In der vorliegenden Studie widmet sich Jasmin Hauck Gesuchen um Dispense von Ehehindernissen aus der Erzdiözese Florenz (ca. 1455-1540), die mehrheitlich Fälle von zu naher Verwandtschaft betrafen. Erstmals untersucht die Autorin hierbei ein regionales Korpus dieser speziellen päpstlich delegierten Verfahren für die vortridentinische Zeit auf breiter lokaler und römisch-zentraler Quellenbasis in monographischer Breite. Dabei beleuchtet sie die einzelnen Stationen des Verfahrens und seine Akteure multiperspektivisch, nimmt Norm, Doktrin und Praxis zugleich in den Blick, verquickt quantitative und qualitative Analyseebene und wählt zuletzt einen interdisziplinären Zugang, der von rechtsgeschichtlichen bis hin zu historisch-anthropologischen Fragen und Methoden reicht. So erweist sich das Verfahren zur Exekution von Ehedispensen als Feld konkurrierender sozialer und rechtlicher Normen, das neben dem römisch-kanonischen Prozessrecht von lokalem Recht und Vorstellungen von Geschlecht und Verwandtschaft, wie der agnatischen Prägung des familiären Bewusstseins, geprägt wird.
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Geboren 1987; Studium der Geschichte und Germanistik in Heidelberg; 2019 binationale Promotion an den Universitäten Eichstätt-Ingolstadt und Roma Tre; seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für mittelalterliche Geschichte der Philipps-Universität Marburg.
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Gewebe. Zustand: Wie neu. XX, 705 Seiten. Neuwertig mit Folie. - - Vorwort V - AbbildungsverzeichnisXIII - Abkürzungsverzeichnis XIX - Einleitung - Zur Einführung - Das Exekutionsverfahren bei Ehedispensen im Lichte der Forschung - Das Florentiner Erzbistum zwischen weltlicher, bischöflicher und päpstlicher Macht - Recht, Familie und Ehe in Florenz - Fragestellung und Gliederung - Übersicht der zentralen Quellen (sehen) - Die Supplikenregister und Originalbriefe - Die Akten der Exekutionsprozesse - Die normativen Quellen und das Problem der communis opinio doctorum - Textedition und Darstellungsweise - Lateinische Quellen - Italienische Quellen - Editionsprinzipien für die Pönitentiarieregister (Anhang A) - Regesten der Prozesse (Anhang D-G) - Schemata der Zeugenaussagen - Normen und Praxis der Verfahrensüberlieferung: - Von Zetteln, Registern und keinen Urkunden - Verschriftlichungs- und Aufbewahrungsgebot und - Die Entstehung des Prozesschriftguts und Stadien der Redaktion - Imbreviaturen, Urkundentypen und ein Exkurs zur notariellen Siegelurkunde - Imbreviaturen und das Problem der Extension - VIII Inhaltsverzeichnis - Redaktionsstufen: Vom Protokoll zur Imbreviatur der Sentenz - Die Ausfertigung: Eine offene Frage - Grundzüge der Ehe- und Ehehindernislehre - Sakramentalität, Konsens und Kopula: Die Unauflöslichkeit der Ehe - Ehehindernisse - Trennende vs aufschiebende Hindernisse - Hindernisse, die auf der Beziehung zwischen den Eheleuten beruhen - Ehehindernisse und Eherecht in den Florentiner Synodalstatuten und der Antoninischen Konfessionalsumme - Die Lehre von den Ehedispensen - Formen des Umgangs mit rechtswidrigen Ehen: - Dispensare, dissimulare und das forum conscientiae - Dispensare: Die Regeln der Ausnahme vom Recht - Dissimulare: Das "Wegschauen" des Bischofs als - Konkurrenzinstitut zur päpstlichen Dispens? - In foro conscientiae: Ein Weg zur Dispens ohne gerichtliches Verfahren? - Begrenzungen des Dispensrechts nach der Zugehörigkeit der