Der Titel des Romans bezieht sich auf ein Sprichwort, mit dem die Bauern ihre eigene Rückständigkeit begründen: >>Christus kam nur bis Eboli.<< Es besagt, dass Gott es nicht mehr bis in die Berge der Basilicata, nach Aliano geschafft hat. Deshalb sind in dieser Region Zeit und Sitten auf einem heidnischen Niveau stehen geblieben. Trotz unsäglichen Elends, trotz Armut und der Malaria behaupten sich die Bewohner in einem mühseligen, vom Wechsel der Jahreszeiten rhythmisierten Überlebenskampf und beziehen aus dieser Existenzweise ihren eigenen Stolz. Eindrucksvoll schildert Levi das Überleben heidnischer und naturmagischer Praktiken unter dem Deckmantel der christlichen Liturgie und das gelegentliche Aufflammen politischer Aufsässigkeit am Beispiel der Bauern, die Geldeintreiber erschlagen und sich den Briganten in den unzugänglichen Bergnestern der Basilicata anschliessen, weil sie ihre drückenden Abgaben nicht leisten können. Die Versuche der Regierung, sich der politischen Zustimmung der Einwohner zu versichern, scheitern am fundamentalen Misstrauen der Bauern gegen jede Art von Obrigkeit, die sie immer nur als Unterdrückung erfahren haben.
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Levi, Carlo
italien. Schriftsteller und Maler
*29.11.1902 Turin, †4.1.1975 Rom
Christus kam nur bis Eboli, 1945
Carlo Levi, der sich primär als Maler verstand, war auch ein politisch engagierter Schriftsteller. Sein Ruhm gründet sich vor allem auf den Roman Christus kam nur bis Eboli, in dem er dem vergessenen Mezzogiorno ein literarisches Denkmal setzte und eines der programmatischsten Werke des Neorealismus (Stichwort R S. 681) schuf.
Levi wuchs in Turin in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Nach dem Studium der Medizin arbeitete er als Maler, wegen seiner antifaschistischen Haltung wurde er 1935 in ein abgelegenes Dorf in der Basilicata im Süden Italiens verbannt; die Jahre im Exil verarbeitete Levi in seinem Erlebnisbericht. Nach seiner Begnadigung engagierte er sich in Paris in der Widerstandsbewegung. Die Erfahrungen dieser Zeit schlugen sich in dem Essay Angst vor der Freiheit (1946) nieder, der an die politische Mündigkeit des Individuums appelliert. In meh-reren Romanen und Reisetagebüchern, u.a. Die doppelte Nacht der Linden (1959), formulierte Levi seine Kritik an politischem Egoismus und mangelndem sozialen Engagement. Mit der sizilianischen Reisereportage Die Worte sind Steine, 1955, gelang es Levi noch einmal, an den intensiven Ton seines Romans anzuknüpfen, sein Reisebericht aus der Sowjetunion, Die Zukunft hat ein altes Herz, 1956, vermittelt demgegenüber nur flüchtige Impressionen
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Anbieter: Bokel - Antik, Bokel, Deutschland
285 S., OLeinen, 8° guter Zustand. Bücher. Artikel-Nr. 193770
Anzahl: 1 verfügbar
Anbieter: Antiquariat Jochen Mohr -Books and Mohr-, Oberthal, Deutschland
hardcover. Zustand: Sehr gut. 320 S. 9783203795102 Wir verkaufen nur, was wir auch selbst lesen würden. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 403. Artikel-Nr. 195772
Anzahl: 1 verfügbar