Der Held in diesem figurenreichen Roman ist das vergangene 20. Jahrhundert. Was sich zu Beginn des Jahrhunderts nur erahnen lässt, wird zu Gewissheit und Tatsachen. In erzählerischen Short cuts überblendet Ernst Halter Gemeinschaften und Orte, Schicksale, Menschen und ihr Handeln bis in die Träume hinab und verfolgt sie durch zehn Jahrzehnte. Schauplätze sind Deutschland, die ungarische Provinz, das kakanische Wien, die Ukraine, die Schweiz. Immer wieder verläßt der Autor seine Figuren und überläßt sie ihren Geschicken, um den Stand der Epoche an ihnen abzulesen, wenn er zu ihnen zurückkehrt. So erleben wir den Mentalitätswandel der Generationen innerhalb einer Bauernfamilie, die Brüche des ›deutschen Jahrhunderts‹, gespiegelt in der deutsch-nationalen, später nazistischen, endlich marxistischen Werk-Edition eines Allerweltsphilosophen, die Lebenserzählungen von Menschen, die knapp den Mühlen der Zeit entronnen sind. Jede Stimme, jede Perspektive – ein eigenes Prisma der Geschichte. Gleichmütig bleibt allein die Natur. Ernst Halters glänzender Roman »Jahrhundertschnee« ist weder Chronik noch Geschichtsschreibung, sondern ein Buch der Wandlungen, Krisen und möglichen Erkenntnis. Es ortet den Konflikt zwischen Macht und Ohnmacht, das Gestalten und Erleiden von Geschichte im Schicksal des einzelnen, der sich in der reißenden Zeit zu behaupten versucht.
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OLeinen m. OU. Jacket, 434 S. Zustand: sehr gut Sprache: Deutsch. Size: 21 x 13 Cm. 1100 Gr. Artikel-Nr. 023018
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Leinen, gebunden; grauer, rot geprägter Einband mit (farbig) illustiertem Schutzumschlag, rotes Lesebändchen / Anz. Seiten: 435 / 13,6 x 21,6 cm / Zustand: sehr schönes Exemplar = Meridiane. Aus aller Welt, Band 130 Sprache: de. Artikel-Nr. 81484
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