Der Mastercode: Thriller. Deutsche Erstausgabe - Softcover

Scott McBain

 
9783426629024: Der Mastercode: Thriller. Deutsche Erstausgabe

Inhaltsangabe

Der Kampf gegen das Böse ist nie zu Ende!
»Mother«, ein globales Computernetz, sammelt die Daten aller Bürger und stuft sie nach einem festgelegten Ranking-System ein. Überall herrschen Korruption und nackte Geldgier. Als »Mother« in die Hände einer Verschwörergruppe um den britischen Außenminister und den CIA-Chef fällt, scheint die totale Kontrolle über die Welt zum Greifen nahe. Nur Pia, eine junge Finnin, kann die Menschheit noch retten. Sie kennt den Mastercode für die Selbstvernichtung des Systems ...

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Über die Autorin bzw. den Autor

Scott McBain ist Rechtsanwalt mit dem Spezialgebiet Seerecht und lebt abwechselnd in London und Panama. Das Erfolgsrezept seiner Thriller ist die gelungene Mischung aus Abenteuer, Spannung und dem Kampf des Guten und Gerechten gegen das Böse. Seine Romane "Der Judasfluch", "Das Judasgift" und "Der Mastercode" standen monatelang auf den Bestsellerlisten.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

PROLOG
Autorität und Macht sind nicht das Gleiche.
Macht ist die Kraft, mit der wir andere zum Gehorsam
zwingen können. Autorität ist das Recht,
von anderen Gehorsam zu verlangen
Macht ohne Autorität ist Tyrannei.
Jacques Maritain

Die Welt dreht sich doch wie sie sich dreht, ist nahezu unvorstellbar. Denn die Welt ist eine Sammlung von Fäden, nicht wahr? Der Lebensfäden von Hunderten Millionen von Menschen und Ereignissen. Oft scheinen diese Fäden untrennbar miteinander verwoben, dann wieder gänzlich unverbunden. Doch manchmal treffen Geschehnisse zeitlich auf seltsame Art zusammen, und der dichte Nebel des Nichtverstehens lichtet sich, wenn auch nur für kurze Zeit. Dann wird erkennbar, wie sich anscheinend unzusammenhängende Ereignisse und einander fremde Menschen miteinander verbinden. Und nun kann man die gemeinsamen Ziele und Schicksale deuten, so dass sich der Blick in eine mögliche Zukunft öffnet. Doch die unsichtbaren Hände hinter solchen Ereignissen zu entdecken, zu sehen, wie die Fäden gesponnen werden die zugrunde liegenden Absichten und Wünsche der Weber zu erkennen , das erfordert Genie vom Beobachter. Noch beeindruckender ist allerdings derjenige, der das Muster versteht, das gerade gewoben wird, und der ein wenig von seinem Faden in den Stoff einfügt, so dass die Zukunft sich grundlegend wandelt. Es war am 25. April, als Lars Pedersen beschloss, seinen Faden einzuweben, damit die Welt sich verändere.

* * *
»Nehmen Sie doch Platz.«
Eine Gruppe von neun Personen machte es sich in den großen Chromstühlen bequem, die um den Tisch in einem unscheinbaren Regierungsgebäude im Geschäftsviertel der Münchner Innenstadt standen. Es war später Freitagnachmittag an einem regnerischen Apriltag des Jahres 2020. Draußen hasteten die
ärmeren Bürger und Diener, den aufgespannten Regenschirm in der Hand, durch die Straßen und versuchten, einen Platz in der heruntergekommenen U-Bahn zu ergattern, während ihre reicheren Mitbürger sich aufmachten zu den mautpflichtigen Schnellstraßen, deren Fahrspuren sie entsprechend ihrem Einkommen befahren durften. Beide Gruppen hegten denselben Wunsch: dem Regen zu entfliehen, nach Hause zu kommen, sich auszuruhen.
Doch für die am Tisch Versammelten waren derart banale Dinge von keinerlei Interesse. Den Bezug zum Leben des Durchschnittsmenschen, des Einzelnen, hatten sie längst verloren. Sie lebten auf einer anderen Ebene, ja auf einem anderen Planeten. Sie befassten sich mit den großen Themen der Menschheit und damit, diese den eigenen Zielen dienlich zu machen.
»Fangen wir an.«
Doug Sullivan saß am Kopfende des Tisches. Er war hochgewachsen und schlank, ein Kettenraucher, hatte einprägsame Gesichtszüge, einen recht fahlen Teint, hohe Wangenknochen, eine niedrige Stirn und schmale Lippen. Jemand, dem man sich besser nicht widersetzte. Er wandte sich an den Mann zu seiner Rechten und fragte mit seiner herrischen Stimme:
»Wie lautet Ihre Entscheidung?«
Jeder interessierte Beobachter, selbst wenn er die Bewegungen dieser bekannten Persönlichkeiten bis ins Detail hätte verfolgen können, wäre davon überzeugt gewesen, dass alle einen zwingenden Grund hatten, an diesem Tag in München zu sein. Für den einen war es eine geschäftliche Verabredung, für den anderen eine Konferenz, für den dritten ein vertrauliches Gespräch über bürokratische Angelegenheiten: Alles stand mit ihrer Rolle im öffentlichen Leben in Einklang. Entgangen wäre diesem Beobachter jedoch der plötzliche und scheinbar unerklärliche Entschluss aller Verschwörer, ihren festgelegten Terminplan in letzter Minute so zu ändern, dass sie an diesem geheimen Treffen teilnehmen konnten. Die Chancen eines solchen Beobachters, das Treffen aufzudecken und am Leben zu bleiben, hätten schlecht gestanden. Wirklich sehr schlecht. »Gut.« Doug Sullivan war zufrieden und nickte zustimmend.
Sein Kollege, der Vorstandschef des größten europäischen Versicherungskonzerns, hatte gerade geendet. Sullivan strich sich durch das schwarz gefärbte Haar, dann richtete er seinen düsteren
Blick auf einen anderen Anwesenden.

