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Die Maya: Weber der Zeit, Spieler des Universums - Softcover

Wimmer, Magda

 
9783442215775: Die Maya: Weber der Zeit, Spieler des Universums

Inhaltsangabe

Maya-Geheimnisse über die Gesetzmäßigkeiten des Universums, der Erde und des Menschen

Die Maya wußten, daß sie Spieler sind im großen Spiel des Universums, und deshalb war es für sie wichtig, die Spielregeln zu kennen: Die 13 Zahlen und 20 Sonnenzeichen im Heiligen Kalender der Maya ergeben ein Webmuster, das überall vorhanden ist und keinen Anfang und kein Ende hat. Anhand zahlreicher Abbildungen lehrt Magda Wimmer den Leser, diesen Kalender zu verstehen und damit selbst ein Spieler im Muster des Universums zu werden.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Magda Wimmer wurde 1961 in Österreich geboren. Von 1981 bis 1987 studierte sie Theologie in Salzburg und widmete sich anschließend der Jugendarbeit. Während sie auf Grund eines Unfalls mehrere Jahre im Rollstuhl verbringen musste, studierte sie Literaturwissenschaft, Sozialwissenschaft und Philosophie an der Fernuniversität in Hagen/Nordrhein-Westfalen. Außerdem ließ sie sich in verschiedenen Disziplinen der Naturheilkunde ausbilden und absolvierte ein schamanisches Training. Von 1997 bis 1998 hielt sie sich im Rahmen eines Filmprojekts in den südamerikanischen Maya-Ländern auf, um das Leben ihrer Nachfolger in der Gegenwart zu studieren.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Popol Vuh, heiliges Buch der Maya
Einheit und Neubeginn
1. Das alte Volk der Maya
Ihr Glaube an den freien Willen ist unerschütterlich: Aus freiem Willen entscheidet sich die Seele zu kommen, deshalb kann es auch kein Gesetz geben, das sie daran hindert, wieder zu gehen. Dies ist keine Entscheidung, die eine einzelne Person in der für uns greifbaren Realität fällt, sondern etwas, das ein allwissendes Selbst auf einer höheren, ewigen Ebene beschließt…
Seit Generationen gibt es bei den »Wahren Menschen«1 den Brauch, alle Neugeborenen mit einem bestimmten Satz zu begrüßen: »Wir lieben dich und werden dir auf deiner Reise beistehen.« Bei der letzten Feier seines Lebens wird der scheidende Mensch umarmt und mit ebendiesem Satz verabschiedet. Es ist der erste und letzte Satz im Leben eines Menschen! Danach setzt sich dieser Mensch in den Sand und stellt alle Körperfunktionen ein. In weniger als zwei Minuten ist er gestorben. Es gibt weder Tränen noch Trauer.

