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Mein Kind ist zu dick - was tun!: So kann es seine Essensgewohnheiten verändern und auf gesunde Weise schlanker werden - Softcover

Beil, Brigitte

 
9783442166718: Mein Kind ist zu dick - was tun!: So kann es seine Essensgewohnheiten verändern und auf gesunde Weise schlanker werden

Inhaltsangabe

Gebraucht - Sehr gut; Zahlr. Fotos; Taschenbuch; Dr. Brigitte Beil; Mein Kind ist zu dick - was tun! - bk1397; Deutsch

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Dr. Brigitte Beil arbeitet als Journalistin und Autorin mit den Themenschwerpunkten Familie und Erziehung. Das Buch entstand unter fachlicher Beratung von Ute Fahr, Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Inhalt:
I.
Dick und rund | Ein dickes Problem die Zahl der Runden wächst | Wann ist ein Kind zu dick? | Das Durchschnittsgewicht von Kindern | Überflüssige Kilos Gift für die Gesundheit | Die Seele leidet meistens mit
II.
Wie kommt der Speck auf die Rippen? | Die Mischung macht s | »Es liegt in der Familie« | Am liebsten Pommes und Cola | Bloß kein Schritt zu viel! | Falsch gepolt der grenzenlose Hunger und was dahinter steckt | Auf Dicksein dressiert | Einmal dick, immer dick?
III.
Was lässt sich tun? | Jetzt ist Schluss! | Das Vorbild der Eltern | Raus aus dem alten Trott | Essen mit Vernunft | Die Dickerchen auf Trab bringen | Den Kindern den Rücken stärken | Diäten ja oder nein?
IV.
Mit kleinen Schritten zum Ziel | Keine Wunder erwarten | Traummaße müssen nicht sein | Wie sich der Aufwärtstrend bemerkbar macht
V.
Das schmeckt! | Nicht nur zum Frühstück | Warme Mahlzeiten | Ein ganz persönliches Wort an die Eltern | Kontaktadressen | Register

I. Dick und rund

Ein dickes Problem die Zahl der Runden wächst
Seit Jahren schon sind sie immer häufiger zu entdecken in Buggys, auf Spielplätzen und Pausenhöfen: dicke Kinder, von drallen Pummelchen bis zu richtig fetten kleinen Gestalten, die schwer an ihren Pfunden zu schleppen haben. Es gibt keine aktuellen Angaben darüber, wie viele unserer Kinder insgesamt zu dick sind, aber in einzelnen Untersuchungen wurde festgestellt, dass bereits zwölf Prozent der Grundschulkinder zwischen sieben und zehn Jahren viel zu viele Kilos auf die Waage bringen. Das ist aus der Sicht von Kinderärzten eine erschreckend hohe Zahl. Und der Trend zum Dickwerden hält an.

Die meisten Erwachsenen finden Babys mit Speckröllchen und tiefen Grübchen »zum Anbeißen« süß. Wenn die kleinen Möpse dann aber größer werden, legt sich die Begeisterung oft schnell. Dick ist out, das bekommen diese Kinder täglich zu spüren. Und Eltern, die meinen, ihre Sprösslinge müssten doch »etwas zum Zusetzen« haben, irren sich: Reservespeck schützt die Gesundheit nicht, sondern schadet ihr.

Übergewicht bei Kindern ist ein Problem, das man nicht verniedlichen oder auf die leichte Schulter nehmen sollte. Schon in jungen Jahren kann es den Körper belasten und die Seele verdunkeln. Und je älter sie als Runde werden, desto mehr erhöht sich das Risiko, auch als Erwachsene dick zu bleiben. Dann treffen sie die Folgen ihrer überschüssigen Pfunde mit voller Härte: Dicke haben eine verminderte Lebenserwartung und leiden häufiger unter Krankheiten wie Arteriosklerose, Bluthochdruck, Diabetes oder Gicht. Außerdem werden Herz und Kreislauf stärker beansprucht.
Eltern tun also gut daran, nicht einfach zu hoffen, dass sich die Sache irgendwann »verwächst«, sondern lieber ein Auge darauf zu haben, ob ihr Kleines massiv Fett ansetzt, und notfalls auf die Bremse zu treten.

Wann ist ein Kind zu dick?
Auf der Skala zwischen »rundlich« und »fett« gibt es viele Variationen von Speckansammlungen, und es lässt sich nicht immer leicht ausmachen, ob ein Kind tatsächlich zu dick ist. In der Familie hilft zunächst einmal der Augenschein weiter: Wenn einem kleinen Wicht sein Bäuchlein ständig beim Spielen im Weg ist, wenn die moppeligen Beinchen ihn am Rennen hindern, wenn er beim Treppensteigen sofort aus der Puste gerät, steht eindeutig fest: Das Kind ist zu dick.
Meistens wird diese Erkenntnis auch durch die Reaktionen der Umgebung untermauert: Spielkameraden machen sich lustig über den »Wabbelbauch« des Dickerchens oder über seinen »Po, auf dem der Schnee liegen bleibt«, und Erwachsene erkundigen sich ironisch, ob er »nicht bald aus den Nähten platzt«.

