Die Zeiten sind hart für die Neue Republik. Gerade als Einigkeit besonders Not tut, erhebt neue Zwietracht ihr Haupt. Sogar die Jedi-Ritter spüren die Spannungen, als abtrünnige Elemente sich gegen Luke Skywalkers Führungsanspruch auflehnen. Da schlagen ohne jede Vorwarnung fremde Invasoren zu und drängen die Republik in die Defensive. Die Yuuzhan-Vong sind gnadenlose Krieger, die sich grausamer Kamikaze-Techniken rühmen. Doch nichts ist schlimmer als der unheilvolle Umstand, dass sie nicht mit der Macht in Verbindung stehen. Luke muss die Furcht einflößende Macht des Jedi-Meisters ins Feld führen, um mit der ärgsten Bedrohung seit Darth Vader fertig zu werden. Während Leia und Gavin Darklighter in einem Rückzugsgefecht eine Gruppe verzweifelter Flüchtlinge vor der Streitmacht der Yuuzhan-Vong in Sicherheit bringen, werden Mara Jade, Anakin, Jacen und der Jedi Corran Horn von einem gesichtslosen Feind auf eine nie gekannte Probe gestellt. Das Licht der Neuen Republik droht für immer unter einem Leichentuch finsterster Boshaftigkeit zu verschwinden.
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Michael A. Stackpole wurde 1957 in Wisconsin geboren, wuchs in Vermont auf und machte dort 1979 seinen Universitätsabschluss in Geschichte. Seit 1987 arbeitet er als Fantasy- und Science-Fiction-Autor und war insbesondere mit Romanen zu den Serien „Battletech“, „Mechwarrior DarkAge“ sowie „Star Wars“ erfolgreich. Stackpole lebt mit seiner Familie in Arizona.
"STAR WARS ist kein Film - es ist Kult, Religion und Abenteuerspielplatz zugleich - es ist eine eigene Kultur."
Cinema
Während Leia Organa Solo auf der Empore der Senatshalle darauf wartete, von Borsk Fey'lya, dem Staatsoberhaupt, an das Rednerpult gerufen zu werden, bemerkte sie, dass sie ein wenig nervös war. Sie erinnerte sich daran, wie es ihr bei ihrem ersten Auftritt im Imperialen Senat, als die jüngste Person, die jemals in ein derart hohes Amt gewählt worden war, zumute gewesen war. Sie war als Kandidatin zur Unterstützung ihres Vaters Bail Organa aufgestellt worden, um den Widerstand gegen Palpatine und gegen den Irrsinn fortsetzen zu können, der Dinge wie den Bau des Todessterns zuließ.
Ich war jung damals, sehr jung, und meine Nervosität war verständlich. Sie sah sich in der riesigen Halle um und überblickte das Meer der Senatoren, die sie füllten. Dieser Senat besaß nicht mehr die Größe der alten Kammer, in der sie zuerst gedient hatte, aber die Traditionen der Neuen Republik wurden hier deutlich. Zur Zeit des Imperiums, nachdem Palpatine die ganze Macht an sich gerissen hatte, gab es kaum mehr als eine Hand voll Nichtmenschen in der Kammer, die zudem lediglich als Hilfskräfte der menschlichen Senatoren fungierten. Jetzt waren die Menschen in der Minderheit, fast so wie zur Zeit der Alten Republik. Sie erkannte die Senatorin Viqi Shesh von Kuat sowie einige ihrer Telbuns und Senator Cal Omas von Alderaan, doch es fiel ihr schwer, außer den beiden noch weitere Menschen auszumachen.
Und das liegt nicht bloß daran, dass meine Augen mit dem Alter immer schlechter werden. Sie lächelte in sich hinein und wollte nicht daran erinnert werden, wie viel ihrer Lebenszeit bereits verstrichen war. Einen großen Teil davon hatte sie hier auf Coruscant zugebracht und dabei geholfen, die Neue Republik zu der Konföderation von Welten zu machen, die aus den Schatten des Imperiums herausgetreten war. Oder ich war draußen und habe gegen das Imperium gekämpft und ließ mich beschießen. Die Angriffe hier waren subtiler, aber beinahe immer ebenso tödlich. Sie erschauerte, als sie sich an den Bombenanschlag auf die alte Senatshalle erinnerte.
Sie warf einen Blick über die Schulter und sah Danni Quee. Die junge Frau hatte vor kaum zwei Monaten einen Angriff und die anschließende Gefangennahme durch ein aggressives nichtmenschliches Kollektiv überlebt, das über eine Reihe von Welten am äußersten Rand der Galaxis hergefallen war. Danni hatte in einer Forschungseinrichtung gearbeitet, die der Überwachung des Weltraums jenseits der Grenzen der Galaxis diente, und Hinweise darauf gefunden, dass die Invasoren aus einer anderen Galaxis gekommen waren. Deren skrupellose Vorgehensweise, die mit der schieren Effizienz eines in einer fernen Galaxis organisierten Überfalls einherging, hatte Leia zu der Überzeugung gebracht, dass die Fremden sich große Teile ihrer Heimatgalaxis unter den Nagel reißen wollten. Sie war heute in den Senat gekommen, um die Neue Republik über die Bedrohung zu informieren und Hilfstruppen für die Randwelten zu fordern, die die volle Wucht des Ansturms der Fremden erleiden würden.
