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Ernst-Toller-Gesellschaft



Ernst-Toller-Zeichnung
von Emil Stumpp

Die Wandlung



Die Maschinenstürmer



Hoppla, wir leben






Am 22. Mai 2009 jährte sich der Todestag von Ernst Toller zum siebzigsten Mal. Die Geburtsstadt von Ernst Toller, das heute in Polen gelegene Szamocin enthüllte an dem Haus, an dem Toller am 1. Dezember 1893 zur Welt kam, eine Gedenktafel.

In Polen wird damit eines Schriftstellers deutsch-jüdischer Herkunft gedacht, der in den Zwanziger Jahren der bekannteste lebende Dramatiker deutscher Sprache war.

Nach dem Scheitern der Räterepublik in Bayern, an der Toller maßgeblich beteiligt war, wurde er zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, die er von 1919 bis 1924 in den Gefängnissen Stadelheim, Eichstätt, Neuburg an der Donau, und insbesondere in Niederschönenfeld bei Rain am Lech verbüßte. Hier schuf er seine bedeutendsten Werke, gelangte er zu Theaterruhm. Seine Stücke wurden in 27 Sprachen übersetzt und auf den wichtigsten Bühnen der Welt aufgeführt. Tollers Ruhm überragte bei weitem den von Sternheim, Kaiser oder Brecht.

Nach seiner Haftentlassung setzte Toller sich weiter rastlos für seine humanitären und sozialistischen Ideale ein. Die politischen Fragen, mit denen er sich bis zu seinem Tod beschäftigte, sind von bestürzender Aktualität.

Toller prophezeite Ende der Zwanziger Jahre bereits, dass Hitler, auf legale Weise an die Macht gekommen, diese nie mehr abgeben würde. Sein Kommentar in London zu Hitlers olympischen Tönen in Berlin 1936: "Der Diktator, der den Frieden von heute preist, tut es, um den Krieg von morgen vorzubereiten." Ab 1933 im Exil, bemühte Ernst Toller sich, die Zersplitterung der politischen Kräfte aufzuheben. In den USA wurde er zum meistgehörten und gefeierten Repräsentanten eines anderen Deutschlands. Er stellte seine Popularität in den Dienst gigantischer Hilfsprojekte für die notleidende Zivilbevölkerung in Spanien. Die Niederlage der spanischen Republik musste Toller jedoch als erneute Erfahrung einer verratenen Revolution empfinden. Er warnte, der Bürgerkrieg in Spanien sei für Hitler-Deutschland lediglich die Generalprobe für einen europäischen Krieg. Seine Appelle an die westlichen liberalen Demokratien, die Nichteinmischungspolitik aufzugeben, verhallten ungehört. Die Anerkennung der faschistischen Diktatur Francos durch die Westmächte erschütterte Toller zutiefst, da er seinerseits nie bereit war, ethische Überlegungen aus seinem politischen Handeln auszublenden.

Diese Gewissenlosigkeit der Politik trieb Ernst Toller zur Verzweiflung. Alles, wofür er literarisch und politisch gekämpft hatte, schien verloren. Am 19. Mai 1939 feierte Franco in Madrid mit einer großen Parade seinen Sieg. Drei Tage später nahm sich Ernst Toller in New York das Leben.




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Sekundärliteratur 
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