Rollen die Wolken durch den Wind: Gedichte

 
9781502519580: Rollen die Wolken durch den Wind: Gedichte
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Viele Jahre war er verschollen „im Fernwinkel der trosthilfreichen Dehnung“, „im schwarzen Baumhimmelland, am Hirnsee der Ekstase“, und sah aus tiefer Dunkelheit immer wieder einen „Feldweg/ zu einem Schloss/ in dem mich das Glück/ nackt betrachtet“. Doch jetzt erblicken seine lyrischen „Seelenmalereien“, Visionen und Sprachbilder das Licht der Öffentlichkeit: Thomas Nessi, ein Lyriker, abseits jeder Szene, Mode oder moderner Konvention, ein neuer Trakl, manchmal wie ein Hölderlin auf LSD, ein Monolith in der zeitgenössischen deutschen Literaturlandschaft, hat endlich seine Gedichte aus den letzten 19 Jahren zur Veröffentlichung freigegeben. Ausgewählt und zusammengestellt hat sie Marco Kunz für den Gedichtband „Rollen die Wolken durch den Wind“, der nun in der edition scardanelli erscheint. Seine Lyrik ist wild, rätselhaft, mystisch, prall gefüllt mit rätselhaften Bildern, originellen Metaphern, zauberhafter Sprachmusik und gewitzten Wortneuschöpfungen und findet trotzdem auch immer wieder zu einem schlichten, verständlichen Ton. Da sticht er etwa mit seinem „Einwegkörper“ in „seelenverletzte Hirnregionen vor“ und klagt: „Niemand hört meinen bleiernen Untergrund/ langsam zerbröckeln“. Da ist plötzlich der „Gedankschwimmer entflohen“, und „das Leben passiert dich/ ein Passierball gegen die Laufrichtung“. Da reimt er: „Nackt nur Haut mit bemalten Knochen/ ich gebe den Tag der Seele zum Lochen“ – da „verfängt sich dein Körper/ im Stacheldraht der/ unbeschreiblichen Hoffnung“, und „langsam löst sich die Erde auf“ – bis hin zur „Sehnsucht Tod/ mein Blau der Augen/ Angst/ der schwarze Punkt/ darin“. Aber immer wieder blitzt Magie auf, „das Wunder das sie Gott nennen“, leuchtet Hoffnung und winkt Erlösung: „Aus Zuckerwattewolken regnet süßer Wein“ und „geordnet blickt dich der Rhythmus der Zeit an/ und verlangt keine Sehnsucht nach besseren Momenten“. Dann ist das lyrische Ich „bereit über den Wolken zu schaukeln/ bereit auf dem Ast der Nacht zu liegen“ und stellt fest: „Alles ist möglich/ Alles ist erfüllt“, doch „Der Verdacht ruht in den/ Kreisen der Welt, unterm Vordach/ des Alls“. Der Dichter ist „nun am Warten“ und sieht: „Die Worte entgleisen Stück für Stück/ einem neuen Echo/ Ich habe nichts mehr zu tun/ bin allein unter den/ schäumenden Wolken“. Die deutsche Literatur hat lange auf eine so elementare, geheimnisvolle und starke Stimme warten müssen! Der Band enthält 76 Gedichte und 9 Zeichnungen von der Hand des Dichters.

Über den Autor:

Thomas Nessi wurde 1975 in Limburg an der Lahn geboren und lebt in Beselich-Heckholzhausen und Obertiefenbach. Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen, verfasst Lyrik seit seiner Schulzeit.

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