Das Problem des Gegebenen in der Kunstgeschichte (Classic Reprint) - Softcover

Eichner, Johannes

 
9780282434786: Das Problem des Gegebenen in der Kunstgeschichte (Classic Reprint)

Inhaltsangabe

Excerpt from Das Problem des Gegebenen in der Kunstgeschichte

Kann über die Art und Eigenschaften des materiellen Kunstwerkes für den Nachdenkenden kein Zweifel bestehen, so ist die Konstitution der Kunstschöpfung als eines geistigen Gebildes das Thema einer andauernden Debatte der Kunsttheoretiker. Lm Vorigen schien ausschließlich die Sichtbarkeit der Gegenstände das Interesse des Künstlers zu haben, und die Gestaltung für das Auge (wie man zu sagen pflegt), den Sinn der künstlerischen Tätigkeit zu erschöpfen. Ob oder wieweit das zugegeben werden dürfe, darüber gehen die Meinungen auseinander. Findet sich doch z.b. Unter Künstlern und Kunstliebenden immer wieder die Überzeugung vertreten, daß nicht nur bei kunst gewerblichen Gegenständen sich das aufnehmende Erlebnis erst dann vollende, wenn diese mit den Händen ergriffen und betastet werden, sondern daß auch bei Skulptur werken das Abtasten einen wesentlichen Bestandteil des künstlerischen Genusses bedinge. Der Streit, welche Sinne und geistigen Mittel am Kunsterlebnis beteiligt seien, soll uns nicht in eine psychologische Untersuchung hinein ziehen, die den Rahmen der gegenwärtigen Abhandlung sprengen müßte. Doch scheint es zweckmäßig, den Begriff vom Kunstgebilde, der in den folgenden Ausführungen zu grunde gelegt wird, in Kürze mitzuteilen. Wir bekennen uns zu der Auffassung, daß das Produkt der künstlerischen Gestaltung als ein optischer Komplex zu beschreiben ist, und können dem Kunsterlebnis keine andere Empfindungs quelle als die des Gesichtssinnes zugestehen. Gewiß ist für das Sehen stets einfunktionieren der Augenmuskulatur.

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