Jetzt war es an der Präsidentin des Ölkonzerns, der Chefin von BPShellTex, ihre Meinung zu vertreten: »Und wie haben Sie sich entschieden?«
Bald hatten alle Anwesenden ihre Ansichten vorgetragen. Als letzter tat selbstverständlich Anthony Stone seine Auffassung kund, der unmittelbar links neben Sullivan saß. Gewiefter Politiker, der er war, wartete er stets darauf, was andere zu sagen hatten, ehe er sich äußerte. Auf diese Weise konnte er vielleicht
herausfinden, wer seine Freunde oder, besser noch, seine Feinde waren.
»Anthony?«
Alle beobachten Stone, wie er mit übertriebener Sorgfalt seine Hände auf dem Tisch faltete. Es war eine Freude, ihm zuzuschauen. Der Mann hatte das gewisse Etwas. Das lag nicht nur an seinem aristokratischen Äußeren, auch nicht an dem blonden Haar und seinen fein geschnittenen Gesichtszügen. Nein, das Schicksal hatte es einfach gut mit ihm gemeint er war einer der besten politischen Redner seiner Zeit, kultiviert, ein Kenner mehrerer Sprachen und der schönen Künste. Wenn er das Wort ergriff, hörten ihm die Menschen zu. Diesmal fiel seine Rede allerdings überraschend kurz aus: »Er muss weg.«
»Gut, dann sind wir alle derselben Meinung. Dieser Mann wird ersetzt werden«, meinte Sullivan abschließend. Freudlos lächelnd lehnte er sich in seinem Stuhl zurück und trommelte mit den Fingern der rechten Hand leise auf dem polierten Marmortisch.
»Und wir werden so schnell wie möglich mit der nächsten Phase beginnen. Alles wird erfolgreich verlaufen, das versichere ich Ihnen. Danke fürs Kommen und auf Wiedersehen.«
Damit schob er seinen Stuhl zurück und stand auf. Auch die anderen Anwesenden erhoben sich. Doch sie blieben nicht im Raum, um noch ein wenig zu plaudern, sondern verließen rasch das anonyme Gebäude durch verschiedene Ausgänge. Fast augenblicklich belegten ihre vollen Terminkalender und hektischen Reisepläne sie mit Beschlag. Sie begaben sich wieder in die Öffentlichkeit und wurden sichtbar. Nur Anthony Stone blieb noch sitzen. »Das Ganze ist hervorragend gelaufen«, sagte er mit seiner angenehmen Stimme, während er an der Manschette seines Maßhemdes zog. Er war stets makellos gekleidet. Schließlich stand er fast ununterbrochen im Licht der Öffentlichkeit und wusste genau, worum es auf der politischen Bühne ging: um Verstellung und Schein.
»Wie ich vorausgesehen habe«, erwiderte Sullivan, dessen amerikanischer Akzent verglichen mit dem seines britischen Kollegen schärfer klang. Er rückte näher an seinen Mitverschwörer heran. »Wir stehen vor einer Schwierigkeit, Anthony. Ein Assistent von Pedersen hat Nachforschungen über die Sicherheitslücken angestellt. Und über die Entschlüsselung bestimmter Codes. Er macht uns Ärger. Er stellt ein Problem dar.«
»Sind Sie sicher?«
»Ja, natürlich.« Sullivan war sich absolut sicher, wie immer, wenn er die Absicht hatte, seinen Willen durchzusetzen.
»Glauben Sie, dass Pedersen von der Sache weiß?«, fragte Stone mit gespannter Aufmerksamkeit. Seine Gesichtszüge besaßen einen Glanz und eine Straffheit, die sich nur durch gekonnte Schönheitsoperationen herstellen ließen. Doch schließlich wurde heutzutage jeder, der reich oder mächtig sein wollte, vom Schönheitschirurgen gestylt. Wer man war, hing davon ab, wie man aussah. Man verkaufte sich wie ein Produkt. Man passte sich an, damit man sich in sein soziales Umfeld einfügen konnte.
»Nein, noch nicht.«
»Aber Sie glauben, wir sollten etwas unternehmen?«
»Ja.«
Der britische Außenminister nickte. »Wenn Sie es für notwendig erachten. Wir gehen besser keinerlei Risiken ein.« Er zeigte sein übliches breites Grinsen, das größtes Vertrauen in sich selbst und seinen Kollegen zum Ausdruck brachte. »Ich überlasse Ihnen die Sache, Doug.«
»Gut. Ich hoffe, Sie haben eine angenehme Unterredung mit Ihrem deutschen Amtskollegen. Schade, dass er bald nicht mehr zu...

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