Familien mit dicken Kindern nehmen solche Signale allerdings häufig nicht zur Kenntnis. Oft ist ja nicht nur der Nachwuchs rund, sondern die Eltern selbst sind ebenfalls von »kräftiger Statur«. Dann verschanzt man sich gern hinter der Meinung, dass die anderen einem nur übel mitspielen wollen, dass sie vielleicht sogar neidisch sind, weil sie sich kein üppiges Essen leisten können und die eigenen Sprösslinge nicht so »gut« gedeihen.

GERADE SEHR DICKE MENSCHEN können ihren Körper oft nicht richtig einschätzen. Sie erleben sich selbst nicht als so dick, wie sie in Wirklichkeit sind. Sie haben keine realistische Vorstellung von ihrem Körperbau und ihrem Umfang. Sogar wenn sie viele Pfunde abnehmen, erkennen sie den Unterschied zu ihren früheren Ausmaßen nicht. Psychologen sprechen hier von einem gestörten Körperbild.

Es gibt jedoch auch objektive Maßstäbe fürs Zudicksein, an denen sich niemand so einfach vorbeimogeln kann. Unter Medizinern gilt ein Kind dann als zu dick, wenn sein Gewicht 20 Prozent und mehr über dem Normalgewicht, das heißt über dem Durchschnittswert liegt.

Wie ermittelt man das Normalgewicht von Kindern?
Die zur Zeit gebräuchlichste Methode zur Bestimmung des Nomalgewichts ist der so genannte Körpermasse-Index (Body-Mass-Index = BMI). Dabei wird das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt. Ein Mensch, der 70 kg wiegt und 1,70 m groß ist, müsste also rechnen:

70 : (1,70 x 1,70) = 24,22

Er hat demnach einen BMI von 24,22.

Liegt der BMI unter 20, lässt das auf Untergewicht schließen, ein BMI von über 30 steht dagegen für klares Übergewicht. Eine ziemlich mühsame Rechnerei. Allerdings hat der BMI den Vorteil, dass er individuelle Unterschiede einkalkuliert und den Grad von Unter­ oder Übergewicht erkennbar macht.
Bei Kindern spielt das Wachstum eine wesentliche Rolle. Das eine Kind schießt früher und schneller in die Höhe als das andere. Und natürlich darf ein Kerlchen, das mit zwei Jahren bereits so groß und kräftig ist wie ein Vierjähriges, mehr wiegen als ein kleiner, zierlicher Altersgenosse.

ADIPOSITAS, ZU DEUTSCH FETTSUCHT, heißt in der Medizin eine über das Normalmaß hinausgehende Ansammlung von Fettgewebe im Körper. Da sie immer mit Übergewicht verbunden ist, wird der Begriff häufig als Synonym für Übergewicht gebraucht. Übergewicht und Adipositas werden heute fast durchgängig an Hand des BMI ermittelt. Nach Angaben der Deutschen Adipositas-Gesellschaft gibt es verschiedene Abstufungen:
BMI 20 24,9: Normalgewicht
BMI 25 29,9: Übergewicht (Adipositas Grad I)
BMI 30 39,9: Adipositas (Adipositas Grad II)
BMI über 40: extreme Adipositas (Adipositas Grad III)

Es gibt verschiedene Tabellen, die über das Normalgewicht von Kindern informieren. Sie alle können nur Anhaltspunkte liefern, weil die individuelle Entwicklung nicht immer den Durchschnittswerten entsprechend verläuft. Das Normalgewicht ist ein Durchschnittswert, der sich an Größe und Alter des Kindes orientiert. Bei Mädchen und Jungen läuft die Wachstumsentwicklung allerdings unterschiedlich ab, deshalb wird das Normalgewicht getrennt ermittelt.

Gerade weil die körperliche Entwicklung von Kindern so unterschiedlich verläuft und im Einzelfall große Abweichungen von dem, was als »normal« gilt, auftreten können, sollten Eltern statistische Angaben und Tabellen auch die nachstehenden besser nicht als unbedingtes Muss betrachten. Die Zahlen können nur Orientierungshilfen sein für diejenigen, die unsicher sind, ob ihr Kind zu dick ist oder nicht. Allemal einfacher und nicht weniger zuverlässig ist der äußere Anschein, das behaupten selbst Fachleute: Wer dick aussieht, ist auch dick.

Das Durchschnittsgewicht von Kindern
»FETTSUCHT« EIN PROBLEMATISCHER BEGRIFF Das Wort »Fettsucht« als Übersetzung der medizinischen Bezeichnung »Adipositas« ist eine unglückliche Wahl. Denn nicht jeder Übergewichtige muss süchtig sein. Von Sucht kann man erst sprechen, wenn die Dicken zu Sklaven ihres Essverlangens werden, wenn sie scheinbar ohne Scham und Würde gierig und zwanghaft alles Essbare in sich hineinschlingen. Süchtige haben ein unkontrollierbares Verlangen nach immer mehr ihres Suchtmittels, was zu einer qualvollen Abhängigkeit führt, zu Wiederholung und Steigerung, aber nie zur...

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