impedimenta zu ius naturale, ius divinum und ius canonicum - Die Hindernisse der Blutsverwandtschaft - Die Hindernisse der Affinität - Beschränkung des Dispensrechts nach dem Vorliegen einer iusta causa - Die causa iusta zwischen necessitas vel utilitas ecclesiae und Privatnutzen - Die causae dispensationis matrimonialis - Mängel der causa zwischen Fehlen und Fehlerhaftigkeit - Verbotene Ehen wider besseres Wissen: Dispens und Strafe - Dispens und Rückwirkung: Automatische Legitimation und nachträglicher Konsens? - Trennen oder Dispensieren? Wenn lex divina und lexpositiva in Konflikt geraten - Inhaltsverzeichnis IX - Die rechtliche Theorie des "genealogischen Beweises" - Die Theorie des "genealogischen Zeugen" - Der Ausschluss von extranei: Bedeutungsebenen des Fremden - Verwandte als Zeugen: Garanten genealogischen Wissens und Gefahr der Manipulation - Hohes Alter als Alternative bei fehlenden verwandtschaftlichen - Banden - Die Zulassung weiblicher Zeugen in Verwandtschaftsfragen - Die Theorie der Zeugenaussagen zum "genealogischen Beweis" - Innozenz' III "Tua nos" (X) und die Frage des Ausgangspunkts der Zählung - Das Konzilsdekret "Licet ex quadam" (X ) - Notorium und fama in der Theorie vom Zeugenbeweis - Der "genealogische Urkundenbeweis" - Florentiner Ehedispense im europäischen Vergleich - Die Entwicklung des Dispensaufkommens im Lauf der Zeit - Verteilung der Hindernistypen: Europäische Gemeinsamkeiten - Verteilung der Hindernisgrade: Konsanguinität, Affinität und öffentliche Ehrbarkeit im Vergleich - Der Zeitpunkt des Dispensgesuchs: - Perioden verstärkter Kontrolle des Eheverhaltens - Vollzugsstadien und Wissen um das Hindernis - Die räumliche Verteilung der Florentiner Ehedispense - Die soziale Verteilung der Florentiner Ehedispense - Von Florenz nach Rom - In Florenz: Die Identifikation der Fälle - In Rom: Kompositionen als Normierung durch fallgebundene Gebührenerhebung - Wurzeln und rechtliche Fundierung derKompositionen - Kompositionshöhen: Eine Entwicklung im Lichte der Taxlisten - Ku. Artikel-Nr. 1267387
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Gr.-8°, Ln. m. SU. XX, 703 S. Neuwertiges Ex. / Fine Copy // In der vorliegenden Studie widmet sich Jasmin Hauck Gesuchen um Dispense von Ehehindernissen aus der Erzdiözese Florenz (ca. 14551540), die mehrheitlich Fälle von zu naher Verwandtschaft betrafen. Erstmals untersucht die Autorin hierbei ein regionales Korpus dieser speziellen päpstlich delegierten Verfahren für die vortridentinische Zeit auf breiter lokaler und römisch-zentraler Quellenbasis in monographischer Breite. Dabei beleuchtet sie die einzelnen Stationen des Verfahrens und seine Akteure multiperspektivisch, nimmt Norm, Doktrin und Praxis zugleich in den Blick, verquickt quantitative und qualitative Analyseebene und wählt zuletzt einen interdisziplinären Zugang, der von rechtsgeschichtlichen bis hin zu historisch-anthropologischen Fragen und Methoden reicht. So erweist sich das Verfahren zur Exekution von Ehedispensen als Feld konkurrierender sozialer und rechtlicher Normen, das neben dem römisch-kanonischen Prozessrecht von lokalem Recht und Vorstellungen von Geschlecht und Verwandtschaft, wie der agnatischen Prägung des familiären Bewusstseins, geprägt wird. ISBN: 9783161617805 Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 1187. Artikel-Nr. 27664
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hardcover. Zustand: New. 1st. Artikel-Nr. 1634821