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Geheime Daten: Staatlicher Datenzugang und grundrechtlicher Geschäftsgeheimnisschutz (Schriften zum Recht der Digitalisierung)

Roeingh, Nik R.

 
9783162006530: Geheime Daten: Staatlicher Datenzugang und grundrechtlicher Geschäftsgeheimnisschutz (Schriften zum Recht der Digitalisierung)

Inhaltsangabe

Die Dissertation untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen staatlicher Datenzugangsrechte gegenüber privaten Unternehmen (Business-to-Government-Data-Sharing). Im Zentrum steht der grundrechtliche Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass datenbasierte staatliche Entscheidungen eine wesentliche Voraussetzung rationaler Gemeinwohlpolitik sind. Zugleich liegt in der Datengesellschaft ein erheblicher Teil hochgranularer Daten in den Silos privater Unternehmen. Diese Daten betreffen zentrale Bereiche staatlicher Aufgabenerfüllung - etwa Mobilität, Gesundheit, Umwelt, Energie und Katastrophenschutz. Aufgrund ökonomischer Anreizstrukturen halten Unternehmen sie faktisch exklusiv. So entsteht eine asymmetrische Datenlandschaft, in der staatliche Informations- und Interventionsmöglichkeiten strukturell begrenzt sind. Nik Roeingh nimmt diesen Befund zum Anlass für eine dogmatische Analyse der Voraussetzungen, unter denen der Staat auf privatwirtschaftliche Daten zugreifen darf. Im Mittelpunkt steht das Spannungsverhältnis zwischen dem öffentlichen Interesse an evidenzbasierten Entscheidungen und staatlicher Innovationsförderung einerseits sowie dem grundrechtlichen Schutz wirtschaftlicher Freiheitsräume andererseits. Geschäftsgeheimnisse partizipieren am Schutz der Wirtschaftsgrundrechte; ein voraussetzungsloser staatlicher Zugriff ist daher ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund klärt der Autor grundlegende grundrechtliche und verwaltungsrechtliche Fragen staatlicher Datenzugangsrechte. Ergänzend werden ökonomische Ansätze herangezogen, um die Auswirkungen von Datenzugangsrechten auf Innovation, Wettbewerb und die Datenökonomie zu analysieren.
Die Dissertation analysiert bestehende und entstehende nationale und europäische Regulierungsansätze - insbesondere den Data Act - und entwickelt Kriterien für eine grundrechtskonforme Ausgestaltung staatlicher Datenzugangsrechte. Sie zeigt, wie sich das Spannungsverhältnis zwischen öffentlichem Datenzugangsinteresse und privatwirtschaftlichen Geheimhaltungsinteressen rechtlich austarieren lässt, und leistet damit einen Beitrag zur dogmatischen Einordnung des Business-to-Government-Data-Sharing im europäischen Digital- und Datenrecht.

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Über die Autorin bzw. den Autor

Born 1996; studied law in Leipzig and Münster; First State Examination in 2021 (Higher Regional Court of Hamm); visiting researcher (chercheur invité) at Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne in 2023; 2022-24 German University of Administrative Sciences Speyer; 2024-26 University of the Bundeswehr Munich; PhD in 2026; legal clerkship (Referendariat) at the Kammergericht Berlin; research fellow at the National Research Institute for Public Administration Germany.

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