Einfuehrung in die Geschichte der Philosophie

 
9781517462604: Einfuehrung in die Geschichte der Philosophie
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Jeder Mensch, sofern er nicht gleich bei der Geburt stirbt, verfügt über Wissen. Vom bloßen Meinen, Vorstellen, Phantasieren etc unterscheidet sich Wissen durch seinen Wahrheitsbezug – Wissen ist die Gewissheit von etwas als wahr. Das impliziert, dass es verschiedene Arten von Wissen geben und dass der Wahrheitsbezug ausgewiesen werden muss. Mit diesen Problemen beschäftigt sich eine eigene Wissenschaft – die Philosophie oder Wissenstheorie (von der die Wissenschaftstheorie ein Teilbereich ist) KANT, der als Vater der neuzeitlichen Philosophie gilt, nennt drei grundlegende Fragen des Menschen (KANT I., KdrV (Kritik der reinen Vernunft), A 805,B 833 (A=1.Aufl., B=2.Aufl.): 1. Was kann ich wissen? 2. Was soll ich tun? 3. Was darf ich hoffen? Und fasst alle drei Fragen zusammen in der einen: Was ist der Mensch? Jeder zum Vernunftgebrauch gekommene Mensch dürfte sich diese Fragen stellen, mehr oder weniger oft, mehr oder weniger deutlich. Anlass ist meist, dass sein kon¬kretes Leben ihm selbst fragwürdig wird. Stellt sich der Mensch diese Probleme nämlich auf der Ebene des Alltagsbewusstseins, begnügt er sich mit einer ihm persönlich zureichenden Lösung und ist insofern "subjektiv". (Wir müssen z.B. nicht Elektrotechnik studiert haben, um einen Lichtschalter zu betätigen). Damit seine Gedanken auch für andere nachvollziehbar und überprüfbar werden, müsste er sich an bestimmte Regeln halten, die eine solche "Objektivität", d.h. intersubjektive Überprüf-barkeit, ermöglichen - er müsste sich folglich diese Probleme auf wissenschaftlicher Ebene stellen. Das wissenschaftliche Wissen kann entweder Teilinhalte des Alltagsbewusstseins thematisieren (Einzelwissenschaften) oder Gesamtwirklichkeit in ihrer Formalstruktur (Wissenstheorie oder Philosophie). Gemeinsam ist beiden Arten des Wissens, dass sie Wissen im Sinne von „Gewissheit von Etwas als wahr“ sind, also eine Relation von Wahrheit / Bewusst-Sein darstellen. Mehr als eine solche Beschreibung von Wissen ist nicht möglich, da eine strenge Definition von Wissen unmöglich ist – sie müsste ja innerhalb des Wissens erfolgen, Wissen kann also nicht gleichsam „von außen“ definiert werden. Unterschieden sind beide Wissensarten darin, dass Alltagswissen ursprünglich und notwendig ist - es gibt keinen völlig bewusstlosen Menschen -, wissenschaftliches Wissen sich aber auf Alltagswissen zurückbezieht, also reflexiv und frei ist, und daher Alltagswissen immer schon voraussetzt. Das Sprichwort: „Primum vivere, deinde philosophari“ („Zuerst leben, dann philososophieren“) hat hier seine bleibende Gültigkeit. Der Wahrheitsbezug von wissenschaftlichem Wissen, gleichgütlig, ob einzelwissenchaftlichem oder philosophischem, muss überprüfbar sein.

Über den Autor:

Gebürtig aus und lebend in Wien. Ehefrau, Mutter, als Witwe Dominikanerin. Lehramt Latein / Griechisch, Mag Theol, Dr Phil sub auspiciis, hauptsächlich tätig an der Kirchlich-pädagogischen Hochschule Wien, zunächst als Professor, nach der Pensionierung als Lehrbeauftragte, und in der katholischen Erwachsenenbildung mit Vorträgen, Einkehrtagen, Bibelrunden, Exerzitien.

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