Ken Goodmans Sicht auf das Lesen wird weithin als die vollständigste und artikulierteste aller auf der Welt angesehen, die Grundlage für viel zeitgenössische Leseforschung, Theorie und Unterricht. Tatsächlich ist die Akzeptanz von Goodmans Arbeit so weit verbreitet, dass seine Theorien praktisch institutionalisiert wurden - auch wenn sie Kontroversen ausgelöst haben.
On Reading bietet eine vollständige Erklärung der Ansicht, die viele Menschen im und außerhalb des Bildungsbereichs sowohl akzeptiert als auch denunziert haben, oft ohne ihre Quellen und Bedeutung vollständig zu verstehen. Zu einer Zeit, in der die Bewegung, die Goodman dazu beigetragen hat, die gesamte Sprachtheorie zu erzeugen - zunehmend angegriffen wird, ist diese Erklärung sowohl gerechtfertigt als auch willkommen.
In einem klaren und ansprechenden Stil erklärt Goodman, warum er den Leseprozess als psycholinguistisches Ratespiel beschrieb. Er argumentiert, dass das Ziel dieses Spiels nicht darin besteht, Buchstaben und Wörter zu erkennen, sondern den Druck zu verstehen: Bedeutung zu konstruieren. Unter den Geräten, die Leser verwenden, um dieses Spiel zu gewinnen, sind Miscues, die unerwarteten Reaktionen beim mündlichen Lesen. Viele Lehrer erkennen diese Fehler heute als Beweis dafür, dass Leser auf eine Fülle von datengraphophonen, syntaktischen und semantischen Daten zurückgreifen, um den Druck sinnvoll zu machen, vorherzusagen, was als nächstes kommt, und um Bedeutung zu konstruieren.
Goodman macht den hochkomplexen Prozess des Lesens leicht verständlich. Er bezieht seine Leser in die Untersuchung ihrer eigenen Lesung ein, und er bietet echte Sprachbeispiele von echten Kindern, die echte Texte lesen - nicht forschungsgestaltete kontrollierte Proben. Dabei schlägt er vor, dass die geschriebene Sprache parallel zur mündlichen Sprache ist und dass sie auf dieselbe Weise und aus denselben Gründen wie die mündliche Sprache gelernt wird.
Sowohl Verteidiger als auch Kritiker von Goodmans Arbeit erkennen ihn als einen der einflussreichsten Theoretiker des 20. Jahrhunderts an. On Reading wird für jeden von Interesse sein, der sich um den Stand der Bildung im 21. Jahrhundert kümmert.
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.