sessel und ein zerschrammter Tisch. Khamil ließ sich nieder und blickte zu Abbas auf, der höflich vor ihm stehen geblieben war. Er musterte ihn einen Moment und ergriff dann das Wort. »Die Sache gefällt mir nicht. Schon jetzt, von Anfang an, noch ehe wir überhaupt Kontakt mit ihnen...

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Vorgestellte Ausgabe

ISBN 10:  3442360803 ISBN 13:  9783442360802
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag, 2004
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