2. Marlo Morgan, Traumfänger

Wenn wir uns die Frage stellen, woher wir kommen und wohin wir gehen, geraten wir oft in Verlegenheit. Vielleicht können wir zurückgreifen auf allgemeine Antworten der Religionen oder der Wissenschaften. Stellen uns jedoch Kinder diese Frage, dann fühlen wir uns wie auf Neuland, auf dem wir selbst noch kaum Schritte gemacht haben, und die vorgegebenen Antworten anderer helfen uns hier kaum noch weiter. Im Gegensatz zu anderen Völkern nehmen wir uns nur wenig Zeit für solche grundlegenden Fragen in unserem Leben. Unsere Erfahrungen stammen normalerweise aus »zweiter Hand«. Wir wissen, was andere zu den verschiedenen Problemen unseres Lebens sagen und was die Gesellschaft darüber denkt. Dadurch sind wir wie ferngesteuert, und wir fühlen uns fremd in einer Welt von Fremden. Wir bezeichnen jedoch andere Menschen und Kulturen als fremd, und das oft nur deshalb, weil sie nicht genauso sind wie wir und ihr Leben anders gestalten, als es unseren Vorstellungen entspricht. In den Augen anderer Völker erscheinen wir »modernen Menschen« jedoch wie Menschen, die vom Vergessen geprägt sind - Menschen, die nicht mehr wissen, wer sie sind und was ihre Aufgabe hier ist. Für sie sind wir ein Volk, das in Angst lebt - insbesondere in der Angst vor dem Tod. Wir sind sosehr abgetrennt von unserem Ursprung, dass wir unsere Rückkehr dorthin fürchten.
Wir merken jetzt aber immer mehr, wie sehr wir selbst in unserem Denken diese Trennungen geschaffen haben, und es scheint die Zeit gekommen zu sein, wo wir uns wieder erinnern, dass es in Wirklichkeit keine Trennung gibt - dass alles, was existiert, wie ein Netz ist, in welchem die einzelnen Teile miteinander verbunden sind. Viele der alten Völker haben dieses Netz nie verlassen. Sie wissen, woher der Mensch kommt und was seine Aufgabe hier auf diesem Planeten ist. Wir können von ihnen lernen, auch wenn das für uns jetzt noch wie eine Herausforderung klingen mag. Eine Herausforderung deshalb, weil wir in der westlichen Welt daran gewöhnt sind, dass wir selbst das ganze Wissen besitzen, und weil wir zum Großteil noch immer denken, dass die so genannten primitiven Völker oder Naturvölker von uns zu lernen hätten.
Wenn wir in eine andere Kultur eintreten, dann ist es wie mit dem Einschlafen. Die Nacht ist dunkel, wir vertrauen darauf, dass der Tag danach wieder anbricht. Bevor wir einschlafen, müssen wir den vergangenen Tag loslassen und alle Aktivitäten, unsere Gedanken und Gefühle. Können wir nicht loslassen, dann wird die Nacht zu einer langen qualvollen Zeit, die scheinbar kein Ende nehmen will. Nach einem tiefen, erholsamen Schlaf jedoch erwachen wir mit gesunden Kräften und neuen Möglichkeiten in einen neuen Tag. Die alten Völker wissen, dass wir beim Schlafen und im Traum dorthin zurückkehren, wo wir herkommen. Die Aborigines und andere Naturvölker nennen es die Traumzeit oder auch das kosmische Netz: jener »Ort«, an dem wir die Wirklichkeit unseres Lebens und der Welt weben. Zwischen Wachzeit und Traumzeit gibt es tatsächlich keinen Unterschied. Es sind nur zwei verschiedene Ebenen unseres Seins hier in dieser Welt.
Die Kulturen der alten Völker sind aus diesem Muster der Traumzeit oder des kosmischen Netzes gewebt. Wenn wir uns darauf einlassen wollen, dann ist es notwendig, dass wir zunächst unsere eigene Wirklichkeit für eine Weile loslassen. Das mag eine Herausforderung sein, weil wir nicht wirklich wissen, was auf uns zukommt. Und es kann zu einem Abenteuer werden, wenn wir uns wieder an diese andere Wirklichkeit erinnern, die immer schon ein Teil von uns ist.
Wir stehen nun an der Schwelle zu diesem Abenteuer, aus dem wir vielleicht verändert zurückkehren werden. Mit dem Wissen, dass wir unsere eigene Welt jetzt für eine Weile hinter uns lassen, nähern wir uns langsam einem Tor, das uns Zugang gibt zu den Geheimnissen der Maya. Wir klopfen und bitten um Einlass, und eine Stimme ertönt von innen. Sie klingt wie der Ruf aus der Ferne längst vergangener Zeiten:

Willkommen, Willkommen! Tretet näher und hört! Sagt, wisst ihr, wer die MAYA sind, das Volk, das man die »Meister der Zeit« und die »Hüter des Universums« nennt?
-Ihr zählt sie zu den alten Völkern, und dennoch liegt ihre große Zeit nur etwas mehr als 1000Jahre zurück.
-Eure Geschichtsbücher sprechen kaum von ihnen, und dennoch haben sie eine der überragendsten Kulturen entwickelt.
-Ihr bezeichnet sie als ein Steinzeitvolk, und dennoch sind ihre Kalendersysteme so perfekt, dass kein Computer an sie herankommt.
-Eure Wissenschaften haben Großartiges erforscht, und dennoch haben die Maya Kenntnisse vom Universum, die so umfassend und vielfältig sind, dass ihr nur darüber staunen könnt.
-Ihr denkt, dass die Maya längst untergegangen sind, und dennoch scheinen sie gerade jetzt zurückzukehren.
Tretet nun ein in die Welt der Weisen, tretet ein in unsere und eure Welt. Willkommen!

