Krücke: Roman - Softcover

Härtling, Peter

 
9783407781789: Krücke: Roman

Inhaltsangabe

Der große Krieg ist zu Ende. Flüchtlingstrecks irren durch das Land. Kinder gehen verloren. Auch der neunjährige Thomas verliert auf dem Transport aus der CSSR seine Mutter. In seiner Not schließt er sich einem Kriegsinvaliden an, "Krücke" genannt.

Viele Städte lagen bei Kriegsende in Trümmern. Wie viele Menschen sucht auch Thomas verzweifelt nach seinen Angehörigen. Als er vor dem zerstörten Haus seiner Tante in Wien steht, weiß er nicht mehr weiter. Da findet ihn Krücke. Das ist so einer, den der Krieg hart mitgenommen hat. Aber er kennt sich auf dem Schwarzmarkt und auch sonst im Leben aus.

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Über die Autorin bzw. den Autor

Peter Härtling (1933 - 2017), in Chemnitz geboren, lebte bis zu seinem Tod in Mörfelden-Walldorf/Hessen. Er ist einer der vielseitigsten und renommiertesten Autoren Deutschlands - er veröffentlichte Lyrik, Erzählungen, Essays und Romane - für Kinder und Erwachsene. Seine Bücher für Kinder erscheinen bei Beltz & Gelberg, darunter die berühmten Romane »Das war der Hirbel«, »Oma«, »Ben liebt Anna« und zuletzt »Djadi, Flüchtlingsjunge«. Sein literarisches Gesamtwerk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter auch mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. »Härtling ist unzweifelhaft eine Schriftsteller-Persönlichkeit, von der die deutschsprachige Kinderliteratur der letzten 30 Jahre maßgeblich geprägt wurde«, so die Jury zum Deutschen Jugendliteraturpreis in ihrer Begründung.

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Eine Tür ohne Haus

Die Frau saß auf der steinernen Türschwelle, das Kopftuch tief in die Stirn gezogen. Taschen und Bündel hatte sie neben sich aufgebaut wie einen Wall.

Was Thomas vor sich sah, war einfach verrückt, kaum zu glauben. Es sollte das Haus sein, nach dem er tagelang in Wien gesucht hatte. Von ihm war nichts übrig als der Türrahmen, in dem die Frau saß. Sie bewachte einen Eingang, der zu einem Trümmerhügel führte. Wahrscheinlich saß sie schon Ewigkeiten da.

Vielleicht spinne ich, dachte Thomas, und die Frau gibt es gar nicht. Ich bilde sie mir bloß ein.

Schritt für Schritt näherte er sich ihr.

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