Neben der zierlichen brünetten Frau stand Leias Noghri-Leibwächter Bolpuhr. Die Noghri hatten sich Leia und ihrem Bruder Luke auf Gedeih und Verderb verschrieben, da die beiden in der Vergangenheit alle erdenklichen Anstrengungen unternommen hatten, die Schäden zu beheben, die Honoghr, der Heimatwelt der Noghri, durch das Imperium entstanden waren. Aus Dankbarkeit lohnten die Noghri Leia und ihrer Familie ihr Eingreifen mit einer wild entschlossenen Loyalität, die nur von der einmal geschworenen Lebensschuld eines Wookiee übertroffen wurde.
Borsk Fey'lyas Stimme schraubte sich aus einer tiefen, brummenden Tonlage allmählich in größere Höhen. Leia dachte daran, welche Tonlage diese Stimme erreichen würde, wenn Fey'lya in Stress geriet. Der Gedanke ließ sie das Kinn recken und sich auf das konzentrieren, was der Bothan zu sagen hatte.
»… und daher ist es mir eine besondere Freude, einmal mehr eine Frau in dieser Kammer willkommen zu heißen, die hier stets mehr zu Hause war als irgendjemand sonst in der Geschichte des Senats. Ich darf Ihnen also Leia Organa Solo, die Botschafterin von Dubrillion, vorstellen.«
Das wird auch höchste Zeit, dachte Leia. Du hast mich lange genug an der Nase herumgeführt. Sie drängte bereits seit Wochen auf diese Anhörung.
Fey'lya wandte sich vom Rednerpult ab und winkte sie nach vorne. Der Bothan hatte sich heute für ein sandfarbenes Gewand entschieden, das nur um eine Nuance dunkler war als sein cremefarbenes Fell. Das Gewand war mit violetten Litzen besetzt, die zu Fey'lyas Augen passten. Es erinnerte Leia an die schlichte Kleidung, die Mon Mothma getragen hatte, wann immer sie sich an den Senat oder das Volk wandte, doch irgendwie gelang es dieser Kleidung trotzdem nicht, dem Bothan die gleiche Wirkung einfacher Vornehmheit zu verleihen wie ehemals Mon Mothma.
Leia hatte schwarze Stiefel und Hosen ausgewählt, dazu eine Hemdbluse aus ceruleanischer Seide. Sie hatte ihr Haar hochgesteckt und gab bereits mit ihrem ganzen Erscheinungsbild und Gebaren einen Hinweis auf die kriegerische Begegnung, die der Grund ihres Berichts war. Ihr war klar, dass sie damit entschieden unterhalb der opulenten Kleiderordnung des Senats blieb, doch sie hoffte, ihr Äußeres würde einige der Anwesenden an die alten Tage zurückdenken lassen, in denen der Kampfanzug ihre alltägliche Kleidung war und Entscheidungen rasch getroffen werden mussten.
»Danke, Staatschef Fey'lya. Hoch geschätzte Senatoren, verehrte Gäste, ich überbringe Ihnen die Grüße und besten Wünsche der Bevölkerung von Dubrillion, deren Anliegen es ist, dass ich Sie von einer ernsten Krise im Äußeren Rand in Kenntnis setze. Eine bislang unbekannte Spezies hat unlängst im Rand eine Serie von Angriffen durchgeführt. Sie haben die Forschungsstation ExGal 4 auf Belkadan ausgelöscht, Dubrillion überfallen, bei Helska das republikanische Raumschiff Jungbrunnen zerstört und schließlich den Planeten Sernpidal vernichtet, indem sie den Mond dieser Welt auf die Oberfläche stürzen ließen. Es ist uns gelungen, den Stützpunkt der Fremden auf Helska 4 zu lokalisieren und zu zerstören, aber damit ist die Gefahr noch nicht gebannt.«
Leia blickte zu ihrer Zuhörerschaft auf und sah überrascht, wie viele Senatoren sich zu langweilen schienen, als wäre sie nur die Erzählerin in einem Kuati-Sittenstück. Nun, ich habe ihnen nichts mitgeteilt, was sie nicht schon längst wussten, aber jetzt müssen sie es endlich zur Kenntnis nehmen und sich damit auseinander setzen. Sie räusperte sich und warf einen Blick auf den Datenblock auf dem Pult, der ihre Notizen enthielt.
»Luke Skywalker hat auf Belkadan Hinweise auf eine ökologische Katastrophe gefunden, die die Zusammensetzung der Atmosphäre dieser Welt von Grund auf verändert hat. Diese Katastrophe wurde bis zu einem fremden Agenten zurückverfolgt, der sich auf dem Planeten aufhielt und getötet wurde, als er auf Mara Jade Skywalker und meinen Bruder losging. Die Hinweise legen offenbar den Schluss nahe, dass die Fremden den Planeten zu ihrer Invasionsbasis machen wollten.«
Ehe sie fortfahren konnte, erhob sich langsam ein buckliger echsenartiger Senator, der die zahlreichen Baragwin-Gemeinden vertrat. »Wenn der Senat gestattet, würde ich die Sprecherin gerne fragen, ob sie dieselbe Leia Organa Solo ist, die es unternommen hat, im Streit zwischen Rhommamool und Osarian zu vermitteln?«
Leias Augen wurden schmal, während sie das Kinn hob. »Senator Wynl weiß sehr wohl, dass ich dieselbe Person bin, die sich um einen Friedensschluss in diesem Konflikt bemüht hat.«
»Und war es nicht die Handlungsweise eines voreiligen Jedi-Ritters, durch die sich die Osarianer gezwungen sahen, einen Angriff zu starten, der das ganze System in einen Krieg gestürzt hat, in dessen Verlauf auch Nom Anor, der Führer von Rhommamool, ums Leben kam?«
Leia hob die Hände. »Bei allem schuldigen Respekt, Senator, der Krieg zwischen Rhommamool und Osarian...
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