Das Tor beginnt sich zu öffnen, und wir befinden uns im Durchgang zu einer der faszinierendsten Kulturen der Welt. Das Abenteuer beginnt…
Das Wort Maya ist erstaunlicherweise in fast allen großen Kulturen der Welt sehr wichtig. Es hat verschiedene Bedeutungen, wie zum Beispiel »Ursprung der Welt« oder auch »Welt der Illusionen« und »universelle Weltordnung«. Überall - ob im Buddhismus, im Hinduismus, bei den alten Ägyptern oder in Griechenland - finden sich Götter oder wichtige Persönlichkeiten mit dem Namen Maya. Hier einige Beispiele:
- Die Mutter Buddhas heißt Maya.
- Auch der Schatzmeister des ägyptischen Kind-Königs Tutench-Amon hat diesen Namen.
- Unser Kalendermonat Mai ist ebenfalls vom Namen der römischen Göttin Maia abgeleitet.3

Wenn wir aber heute von den Maya sprechen, dann meinen wir das alte Volk, das vor ungefähr tausend Jahren großartige Pyramiden gebaut und eine unvergleichliche Kultur hervorgebracht hat. Wir meinen auch jene, die dieses Wissen seit Tausenden von Jahren gehütet haben und es - in den Ländern von Guatemala, Mexiko, Honduras und Belize - ununterbrochen weiter überliefern, von einer Generation auf die nächste. Die Maya stehen hier stellvertretend für alle Urvölker, die dieses alte Wissen tragen. Und sie waren es auch, die mit ihrem Kalenderwissen die indianischen Völker des amerikanischen Kontinents stark beeinflusst haben.
In ihren schriftlichen Aufzeichnungen sprechen die Maya von den Ursprüngen des Lebens, und die Tatsache, dass diese Texte den Schöpfungsgeschichten aller anderen Kulturvölker dieser Welt gleichen, ist ein Hinweis auf das kosmische Netz oder die Traumzeit: Denn alles steht mit allem in Verbindung.
Das Weisheitsbuch der Maya, das »Popol Vuh«4, berichtet vom Ursprung dieses Volkes und vom Beginn unserer Welt, vom Kampf der Menschenwelt gegen die Mächte der Unterwelt. Ähnlich wie viele andere Weisheitsbücher der Welt, so beginnt das Popol Vuh mit den folgenden Worten:

Da war das ruhende All
kein Hauch, kein Laut
reglos und schweigend die Welt
und des Himmels Raum war leer.

Viele dieser Berichte vom Anfang der Welt beginnen damit, dass zuerst NICHTS war, oder anders ausgedrückt: dass ALLES in EINHEIT war. Deshalb hat auch das erste von 20Sonnensymbolen im heiligen Kalender der Maya mit dem Namen Imix dieselbe Bedeutung. Es besagt, dass sich am Anfang eines schöpferischen Prozesses immer alle zur Verfügung stehenden Energien sammeln müssen, damit sich dann, wenn Bewegung ins Geschehen kommt, Leben entwickeln kann. In den Weisheitsbüchern und Bibeln der großen Kulturen steht am Ende dieses Prozesses die Erschaffung der Menschen. So auch bei den Maya: Nach drei unvollkommenen Versuchen, so berichtet das Popol Vuh, werden die Menschen schließlich aus Mais geformt: »Aus gelbem und weißem Mais machten die Götter das Fleisch des Menschen. Einzig Maismasse trat in das Fleisch unserer Ahnen, der Menschen, die geschaffen wurden.« Deshalb nennen sich die Maya und die alten Völker Zentralamerikas heute noch »Mais-Menschen«.
Die indianischen Völker Amerikas sagen, dass jeder Stein, jeder Baum und jedes Gewässer die Erinnerung vom Beginn der Zeit in sich trägt, und viele von ihnen erzählen dazu die folgende Geschichte:

Als wir noch im Himmel gewohnt haben, wurde es eines Tages ziemlich eng. Der Große Geist entschloss sich daraufhin, uns zur Erde zu senden, um dort als Wesen mit einem physischen Körper zu leben. Es wurde ein großer Himmelsrat einberufen, und dann hieß es: »Jene von euch, die dabei sein wollen, wenn Mutter Erde lebendig und erfüllt mit Leben wird, müssen sie auch beschützen. Wir geben euch die machtvolle Medizin der freien Wahl und des freien Willens. Damit seid ihr die Hüter der Erde. Ihr werdet dafür sorgen, dass alle miteinander in Harmonie leben - denn ihr wisst, dass ihr voneinander abhängig seid.« - Als der Große Geist am siebten Tag zur Erde hinunter stieg, hörte er die Gebete und sah auch die dankbaren Herzen. Er war sehr stolz auf seine Geschöpfe, weil er sah, dass sie ihre Zeit im Himmelsgewö...

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