Einige Worte über George
von Olivia Harrison
Die stille, seit George uns verlassen hat, ist bedrückend. Auch wenn er nur ungern den Allein
unterhalter spielte, war das Leben mit ihm nie langweilig. Aber das Wichtigste in all den guten und gelegentlichen schweren Zeiten, die wir gemeinsam verbrachten, war seine tief empfundene Liebe zum Leben. Er war ein Kämpfer, der den Herausforderungen des Lebens mit außergewöhnlichem Mut entgegentrat. He had the strength of a hundred men, heißt es bei Bob Dylan, und sein Glaube gab George tatsächlich Kraft für hundert Mann. So wie Arjuna in der Schlacht auf den Beistand Krishnas vertraute, stellte sich auch George den vielen Kämpfen mit spiritueller Kraft und einem unerschütterlichen Glauben.
Unser Sohn Dhani und ich, genauso wie Georges Freunde, wir alle waren verwöhnt von seiner fürsorglichen Gegenwart vom ersten morgendlichen Weckruf, der, je nach Stimmung und Ort, ein Morgenraga, Vedengesang, Mozartkonzert, Cab Calloways Bugle Call Rag oder Hoagys frühste Instrumentalversion von Stardust sein konnte, bis zum letzten Ton des Tages, oft einer Melodie, die ich noch am nächsten Morgen auf den Lippen hatte. Manchmal pfiff er mit Absicht schreckliche Melodien, um zu sehen, ob sie sich in meinem Kopf einnisteten. Beklagte ich mich darüber, antwortete er: Okay, vertreib sie dir mit der hier, und pfiff die nächste.
Der Duft einer heißen Tasse Tee in der frischen Morgenluft machte unser Glück komplett. Selten kehrte George von seinen morgendlichen Spaziergängen zurück, ohne eine Blume oder ein besonderes Blatt mitzubringen, das sonst unbemerkt geblieben wäre, so wie viele von uns unbemerkt geblieben wären, wenn George nicht die Fähigkeit besessen hätte, den wahren Menschen hinter der Fassade des Körpers zu sehen. Immer versuchte er zum Innersten eines Menschen vorzudringen. Das gleiche galt auch für jedes Thema, jeden Gegenstand oder jede Arbeit, mit der er sich befasste. Diese Fähigkeit, zum Kern vorzustoßen, gab ihm eine, wie er es nannte, andere Herangehensweise, andere Phrasierung.
In der Natur fühlte George sich Gott am nächsten. Seine Begeisterung für Landschaftsgärtnerei beschränkte sich nicht nur auf sein enormes botanisches Wissen, seine Liebe zu Pflanzen und seine überbordende Fantasie. Wenn es einen Gott gibt, müssen wir ihn sehen; wenn es eine Seele gibt, müssen wir das spüren. Andernfalls ist es besser, nicht zu glauben. Lieber ein überzeugter Atheist als ein Heuchler, pflegte er uns zu predigen. Auch wenn George oft spirituelle Größen zitierte, gehörte er, trotz anders lautender Gerüchte, keiner spirituellen Organisation an. Wer behauptete, genau zu wissen, was in ihm vorging, dem antwortete George: Wer alles sagt, was er weiß, sagt mehr als er weiß. Tatsächlich war seine spirituelle Erfahrung sehr vielschichtig und kenntnisreich. Nie gab er sich damit zufrieden, nur an der Oberfläche zu kratzen, sondern war immer auf der Suche nach dem gemeinsamen Kern aller Religionen. Religiöse Organisationen oder Dogmen, die mit den Begriffen Schuld, Sünde und Geheimnis operierten, lehnte George kategorisch ab. Er hasste Geheimniskrämerei und zog es vor, mit interessierten (manchmal auch weniger interessierten) Menschen offen über Gott zu sprechen.
Er war sehr gewissenhaft. Ich hingegen muss mich einer gewissen Trägheit für schuldig bekennen. Wie oft habe ich mich darauf verlassen, dass seine Kraft für uns beide reichen und auch mich zum gemeinsamen Ziel eines göttlichen Bewusstseins mittragen würde. Ohne ihn ist es für uns viel schwerer geworden.
George hinterließ der Welt einzigartig schöne Melodien, von denen manche erst noch zu entdecken sind. In jedem Diktafon und Kassettenrekorder im Haus steckt ein Band mit neuen Songideen, mal am Klavier, mal an der Ukulele oder der Gitarre entworfen. Manche Texte sind irrsinnig komisch, manche mit grimmigem Ernst geschrieben, aber alle zeugen von einer Kreativität, die er immer als Geschenk Gottes ansah.
Neben seiner Nähe, den Gesprächen und der Weisheit meines geliebten Freundes vermisse ich besonders die Musik. Ich brauchte nur einen Song anzustimmen, egal was für einen, schon begleitete und ermutigte er mich. Spielte ich drei Akkorde auf der Ukulele (unserem Lieblingsinstrument), war er meine Begleitband. George war so großzügig und großmütig. Jeder schöne Moment war es ihm Wert, ihn noch schöner zu machen.
Ich liebe dich, George. Die Freude, die Trauer, die Weisheit und die Liebe, die wir miteinander geteilt haben, werden immer in meinem Herzen wohnen, bis wir uns wiedersehen.
Januar 2002
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
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Zustand: good. Befriedigend/Good: Durchschnittlich erhaltenes Buch bzw. Schutzumschlag mit Gebrauchsspuren, aber vollständigen Seiten. / Describes the average WORN book or dust jacket that has all the pages present. Artikel-Nr. M03283004455-G
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Sep 01, 2002. Zustand: gebraucht; wie neu. Grossformat illustrierter Hardcover mit Schutzumschlag, wie ungebraucht. Artikel-Nr. 627-3-13
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